Bildung

Kitas in Hagen: Kritik an Abschaffung der Sprachförderung

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Die Sprachförderung in Kindertagesstätten steht auf der Kippe. Dagegen protestiert der Rat der Stadt Hagen – einstimmig.

Die Sprachförderung in Kindertagesstätten steht auf der Kippe. Dagegen protestiert der Rat der Stadt Hagen – einstimmig.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Sprachkitas sollen erhalten bleiben. Dafür hat sich der Rat der Stadt Hagen einstimmig ausgesprochen und eine Resolution nach Berlin geschickt.

Die von der Bundesregierung geplante Abschaffung der Sprachkitas trifft Hagen mit voller Wucht. Die Politik unternimmt nun einen Versuch, das Programm, von dem bereits zahlreiche Kindertagesstätten in Hagen profitiert haben, doch noch zu retten. Einstimmig hat der Rat eine entsprechende Resolution auf den Weg gegeben, der sich auch die AfD angeschlossen hat.

Sämtliche andere acht Fraktionen und Ratsgruppen hatten gemeinsam einen entsprechenden Entwurf auf den Weg gebracht. Stellvertretend für alle erklärte Jörg Klepper, Fraktionsvorsitzender der CDU: „Sprache ist ein Schlüssel zur Welt. Die Probleme in Hagen sind mannigfaltig. Wir können nicht nachvollziehen, warum diese Förderung nun eingestellt werden soll. Es gibt einen großen Förderbedarf in der Stadt.“

42.115 Ausländer in Hagen

Hagen sei einer der Städte in Deutschland mit dem höchsten Anteil an Migranten – heißt es in der Resolution. 42.115 mit nichtdeutscher Staatsbürgerschaft lebten 2021 in Hagen. 21,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. 83.500 Menschen hatten 2020 einen Migrationshintergrund.

Vor diesem Hintergrund sei die Vermittlung der deutschen Sprache bei Schul- und Vorschulkindern elementar. So sei es möglich, dass aus einer Zuwanderungs- eine Erfolgsgeschichte werde. In Hagen seien in 50 Kindertagesstätten 56 Sprachförderkräfte beschäftigt. 1,5 Millionen Euro fließen bislang pro Jahr für das Projekt. Rund 4000 Kindern würden erreicht. Durch den Krieg in der Ukraine sei der Bedarf noch einmal erheblich gewachsen.

Hunderte Kinder mit Sprachproblemen

Erschwerend komme hinzu: Schon jetzt wüchsen außerhalb des Kita-Systems mehrere hundert Kinder mit erheblichen Sprachdefiziten auf, die dann ohne Kenntnisse eingeschult würden. Ziel müsse es sein, dass jedes Schulkind deutsch spreche.

Der Förderstopp solle nun Ausgangspunkt für eine neue Finanzierung der Förderung von Vorschulkindern sein. Darüber hinaus brauche es Zwischenlösungen, damit eingearbeitete Fachkräfte sich nicht anderweitig orientierten.

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