Fridays for Future

Klimanotfall Hagen: Aktivisten wollen Druck hoch halten

Die Fridays-for-Future-Bewegung in Hagen (hier Jannes Rosenbaum mit Oberbürgermeister Erik O. Schulz) will den öffentlichen Druck aufrechterhalten. 

Die Fridays-for-Future-Bewegung in Hagen (hier Jannes Rosenbaum mit Oberbürgermeister Erik O. Schulz) will den öffentlichen Druck aufrechterhalten. 

Foto: Mike Fiebig

Hagen.  Mit der Entscheidung, den Klimanotfall für Hagen auszurufen, ist die Fridays-for-Future-Bewegung zufrieden. Den Druck will sie weiter hoch halten.

Der Beschluss steht auf Papier. Und dieses Papier mag manchmal geduldig sein. Aber der Beschluss, in Hagen den „Klima-Notfall“ (nicht den Klima-Notstand) auszurufen, weckt bei den Aktivisten von Fridays for Future eine Hoffnung: „Wir hoffen, dass dieser Beschluss dauerhaft eingehalten wird“, sagt Janne Rosenbaum, eine der Köpfe der Hagener Friday-for-Future-Bewegung und hat sogleich einen Vorschlag, wie man Nachhaltigkeit implementieren könnte: „Es braucht einen Klimaschutz-Manager auf oberster Ebene.“

Ob Klima-Notfall oder Klima-Notstand – für Fridays for Future sind das nur semantische Spitzfindigkeiten. „Für welche Formulierung man sich entscheidet, ist uns eigentlich egal“, sagt Janne Rosenbaum. „Wichtiger sind uns die Inhalte. Und da haben wir durch den Beschluss im Umweltausschuss weit mehr erreicht, als es in der Vorlage der Verwaltung stand.

Klimawandel und Folgen abschwächen

Denn hinter der eher symbolischen Unterstützung, die darauf abzielt, den Klima-Notfall auszurufen (abgelehnt übrigens nur durch den AfD-Vertreter) steckt weit mehr: So verpflichtet sich die Stadt – wann immer dies möglich ist – bei alternativen Entscheidungen jenen Weg zu wählen, der den Klimawandel und seine Folgen abschwächt. Bei allen Maßnahmen muss der Klimaschutz berücksichtigt werden. Dabei will sich die Stadt an den Vorgaben des Weltklimarats orientieren. Weiter will sich Hagen für ein Klimaschutzgesetz auf Bundesebene stark machen.

„Die Stadt braucht jetzt einen ganz konkreten Plan, welche Klimaziele sie auf welche Art und bis wann einhalten will“, sagt Janne Rosenbaum und kündigt gleichzeitig an. „Wir werden weiter von außen Druck machen und Politik und Verwaltung auf den Füßen stehen.“

Weitere Gespräche mit Ratsfraktionen

Daneben stehen für die Aktivisten in den nächsten Wochen weitere Gespräche mit einzelnen Ratsfraktionen und mit Vertretern der Stadtverwaltung an. „Es gibt auch Überlegungen, eine Art Unterausschuss zu bilden, um sich mit der Fridays-for-Future-Bewegung kontinuierlich auszutauschen“, sagt Janne Rosenbaum. Gleichzeitig macht sie aber auch deutlich: „Viele von uns gehen zur Schule, machen im nächsten Jahr Abitur. Wir sind nicht diejenigen, die der Verwaltung Lösungsvorschläge aufzeigen können und wollen. Wir können nur die Ziele formulieren.“

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