Traditionsunternehmen

Könemann verlässt Hagen am Ende des Jahres

Geschäftsführer Jörg Könemann: „Die Entscheidung für Meinerzhagen hat logistische Gründe.“

Geschäftsführer Jörg Könemann: „Die Entscheidung für Meinerzhagen hat logistische Gründe.“

Foto: WP Michael Kleinrensing

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Hagen-Delstern. In elf Jahren stünde das 100-jährige Jubiläum der Firma Könemann in Hagen auf dem Plan. Dazu wird es aber nicht kommen. Nachdem der einst viertgrößte Buchgroßhändler Deutschlands im vergangenen Jahr bereits sein Barsortiment (Buchverkauf) geschlossen hatte, wird im kommenden November auch das Presse-Grosso (Zeitschriften- und Zeitungsvertrieb) aus Hagen verschwinden. 100 Mitarbeiter sind vom Umzug des Unternehmens nach Meinerzhagen betroffen. Der heimische Grossist wird mit dem Pressevertrieb Siegerland am neuen Standort in Meinerzhagen fusionieren.

Es gibt nur wenige Hagener, die noch nie etwas von Könemann gehört haben. In saisonalen Stoßzeiten jobbten seit 1972 Hunderte Studenten, Männer und Frauen im Barsortiment des Buchgroßhändlers an der Delsterner Straße. Ein Hagener Traditionsunternehmen. 1924 gegründet. Immer in der Hand gebürtiger Könemänner.

Grossist in fünfter Generation

„Emotional ist unser Umzug natürlich schon eine einschneidende Entscheidung“, sagt Geschäftsführer Jörg Könemann. Die Mechanismen des Marktes erfordern allerdings andere unternehmerische Strategien. Im Bereich des Presse-Grossos ist die Firma Könemann Mittler zwischen Verlagen und dem Einzelhandel. Im Präsenzsortiment befinden sich 2500 Artikel wie Zeitungen, Zeitschriften, Magazine und Illustrierte. Im Sortiment sind es bis 5000 Artikel. Kioske, Discounter, Lotto-Läden – überall dort, wo dem Kunden in der Region Zeitschriften begegnen, steht die Arbeit des Könemann’schen Presse-Grossos dahinter.

Nach knapp 40 Jahren im Schatten des Autobahn-Zubringers zur A45 am Standort in Delstern wird im kommenden November Schluss sein. Etwa 40 Kilometer weiter südlich, in Meinerzhagen, wird das Unternehmen später mit dem Pressevertrieb Siegerland zum Pressevertrieb Meinerzhagen fusionieren. „Der Standort ist nach logistischen Kriterien ausgesucht worden“, sagt Jörg Könemann. Meinerzhagen bildet geografisch das Zentrum der fusionierenden Grosso-Bereiche. Beide Vertriebe passen sich mit ihrer Zusammenlegung den Erfordernissen des Marktes im Print-Geschäft an, in dem sinkende Absatzzahlen neue Strategien erfordern.

Sozialplan erstellt

Die rund 100 Mitarbeiter am Hagener Standort wurden bereits vor über einem Jahr über die Pläne der Geschäftsführung informiert. „Wir haben den Zeitpunkt des Umzuges genannt und jedem Mitarbeiter zugesagt, ihn weiter zu beschäftigen, soweit er dies möchte“, sagt Könemann. Eine Gehaltserhöhung inklusive. Etwa die Hälfte der Belegschaft wird das Angebot annehmen. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat haben mit einem Sozialplan versucht, die Interessen der Belegschaft auszugleichen.

Könemann wird an der Delsterner Straße ein rund 5000 Quadratmeter großes Firmengelände hinterlassen. Das europaweit agierende Maklerbüro Engel und Völkers hat die Vermarktung des Areals im Hagener Süden in seine Hände genommen.

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