Klage am Landgericht

Kompromiss zur Rettung der Hohenlimburger Schlossspiele

Schlossspielleiter Dario Weberg (links) wird im August den Fürstensaal nutzen können. Vorausgesetzt, das Fürstenhaus widerruft den gestern am Landgericht

Schlossspielleiter Dario Weberg (links) wird im August den Fürstensaal nutzen können. Vorausgesetzt, das Fürstenhaus widerruft den gestern am Landgericht

Foto: Volker Bremshey

Hohenlimburg.  Der Freundeskreis Schlossspiele kann an den Wochenenden den Fürstensaal nutzen. Vorausgesetzt das Fürstenhaus stimmt dem Kompromiss zu.

Im Konflikt um die weit über Hohenlimburg hinaus bedeutsamen Schlossspiele trafen sich gestern der Freundeskreis Schlossspiele und das Fürstenhaus zu Bentheim-Tecklenburg vor dem Hagener Landgericht. Hintergrund der Klage ist der Termindruck des Vereins. Denn trotz der bereits vor zwei Jahren eingereichten Termine fehlt bis heute eine verbindliche Zusage des Fürsten für die Spielzeit 2018 (24. August bis 9. September). Beim gestrigen Gütetermin vor der neunten Zivilkammer wurde deutlich, dass es insbesondere um die drei Wochenenden geht.

Nach fast zweistündigen Verhandlungen endete das Verfahren mit einem Widerrufsvergleich. Das Fürstenhaus hat jetzt noch die Möglichkeit, den in einer zähen Verhandlung gefundenen Kompromiss bis zum 23. März abzulehnen.

So sieht der Vergleich aus

Der Vergleich sagt aus, dass der Schlossspielverein an den Samstagen des ersten und dritten Schlossspiel-Wochenendes den Fürstensaal nutzen darf. Zuzüglich der zur Durchführung benötigten Räume wie Roter Salon, Küche, (Künstler-)Garderobe und Toilette. Werktags kann das Kulturspektakel wie üblich im Schlosshof stattfinden.

Als Gegenleistung billigt der Schlossspielverein zu, am zweiten Schlossspiel-Wochenende (Samstag, 1. September) den Schlosshof freizuziehen. Darüber hinaus wird an diesem Tag der Verein die Stühle aus dem Schlosshof räumen. Zusätzlich wird der Freundeskreis die laufenden Kosten der Spielzeit tragen, die durch die Veranstaltungen entstehen: Gemeint sind Strom, Wasser und Sicherheitsdienst.

Der fürstliche Justiziar, Dr. Jörg König, hat nun die Aufgabe, Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg für diesen Vergleich zu gewinnen. Gelingt ihm dies nicht und widerruft das Fürstenhaus den Kompromiss, wird der Vorsitzende Richter der Zivilkammer, Christian Niemöller, am Freitag, 6. April, um 15 Uhr ein Urteil verkünden.

Hausherr Maximilian Fürst zu Bentheim-Tecklenburg nahm gestern, ebenso wie Fürstin Marissa (Geschäftsführerin der Schloss Hohenlimburg gGmbH), nicht an dem Gütegespräch teil. Beide waren aufgrund langfristig feststehender Termine verhindert.

Das sagt der Förderkreis

„Wir können mit diesem Kompromiss für die Spielzeit 2018 leben“, betonte die Vorsitzende des Freundeskreises, Maria-Theresia Konder, „wenn uns auch aufgrund der im Fürstensaal im Vergleich zum Schlosshof geringeren Zuschauerkapazität wichtig Einnahmen fehlen.“

Optional hatte der Verein nämlich darüber nachgedacht, beide Samstagsveranstaltungen im Schlosshof über die Bühne zu bringen. Das ist nicht möglich, weil parallel im ehemaligen Schlossrestaurant am 25. August und am 8. September Hochzeiten stattfinden sollen und eine (Lärm-)Belästigung der Feiern durch die Schlossspielveranstaltungen vermieden werden muss.

Die Probleme der gGmbH

Auf eine Absage der Hochzeiten wollte sich Dr. Jörg König als Vertreter des Fürstenhauses im Interesse der Brautpaare nicht einlassen. Er betonte vielmehr, wie wichtig die Hochzeitsveranstaltungen für die unterfinanzierte Schloss Hohenlimburg gGmbH seien. „Die Hochzeiten retten die gGmbH. Der Fürst muss diese Verluste ausgleichen. Er hat im vergangenen Jahr aus eigenen Mitteln 200 000 Euro ins Schloss investiert. Die einzigen Einnahmen sind die Hochzeiten, die maximal fünf Monate im Jahr stattfinden können.“

Der Verein will keine Miete zahlen, beruft sich darauf, dass aufgrund des Kooperationsvertrages die Nutzung kostenfrei sei. Schließlich habe der Verein aufgrund des mit der NRW-Stiftung geschlossenen Fördervertrages für den Schlossgarten dem Fürstenhaus rund 420 000 Euro beschert, so die Argumentation.

Wie geht es weiter?

Mit diesem möglichen Kompromiss ist der Konflikt zwischen Schlossspielverein und Fürstenhaus langfristig nicht ausgeräumt. Richter Niemöller machte deutlich, dass eine große Lösung für die Zukunft unbedingt notwendig sei. Denn der zwischen Fürstenhaus und Verein im Jahr 2005 geschlossene Kooperations- und Gestattungsvertrag läuft über 25 Jahre.

Die Programmpräsentation

Am Sonntag, 15. April, soll ab 18 Uhr im Café „Wohlbehagen am Schlossberg“ von Schlossspielleiter Dario Weberg das Programm der 64. Schlossspiele (Titel: „Schloss mit lustig“) vorgestellt werden. Deshalb hatte die Vorsitzende des Freundeskreises, Maria-Theresia Konder, mehrfach betont. „Wir brauchen Planungssicherheit.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben