Rockerclubs

Konflikt zwischen Bandidos und Freeway Riders in Hagen

Mitglieder der Rockergruppierung Bandidos sind öfter im Hagener Stadtbild zu sehen. Wie hier auf der Lange Straße in Wehringhausen in einer Vierer-Formation. 

Mitglieder der Rockergruppierung Bandidos sind öfter im Hagener Stadtbild zu sehen. Wie hier auf der Lange Straße in Wehringhausen in einer Vierer-Formation. 

Hagen.   Die rivalisierenden Motorradclubs Bandidos und Freeway Riders zeigen zunehmend Präsenz in Hagen. Auch das Landeskriminalamt beobachtet das.

Das Landeskriminalamt (LKA) sieht aktuell zwar eine gewisse Beruhigung bei den Rivalitäten zwischen den Rockerclubs Bandidos und Freeway Riders in Hagen. Allerdings schließt das LKA gegenüber der erneute Konflikte nicht aus. Die Hagener Polizei sagt indes, dass sie den Kontrolldruck erheblich erhöht habe.

Binnen weniger Tage hatte es im Juli teils blutige Vorfälle gegeben, bei denen Mitglieder oder Mitglieds-Anwärter der Gruppierungen involviert waren. Ob tatsächlich die Auseinandersetzung zwischen den Clubs hier im Vordergrund steht, ist noch unklar. Die Ermittlungen sind schwierig – weil sich die Beteiligten unkooperativ gegenüber der Polizei verhalten.

Rockerclubs fahren mit großem Lärm durch Hagen

Dienstagabend in Wehringhausen: In einem Café sitzt eine Gruppe von Männern, zum Teil mit Kutten, deren Aufschrift „BMC“ sofort auf die Bandidos schließen lässt. Wenig später fahren sie mit großem Motorradlärm durch die enge Häuserschlucht.

Wenige Tage zuvor auf dem Märkischen Ring: Ein knappes Dutzend Freeway-Riders-Mitglieder fährt mit donnernden Motorrädern durch die Stadt.

Zwei Szenen, wie sie derzeit viele Bürger erleben: Die Rockergruppierungen wollen wohl Flagge zeigen, seit sich eine Bandidos-Abteilung in Hagen gegründet hat. „Die Hagener Polizei hat die Szene fest im Blick“, sagt Sprecher Ralf Bode. „Wir haben den Kontrolldruck erheblich erhöht und schreiten sofort ein, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.“ Für Hinweise jeder Art sei man dankbar.

Was man über die Rockergruppen weiß

Die Bandidos Hagen: Für das Landeskriminalamt gibt es seit 2016 Hinweise, dass sich eine Unterabteilung des Bandidos-Motorradclubs in Hagen etablieren will. „Seit Mai 2018 wurden auch öffentliche Auftritte von Mitgliedern der Bandidos in Hagen registriert“, so LKA-Sprecherin Heidi Conzen. Insgesamt seien derzeit knapp zehn Mitglieder namentlich bekannt. In ganz Nordrhein-Westfalen gebe es 20 Bandidos-Chapter mit etwa 850 Mitgliedern.

Die Freeway Riders Hagen: In Hagen, der Gründungsstadt der Freeway Riders, gibt es mit Kückelhausen und Hohenlimburg gleich zwei Chapter. In ganz NRW zählt das LKA 29 Chapter mit etwa 370 Mitgliedern. Gerüchten, dass die Freeway Riders eine Nähe zu Bandidos oder Hells Angels gesucht hätten, widerspricht das LKA: „Die Freeway Riders existieren schon seit 1974 als eigenständiger Club. Es gibt keine Erkenntnisse, dass sich an dieser Konstellation etwas ändern könnte.“

Ziwschen Bandidos und Freeways liegt Spannung in der Luft

Ausgesprochen wird er von keiner Seite: Weder die Bandidos noch die Freeway Riders haben bislang öffentlich erklärt, dass sie den Konflikt mit der anderen Seite suchen. Auch von den Ermittlern wird offiziell nicht von einem Rockerkonflikt gesprochen.

Und doch liegt Spannung in der Luft. So sagt das LKA: „Da das Gründungs-Chapter der Freeway Riders von 1974 auch heute noch in Hagen existiert, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie die Gründung des dortigen Bandidos-Chapters als besondere Provokation ansehen.“

Frühere Freeways-Mitglied nun mit Führungsrolle bei den Bandidos

Zur derzeitigen Beruhigung der Lage, so LKA-Sprecherin Conzen, hätten die konsequenten Maßnahmen der Polizei Hagen beigetragen. „Allerdings können bei zufälligen Aufeinandertreffen von Mitglieder beider Gruppierung spontane Aktionen oder gegenseitige Provokation nicht ausgeschlossen werden.“ Dass ein früheres Freeways-Mitglied nun die führende Rolle bei dem Bandidos-Chapter hat und ob dies den Konflikt verschärft, wollen die Ermittler nicht kommentieren: Aus kriminaltaktischen Gründen, so Polizeisprecher Bode, könne man nichts zu „uns bekannten Personengeflechten oder Zusammenhängen“ sagen.

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