Theater

Kostproben für Hagener Theater-Abonnenten

Machen Lust auf die neue Spielzeit im Theater (von links): Marketingreferent Tillmann Schnieders, Lutz-Leiterin Anja Schöne und Intendant Francis Hüsers.

Machen Lust auf die neue Spielzeit im Theater (von links): Marketingreferent Tillmann Schnieders, Lutz-Leiterin Anja Schöne und Intendant Francis Hüsers.

Foto: Klaus Levebre

Hagen-Mitte.   Zur auslaufenden Spielzeit lädt die Theaterleitung ihr Stammpublikum stets zur Präsentation des Programms der kommenden Saison ein.

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Die Veranstaltung ist bei Abonnenten überaus beliebt: Zur auslaufenden Spielzeit lädt die Theaterleitung ihr Stammpublikum stets zur Präsentation des Programms der kommenden Saison ein.

Am Montagabend ließen sich mehr als 600 Theaterliebhaber mit Kostproben auf die kommenden Monate einstimmen, am Dienstag, 22. Mai, können weitere Stammzuschauer zum Nulltarif im Theater Platz nehmen, um Lust auf Neues zu bekommen.

Die Veranstaltung, die von Intendant Francis Hüsers und Marketingreferent Tillmann Schnieders moderiert wurde, lieferte interessante Ausblicke aufs Programm 2018/19 und erinnerte mit Bühneneinlagen an Stücke der vergangenen bzw. aktuellen Spielzeit.

Zweieinhalb Stunden ohne Pause

Knackpunkt: Die Präsentation zog sich über zweieinhalb Stunden (ohne Pause!) hin und wurde von einem Teil des meist älteren Publikums als deutlich zu lang empfunden.

Francis Hüsers und Tillmann Schnieders holten sich natürlich Unterstützung auf die Bühne. Zur Eröffnung des Abends Veronika Haller, und die junge brasilianische Sopranistin Cristina Piccardi präsentierte sich dem Publikum dann später mit einer Kostprobe aus der Komischen Oper „Il Turco in Italia“ von Rossini, die Anfang Februar am Hagener Haus Premiere feiert.

Das Genre Oper erfährt unter dem erklärten Opernfreund Francis Hüsers eine deutliche Stärkung. So stehen die Verdi-Oper „Simon Boccanegra“ ebenso wie die Dvorak-Oper „Rusalka“ und die Wagner-Oper schlechthin – „Tristan und Isolde“ – auf dem kommenden Spielplan. Das fünfstündige Wagner-Monumentalwerk, das unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Trafton steht, wird aufgrund seiner Länge ausschließlich sonntagsnachmittags aufgeführt.

„Tristan-Akkord“

Chordirektor Wolfgang Müller-Salow erläuterte anschaulich am Flügel, was sich hinter dem berühmten „Tristan-Akkord“ verbirgt. Und er appellierte an interessierte Männer, dem Extrachor beizutreten, da für „Tristan und Isolde“ noch Verstärkung benötigt werde.

Die Oper von Henry Purcell „Dido and Aeneas“ wird ergänzt durch eine Ballett-Choreografie von Alfonso Palencia zur Wassermusik von Händel. Der zweigeteilte Abend ist ein Beispiel par excellence für genreübergreifendes Arbeiten, welches Francis Hüsers und das neue Leitungsteam voran treiben möchten.

Komplizen in der Stadt

Grenzen überschreiten will auch Anja Schöne. Die Leiterin des jungen Theaters Lutz, die ihre neue Spielzeit unter das Motto „Weltenbummler“ stellt, sucht sich in der Stadt „Komplizen“, sprich, arbeitet in Workshops u.a. mit dem Jugendzentrum Kultopia und dem Kinderschutzbund zusammen.

Und sie bringt mit „In 80 Tagen um die Welt“ eine multimediale Abenteuerkomödie nach Jules Verne auf die Bühne, „mit viel Musik und Videoeinspielungen“.

„Animal Farm/ Farm der Tiere“

Mitglieder des Jugendclubs brachten am Montagabend tatsächlich „Leben in die Bude“, sprich, die Jugendlichen warben lautstark für „Animal Farm/ Farm der Tiere“ von George Orwell. Die bekannte Parabel gegen Diktaturen wird ab 26. Januar zweisprachig als deutsch-englischer Theaterprotest im Lutz gespielt.

Mit „Fatboy“ greift Anja Schöne das aktuelle Thema Mobbing auf. Das (Anti-)Mobbing-Stück wird mit Rap-Musik flankiert.

Undergroundparty mit Musik

Musik spielt auch in der Rock-Show „Take a walk on the wild side“ die zentrale Rolle. Intendant Hüsers beschreibt die Undergroundparty mit Musik von u.a. Lou Reed, Jimi Hendrix und David Bowie als Mix aus „Blues Brothers“ und „Symphonic Floyd“. Im Programmheft ist die wilde Party, die gleich zu Beginn der neuen Spielzeit (am 8. September) Premiere feiert, mit „Achtung laut! aber super!“ umschrieben.

Heft in Pocketformat

Apropos Programmheft: Das in praktischem Taschenformat und in Reclam-Gelb gestaltete Heft bildete den roten Faden der Veranstaltung. Marketingreferent Schnieders zauberte nach und nach zig Exemplare aus Brust-, Hosen- und Jackentasche sowie aus seinen Socken. Beweis dafür, dass das Heft tatsächlich im Pocketformat gedruckt ist.

Ballettchef Alfonso Palencia warb leidenschaftlich für seine Arbeit: „Ich möchte auch jungen Choreografen die Chance geben, ihre eigene Handschrift zu entwickeln“, unterstrich der Spanier und spielte damit auf die Ballett-Premiere am 27. April 2019 an.

Weltmusik mit Balkanbeats

Antje Haury warf sich für Cross-over-Projekte in die Bresche. Die Orchesterdirektorin trat als Vertreterin von Joseph Trafton, der die Generalprobe zum Sinfoniekonzert in der Stadthalle leitete, vor die Abonnenten. Ob jazzig angehauchte Konzerte oder Weltmusik mit Balkanbeats – Antje Haury appellierte an die Neugier des Publikums, sich auch auf Ungewöhnliches einzulassen.

Selbstsicher und optimistisch gab sich Hüsers gegenüber den Besuchern: „Ich bin mir sicher, dass meine Besetzungspolitik, die vorsieht, Ensemblemitglieder mit hochkarätigen Gastsolisten zu mischen, aufgeht.“

>>>HINTERGRUND

  • Die neue Spielzeit beginnt mit dem „Auftakt“-Fest am Samstag, 1. September.
  • Die 167-seitige Programmübersicht liegt kostenlos u.a. an der Theaterkasse aus.


  • Außerdem ist das Spielzeitheft 2018/19 auf der Homepage des Theaters (www.theaterhagen.de) zu finden.

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