Kooperative K

Künstler verlassen den Schutzraum Museum

Kurator Ihsan Alisan (links) und Kooperative-K-Mitglied Dietmar Schneider versprechen eine vielfältige Ausstellung. Auch Live-Musik wird am Samstagnachmittag geboten.

Kurator Ihsan Alisan (links) und Kooperative-K-Mitglied Dietmar Schneider versprechen eine vielfältige Ausstellung. Auch Live-Musik wird am Samstagnachmittag geboten.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.   30 lokale, regionale und internationale Künstler stellen ab Samstag, 20. September, in der Hasper Werkstatt-Galerie Kooperative K aus. Die Ausstellung trägt den Titel „Urban Heroes“.

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Es wird eine tolle Ausstellung, eine coole Sache, ein regelrechtes Happening. Ist sich Ihsan Alisan sicher. Der junge Mann – Deutscher mit kurdischen Wurzeln, der seit langem in Hagen lebt – hat einen offenen Blick auf kulturelle Strömungen und auf Entwicklungen im Bereich Kultur. Am Wochenende lädt er als Kurator der Werkschau „Urban Heroes“ in die Produktionsgalerie Kooperative K ein. Mit „Künstler im Fokus der ­Öffentlichkeit“ ist die große Ausstellung, die am Samstag, 20. September, eröffnet wird und an der sich 30 Schaffende beteiligen, umschrieben. Alisan verspricht eine Reise in die Welt von Graffiti, Street Art und Urban Art. Das Spektrum reicht von Malerei, Fotografie, Skulptur bis hin zu Installationen.

Vielfalt hat bei Ihsan Alisan oberste Priorität: „Im Eingangsbereich zeigen wir Arbeiten von Hagener Grundschülern. Die A-B-C-Motive spiegeln, genau wie Kinder selbst – den Anfang wider. Im Treppenhaus können Besucher witzige „Paste-ups“ (auf die Wand aufgeklebte Comics aus Papier) bewundern, im eigentlichen Galerie-Bereich im oberen Stockwerk werden Werke von lokalen, regionalen und internationalen Künstlern gezeigt. So sind Arbeiten der amerikanischen Graffiti-Ikone Keith Haring (Alisan: „Eine Bochumer Galerie leiht uns einige seiner Werke.“) ebenso zu sehen wie signierte Fotos und Einzelarbeiten des weltberühmten Verhüllungskünstlers Christo. Parallel dazu zieren 27 Fotos, die Hagener Bürger auf der Facebook-Seite „Urban Heroes“ mit anderen Usern geteilt haben, die Glas-Trennwand in der Kooperativen K. Etablierte Kunst trifft junge „Kunst“ – Alisans Idee wird hier sichtbar und lebendig.

Als Spezial-Aktion bezeichnet der Kulturmanager das Angebot „Volksbanane“ von Thomas Baumgärtel. Der bekannte Bananensprayer (eine Graffiti-Banane findet man u.a. auch auf einem Wandstück im Kunstquartier) ist am Samstag anwesend. Der progressive Rheinländer wird sein gesprühtes Bananen-Motiv auf einer Platte mit einem kurzen Text nach Wahl versehen und für 109 Euro (normalerweise kostet eine Original-Baumgärtel-Banane mehr als 1000 Euro) an die Vernissage-Besucher verkaufen. „Die Auflage ist limitiert auf 999 Exemplare“, betont Kurator Alisan.

Natürlich stellt der Kölner Künstler auch weitere seiner (teils zensierten) Werke aus, wie „Die Banane am Kreuz“.

Street-Art-Collagen und Skizzen zu „Sehnsucht nach Ebene 2“

Street Art par excellence zeigt der Hagener Dietmar Schneider. In Uruguay entstandene Fotografien hat der Foto-und Installationskünstler zu Collagen verarbeitet. Und auch etliche Brücken-Skizzen und Farbpaletten der „Sehnsucht nach Ebene 2“-Künstlerinnen Milicia Reinhart und Marjan Verkerk sind in der Werkstatt-Galerie in Haspe zu sehen.

Der vor einigen Jahren verstorbene Hagener Künstler RappaPort war der eigentliche Ideengeber für die Groß-Ausstellung, die Alisan kuratiert: „Rappa war häufig im Außenbereich tätig und er hat viele junge Hagener Nachwuchskünstler inspiriert.“ Alisan konkretisiert: „Wenn du als Künstler den Schutzraum Museum oder Galerie verlässt und in den öffentlichen Raum gehst, wirst du zwar von vielen Menschen gesehen, aber du wirst auch verletzbar und angreifbar.“ Eine Tatsache, der sich Rappa stets bewusst war. Entwürfe zu seiner riesigen, im Jahr 2000 entstandenen Collage „Wasser ist Leben“ (sie bildet noch immer einen Hingucker an der Fassade des Bunkers an der Tuchmacherstraße) werden ebenfalls in der Karlstraße 26 präsentiert.

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