Autoverkauf

Kurioses Ebay-Inserat: Immer noch kein Geld für den Tigra

Unter der Überschrift „Opel Tigra – Freundin sagt, ich muss ihn verkaufen“ hatte Demirhan sein altes Schätzchen beim Internetauktionshaus Ebay angeboten.

Unter der Überschrift „Opel Tigra – Freundin sagt, ich muss ihn verkaufen“ hatte Demirhan sein altes Schätzchen beim Internetauktionshaus Ebay angeboten.

Foto: dpa

Hagen.   Der Höchstbietende für das kuriose Ebay-Inserat von Firat Demirhan hat die 55.750 Euro noch nicht bezahlt. Bei Demirhan wurde dennoch vieles anders.

Tigra ist kein Name für ein Mädchen. Tigra heißt ein Auto. Wie seine Tochter, die in drei Monaten das Licht der Welt erblicken soll, heißen soll, verrät Firat Demirhan nicht. Nur so viel: „Der Papa hat sich durchgesetzt.“

Tigra heißt ein Auto, sein Auto. Und vielleicht ist der grüne Tigra von Firat Demirhan eines der berühmtesten Fahrzeuge, das derzeit auf Hagens Straßen rollt. „Wann immer die Menschen mich am Steuer meines Tigras sehen, winken sie mir fröhlich zu“, sagt Firat Demirhan, „das ist doch schön.“

Ungewöhnliche Auto-Anzeige

Unter der Überschrift „Opel Tigra – Freundin sagt, ich muss ihn verkaufen“ hatte Demirhan sein altes Schätzchen beim Internetauktionshaus Ebay angeboten. Und weil er in der wohl ungewöhnlichsten Anzeige Deutschlands gleich seine Lebensgeschichte und die Konflikte mit seiner schwangeren Freundin veröffentlichte, schlug das Inserat hohe Wellen. Demirhan trat unter anderem bei „TV Total“ im Fernsehen auf, der Deutschland-Chef von Opel bot ihm einen Testwagen an und die Anzeige schoss durch die Decke. Bei 55.750 Euro lag am Ende das Höchstgebot für ein kleines Sport-Coupé, das nicht einmal 1000 Euro wert sein dürfte.

Das war Anfang März. Und der Umstand, dass Firat Demirhan auch heute noch mit dem Tigra durch die Stadt fährt, ist kein gutes Zeichen. Zumindest was das Internet-Geschäft betrifft. Denn nach geplatztem Übergabetermin, zu dem der Höchstbietende einfach nicht erschienen war, sucht der werdende Vater noch immer nach der Identität des „Spaßbieters“.

„Ich habe ja einen Namen“, sagt Demirhan, der mittlerweile einen Rechtsanwalt mit der Sache betraut hat, „aber an der angegebenen Adresse ist der Mann nicht gemeldet. Wir müssen jetzt Anzeige gegen Unbekannt stellen und einen richterlichen Beschluss erwirken. Erst dann ist Ebay bereit, die IP-Adresse des Rechners herauszurücken, von dem aus das Gebot abgegeben wurde.“

Mit der wiederum ist es unter Umständen möglich, Rückschlüsse auf die Identität des Höchstbietenden zu schließen, der mit Abgabe seiner Gebote im Grunde einen rechtsverbindlichen Vertrag eingegangen ist. „Allerdings ist dann noch offen, ob man die 55.750 Euro überhaupt bei ihm eintreiben kann“, so Demirhan.

„Das Ganze hat sich gelohnt“

Unabhängig von dem Ärger genießt Demirhan die Zeit: Weil es seiner Verlobten und der „kleinen Prinzessin“ in ihrem Bauch gut geht. Und weil sich – seitdem er die Anzeige geschaltet hat – so viel in seinem Leben getan hat. „Ganz unabhängig davon, ob ich das Geld jemals bekomme“, sagt der werdende Vater, der mit einem solchen Rummel und einer solchen Resonanz niemals gerechnet hätte, „das Ganze hat sich gelohnt. Durch diese Anzeige haben sich viele Türen geöffnet.“

So sitzt Firat Demirhan, der auf seiner Facebook-Seite nahezu täglich bloggt, gerade am Manuskript für ein Buch über die Schwangerschaft seiner Freundin. „Durch die Firat-Brille“, wie er mit einem Augenzwinkern sagt. Ein Produktionsteam will auf der Basis der Tigra-Geschichte eine Familien-Soap produzieren. „Türkische Familie im Ruhrpott, die Eltern mit Laden in Hagen, die Schwangerschaft meiner Verlobten – das alles bietet offenbar reichlich Stoff“, sagt Firat Demirhan, der daneben künftig eine Glosse im Magazin des VfL Bochum schreiben darf. „Für mich als VfL-Fan ein Traum.“

Den Tigra fährt er weiter. Entweder, bis es ihm gelungen ist, einen Titel gegen den Höchstbietenden zu erwirken. Oder bis er das Auto anderweitig verkauft. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. „Derjenige, der vor dem Auftritt bei TV Total den höchsten Betrag geboten hat, hat mich angeschrieben“, sagt Firat Demirhan, „er erhält sein Gebot weiter aufrecht.“ Und das lag immerhin bei 4000 Euro.

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