Freizeit

Lehrer aus Breckerfeld entwickelt eigenes Brettspiel

Claudia und Ralf Partenheimer haben ein Spiel entwickelt, ihr erstes.

Claudia und Ralf Partenheimer haben ein Spiel entwickelt, ihr erstes.

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Breckerfeld.  Der Sekundarschullehrer Ralf Partenheimer und seine Frau Claudia haben ein Brettspiel entwickelt, das zu den besten seines Jahrgangs gehört.

Dem Breckerfelder Sekundarschullehrer Ralf Partenheimer und seiner Frau Claudia ist etwas gelungen, was nur wenige schaffen: Sie haben nicht bloß ein eigenes Brettspiel entwickelt, sie sind damit auch direkt auf der Empfehlungsliste von „Spiel des Jahres“ gelandet. Damit gehört ihr Erstlingswerk „Das tiefe Land“ zu den besten Spielen des Jahrgangs.

Hunderte Spiele werden im Jahr auf den Markt gespült. Schnelle Kartenspiele, knackige Würfelvariationen und vor allem Brettspiele in allen möglichen Facetten. Da den Überblick zu behalten ist schwer, Orientierungshilfe bietet der Verein „Spiel des Jahres“. Er testet so ziemlich alle Neuheiten und vergibt am Ende Preise: 1. für das beste Spiel des Jahres, 2. das Kennerspiel des Jahres, das sich eher an Freunde des Komplexen richtet und 3. das Kinderspiel des Jahres. Jeweils drei Spiele sind in den Kategorien nominiert, die Siegerehrung findet am 22. Juli in Berlin statt. Zeitgleich wird auch eine Empfehlungsliste ausgestellt. Diese Spiele können zwar nicht gewinnen, sind aus Sicht des Jury aber herausragend. Und genau hier ist „Das tiefe Land“ gelandet.

Komplex und abwechslungsreich

Über das Spiel der Ennepetaler sagt das Jurymitglied Udo Bartsch unter anderem: „Nach den ersten Partien hätte ich gesagt: Zu sperrig, um reizvoll zu sein. Inzwischen sage ich: Zu originell, um nur solide genannt zu werden. Das tiefe Land ist weiterhin nicht mein Wohlfühl-Spiel. Gleichzeitig lässt es mich auch nicht los, weil es üblichen Mustern zuwiderläuft und schwer zu beherrschen ist.“ Die Jury erklärt, dass die Partenheimers mit ihrem Spiel Neuland beschreiten.

Und genau das sei auch beabsichtigt gewesen, sagen die Eheleute. Sie sitzen an ihrem Esstisch, der schon so oft zum Mittelpunkt von Brettspielabenden wurde. Hinter ihnen Schränke voller Spielkartons, vor ihnen ihr eigenes Werk, aufgebaut und spielbereit. Sie wollten etwas „Innovatives, was es so noch nicht gibt, das variantenreich ist und interaktiv, ohne dass man gemein sein muss“, sagt Claudia Partenheimer und lacht. Worum es geht? Pädagoge Partenheimer erklärt: „Wir sind Schafzüchter, bauen Gebäude und müssen gemeinsam mit den anderen Spielern den Deich sichern, damit das Wasser nicht alles zerstört.“ Auch wenn es einfach klingt: „Das Spiel ist nicht leicht zugänglich und sehr komplex“, sagt Ralf Partenheimer, aber wenn man die Regeln erst einmal drin hat, dann gehe es leicht von der Hand. „Gefühlt haben wir ,Das tiefe Land’ schon 1000-mal gespielt. Und trotzdem ist auch für uns kein Spiel wie das andere“, sagt Claudia Partenheimer. „Wir selbst erleben immer wieder Überraschungen. Es gibt eben viele verschiedene Strategien, auf die man setzen kann.“

Auf der Nominierungsliste vom wichtigsten Spielepreis der Brettspielszene zu sein, ist ein großer Erfolg. Als die beiden Ennepetaler davon erfuhren, konnten sie es kaum glauben. „Wir freuen uns riesig.“

Etwa fünf Jahre haben die beiden in ihrer Freizeit daran gearbeitet, Spielfiguren ausgesägt, immer mehr Ideen ausgearbeitet und die mit Freunden getestet. Später arbeiteten sie mit Uwe Rosenberg zusammen, einem der bekanntesten Spieleautoren Deutschlands. Er entwickelt komplexe Werke und hat mit Agricola bereits einen Sonderpreis von Spiel des Jahres gewonnen, ist immer wieder mit seinen Spielen auf der Empfehlungsliste. Er half beim letzten Schliff, gab Anregungen und vermittelte auch den Kontakt zum Feuerland-Verlag. „In Amerika wird das Spiel in der zweiten Auflage erscheinen“, freuen sich die Ennepetaler, auch in Deutschland ist es schon auf vielen Tischen gelandet.

In den USA bereits in zweiter Auflage

Die Idee für eine Erweiterung haben sie schon längst, daran gearbeitet auch. Weil sie leidenschaftliche Spieler sind und Spaß am Entwickeln haben. Ein guter Ausgleich zum Arbeitsalltag für den Breckerfelder Sekundarschullehrer und die Ingenieurin. „Ein gutes Spiel geht immer.“ Vor allem, wenn es das eigene ist.

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