Gastronomie

Lob und Kritik für das „Boxen der Gastronomen“ in Hagen

Mit Boxhandschuhen treten zwölf Hagener Gastronomen am Samstag gegeneinander an. Die Veranstaltung erntet viel Lob, aber auch Kritik in Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing

Mit Boxhandschuhen treten zwölf Hagener Gastronomen am Samstag gegeneinander an. Die Veranstaltung erntet viel Lob, aber auch Kritik in Hagen. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.   Lob, aber auch Kopfschütteln erntet eine Veranstaltung in einer Kampfschule am Samstag, 20. Mai. Gastronomen werden hier gegeneinander boxen.

Zwölf Hagener Ga­stronomen hauen sich am Samstag etwas auf die Glocke. Im Trainingsbereich von „Karate Kidz“ (Elberfelder Straße 50 bis 52) steigen die Betreiber oder Mitarbeiter verschiedener Gastronomien oder Kioske mit Boxhandschuhen in den Ring. Während die Organisatoren und der Gaststättenverband die ungewöhnliche Verbindung von Gastronomie und Boxen loben, erntet die Veranstaltung bei alteingesessenen Gastronomen Kopfschütteln.

Lisa Freidinger ist die Frau, die sich das Event ausgedacht und in Österreich nach eigenen Angaben auch schon erfolgreich veranstaltet hat. „Da ist es super gelaufen und nun wollen wir es gern auch in Deutschland präsentieren“, sagt die Veranstalterin aus Sprockhövel. Die Idee: Zwölf Gastronomen (sechs in der roten, sechs in der blauen Ecke) treten im Ring gegeneinander an. Sie haben zuvor unter fachmännischer Anleitung dreimal wöchentlich über einen Zeitraum von fünf Wochen trainiert. Moderiert wird die Veranstaltung von Aurelio Savina („Bachelorette“ und „Dschungelcamp“) und Schauspieler Tom Barcal.

In der Halbzeit des Events wird Ex-DSDS-Teilnehmer Antonio Gerardi auftreten. Die teilnehmenden Boxer kommen aus Gastronomien wie Kiosken, Restaurants, Shishabars, Clubs und Cafés.

Gründliche Vorbereitung nötig

Fatih Kurukafa ist Geschäftsführer des Boxsport-Clubs Haspe.

Er ordnet ein Event wie das „Boxen der Gastronomen“ sportlich ein: „Die Veranstaltung scheint eher einen Showcharakter zu haben, wo Spaß und Unterhaltung im Vordergrund stehen. Das Konzept hört sich gut an und ist sicherlich eine gute Gelegenheit für die Gastronomen, um ihr Lokal zu bewerben.“

Doch Kurukafa weist auch auf die große Bedeutung sportlicher und medizinischer Vorbereitung hin: „Es ist wichtig, dass die Ga­stronomen vorher sportlich gut vorbereitet wurden und eine medizinische Betreuung vor und während der Boxkämpfe gewährleistet ist. Der Teamtrainer der blauen Ecke, Marc Poersken, hat selbst langjährig in unserem Verein geboxt und hat die nötige Erfahrung, um das Boxen zu vermitteln. Wir gehören dem Deutschen-Boxsport-Verband an und betreiben seit 1949 olympischen Boxsport mit strengen Regeln. Hierzu hat der Deutsche-Boxsport-Verband eine verpflichtende Wettkampfbestimmung.

Diese sagt, dass ein Athlet mindestens eine sechsmonatige Grundausbildung mit 50 Trainingseinheiten absolviert haben muss, um startberechtigt an Wettkämpfen zu sein. Außerdem ist es sehr wichtig, dass jederzeit ein Arzt am Ring anwesend ist.“

Lars Martin, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Hagen, findet den Ansatz des Events gelungen: „Die Gastronomie ist vielfältig – so wie dieses Event. Der geringste Teil der Teilnehmer ist bei uns im Verband organisiert. Für das Image der Gastronomie finde ich das Event nicht schädlich.“

Ärger bei anderen Gastwirten

Das sehen alteingesessene Gastronomen allerdings anders. So wie Thomas Bielefeld (Novy’s und Catacombe-Club): „Das finde ich unsäglich. Was soll so eine Veranstaltung? Das hat mit Gastronomie nichts zu tun und ist für das Image absolut schädlich.“ Ähnliche Töne hört man aus der Geschäftsführung des Traditions-Gasthauses „Spinne“: „Das finden wir total daneben. Gastronomen sollen sich um ihre Kunden kümmern und nicht aufeinander einhauen.“

>> Karten gibt es noch an der Abendkasse

Das Boxen der Gastronomen beginnt am Samstag, 20. Mai, in der Kampfsportschule „Karate Kidz“ (Elberfelder Straße 50 bis 52) um 18 Uhr. Einlass ist um 17 Uhr.

Es gibt noch Karten an der Abendkasse. Entweder zum Preis von 29 Euro oder VIP-Karten für 79 Euro. Die Veranstaltung endet voraussichtlich gegen 21 Uhr am Abend.

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