Kommentar

Männer-Sicht: Gendergerechte Sprache alltagsfremd

Michael Koch.

Michael Koch.

Zwar würde heute auch keiner mehr „Fräulein“ sagen, doch die gendergerechte Sprache der Stadt Hagen ist völlig alltagsfremd.

Es ist nicht ganz so leicht, als Mann hier offensiv die Gegenposition zu beziehen. Schließlich geht es bei dem gendergerechten Sprachgebrauch auch um meine Besitzstände: Ich werde ja schon jetzt als Mann in den meisten Formulierungen bedacht.


Dass sich Sprache weiterentwickelt – und zwar im positiven Sinne – ist kein neues Phänomen. Niemand käme heute noch auf die Idee, in offiziellen Schriftstücken unverheiratete Frauen als „Fräulein“ zu bezeichnen. Und wer in Volmarstein über das dortige Klinikgelände geht, der kommt noch an einer historischen Gedenktafel der „Krüppelanstalt“ vorbei. Auch den Begriff würde heute zu Recht keiner mehr benutzen.


Und dennoch: Was jetzt in Hagen und in anderen Kommunen mit dem gendersensiblen Sprachgebrauch mit großem Aufwand umgesetzt werden soll, ist völlig alltagsfremd und verkopft. Es wird reines Verwaltungsdeutsch bleiben und keinen Einzug in den Alltags-Sprachgebrauch finden. Stattdessen ist die Gefahr groß, dass die meisten sagen: Welch ein unnützer Aufwand! Und zwar egal, welches Geschlecht sie haben. Viel wichtiger ist: Tatsächlich dafür sorgen, dass mehr Frauen in politischen Gremien und Führungspositionen der Verwaltung sitzen.

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