So isst Hagen

Marco Alija ist einer der vielen Pizza-Boten in Hagen

Marco Alija lebt erst seit wenigen Monaten in Hagen. Als Fahrer der Pizzeria „Speedy“ am Emilienplatz lernt er die Stadt kennen.

Marco Alija lebt erst seit wenigen Monaten in Hagen. Als Fahrer der Pizzeria „Speedy“ am Emilienplatz lernt er die Stadt kennen.

Foto: Sophie Scholl

Hagen-Mitte.   Lieferdienste gibt es viele in Hagen: Marco Alija ist einer der Fahrer. Er weiß: Bei Sonne wird mehr Salat bestellt, bei Regen Burger und Pizza.

Vier Telefonhörer liegen auf der Theke. Es dauert keine Minute und das erste Telefon klingelt. Die erste Bestellung des Tages – bereits um elf Uhr morgens. „Oft ist hier so viel los, dass alle gleichzeitig telefonieren. Dann kann es hier auch mal laut und hektisch werden“, sagt Marco Alija. Der 25- Jährige ist seit fünf Monaten Fahrer bei dem Lieferdienst „Speedy Mangiare“ in Hagen, wo die WESTFALENPOST stellvertretend für die vielen Lieferdienste in dieser Stadt vorbeigeschaut hat.

In dem Familienbetrieb von Izabela Pajak arbeiten neben Alija zwei Pizzabäcker und ein weiterer Fahrer. Seit neun Jahren gibt es den Lieferservice bereits am Emilienplatz. Dass das Geschäft gut läuft, liegt vor allem an der bunt gemischten Stammkundschaft, sagt Alija. „Es bestellen viele Schüler, Angestellte und auch Geschäftsmänner“, so der 25- Jährige.

Um die Kundschaft zu behalten und zu erweitern, seien Qualität und Freundlichkeit das Wichtigste. Aber auch das Angebot ist für den 25-Jährigen ein Grund dafür, dass gerne bestellt wird. Denn das wird stetig erweitert. Zuletzt um Hot Dogs. „Wir wollen ja mit der Zeit gehen.“

Doch was bei den Hagenern auf dem Teller landet, bestimmt oftmals auch das Wetter. Im Sommer liefert Alija vor allem Salate und Frozen Yoghurt aus. An regnerischen Tagen bestellen die Kunden dann eher Burger und Pizza.

Und auch die Extrawünsche einiger Kunden halten den Lieferservice auf Trapp. „Manchmal wollen die Kunden so viele Beläge auf der Pizza haben, dass die Pizza einfach überladen ist. Das sagen wir dann auch, aber die Kunden wollen sie trotzdem so haben“, sagt Alija und zuckt mit der Schulter.

Hauptarbeitszeit am Wochenende

Neben den Extrawünschen stellt auch der Verkehr für Alija eine Herausforderung dar. „Der Verkehr ist oft unberechenbar. Zum Feierabend muss man wirklich genug Zeit einplanen und frühestmöglich losfahren.“ Die Hauptarbeitszeiten des 25- Jährigen sind jedoch die Abende am Wochenende. Da ist dann in der Pizzeria besonders viel los. Auch weil sich das Verhalten der Menschen geändert hat, so Alija. „Ich habe das Gefühl, dass die Leute immer öfter abends auf der Couch bleiben und nicht mehr raus gehen und sich das Essen liefern lassen.“

Doch nicht nur am Wochenende laufen die Telefone am Emilienplatz heiß, sondern auch zu Events wie der Fußball-Weltmeisterschaft. „Bei der WM war viel los. Neben den vielen Bestellungen waren auch noch die Straßen voll.“ Fehler dürfen aber auch an stressigen Tagen nicht passieren, sagt Alija. Einmal verwechselte er die Bestellungen und brachte dem Kunden Burger statt Pizza. „Sowas passiert leider, aber das darf auch nicht noch einmal vorkommen. “

Der Beruf als Fahrer hat ihm geholfen, in Hagen anzukommen. Erst vor acht Monaten zog er mit seiner Frau von der holländischen Grenze nach Hagen. Durch die Fahrten lernte er die Menschen, Viertel und Straßen der Stadt kennen.

Netter Kontakt zu den Menschen

Doch für Alija ist das Schönste an seinem Beruf der Kontakt zu den Kunden. „Es ist schön, wenn man sich zufällig in der Stadt trifft und gegrüßt wird“, sagt der 25-Jährige. Für immer möchte Alija den Job jedoch nicht machen, aber für die nächsten Jahre sieht er zunächst keinen Jobwechsel vor.

„Ich fühle mich hier willkommen und mag den Umgang im Betrieb sehr. Durch den Job habe ich die Möglichkeit mir hier für die Zukunft etwas aufzubauen“, sagt Marco Alija.

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