Krankenhaus

Marienhospital-Aus: Längere Wege für die Hohenlimburger

Aus Hohenlimburger Sicht war das Marienhospital das nächste Krankenhaus. Nun gibt es längere Wege.

Aus Hohenlimburger Sicht war das Marienhospital das nächste Krankenhaus. Nun gibt es längere Wege.

Foto: Manuela Nossutta Funkegrafik NRW

Hohenlimburg.   Die Hohenlimburger sorgen sich nach dem Aus des Krankenhause Letmathe. Die Notarztversorgung ist aber schon seit Monaten neu geregelt.

Die vom Märkischen Kreis angekündigte Schließung des Marienhospitals Letmathe sorgt für heftigen Protest über die dortigen Stadtgrenzen hinaus. In Hohenlimburg sorgen sich viele Bürger insbesondere über die Folgen für die Notfallversorgung vor Ort. Am 26. Juni befindet der Kreistag über die Schließung des Standortes zum Jahresende. Die Hintergründe zur Schließung, etwaige Folgen für Hohenlimburg und die Sicht des Rettungsdiensts.

Die Schließung

Das Marienhospital in Letmathe ist angezählt: Der Standort schreibt rote Zahlen, zuletzt habe sich die wirtschaftliche Situation „dramatisch verschlechtert“. Für das Geschäftsjahr 2018 steht ein Verlust von 1,2 Millionen Euro und das laufende Jahr soll laut Prognosen mit einem Minus von 1,8 Millionen Euro abschließen.

„Und wir gehen von weit über zwei Millionen Euro Verlust in den folgenden Jahren aus“, so Landrat Thomas Gemke. Hinzu kommen weniger Behandlungen, unbesetzte Stellen und Konkurrenz durch umliegende Standorte. So kamen zuletzt laut Kreis nur 16 Prozent der potenziellen Patienten aus Letmathe selbst.

Daher nun der Vorschlag der Kreisverwaltung, das Krankenhaus Ende 2019 zu schließen. „Wichtig ist dabei aber zu betonen, das Hospiz, Dialyse und das Pflegeheim erhalten bleiben“, so Gemke.

Die Bedenken

Schon kurz nach Bekanntwerden der Schließung formierte sich in sozialen Netzwerken der Protest. Eine Online-Petition gegen die Schließungs-Pläne hat aktuell (Stand: 12. Juni) rund 2.800 Unterstützer. Unterzeichnet haben wohl auch viele Hohenlimburger. So gibt es hier viele, die in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit dem Marienhospital in Letmathe gemacht haben – und sich nun um die Versorgung im Notfall sorgen.

„Es dauert keine 10 Minuten von hier bis nach Letmathe“, so Irmgard Wehowsky. „Ich bin zweimal gefallen und war danach sehr dankbar, dass ich schnell nach Letmathe kam“.

Interviews zur geplanten Schließung des Marienhospitals in Letmathe
Interviews zur geplanten Schließung des Marienhospitals in Letmathe

Und die Alternativen in Hagen? „Es geht um die schnelle Hilfe“, sagt Wehowsky. „Und die Anbindung nach Letmathe ist am besten“. Auch das Verkehrsaufkommen Richtung Hagen und die Parkplatzsituation vor Ort spreche gegen die dortigen Krankenhäuser.

Auch Allgemeinmediziner Thomas Quellmann, seit mehr als 30 Jahren Betriebsarzt in Hohenlimburg, sieht den Verlust des Marienhospitals kritisch. „Bei der akuten Versorgung von Betriebsunfällen war das Letmather Krankenhaus für uns erster Ansprechpartner.“

Attraktiv ist das Krankenhaus dabei für Hohenlimburg vor allem deshalb, weil es nur vier Kilometer vom Ortskern entfernt ist (siehe Grafik). Aber wie steht es um die Versorgung im Notfall?

Die Notfallversorgung

„Die notärztliche Versorgung der Hohenlimburger Bürger ist durch die angekündigte Schließung des Marien-Krankenhauses nicht beeinträchtigt“, sagt Veit Lenke, Chef der Hagener Feuerwehr, die auch für den Rettungsdienst zuständig ist. Er kann dies so klar und deutlich sagen, weil erst vor wenigen Monaten die Notarzt-Versorgung neu geregelt wurde: Die Stadt Hagen hatte die Kooperation mit Letmathe aufgekündigt, weil es zum Jahresende immer wieder zu Ausfällen des eigentlich am Marienhospital stationierten Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) gekommen war.

Die Folge: Die Stadt Hagen hat seit Januar ein weiteres eigenes NEF mit Hagener Notärzten im Einsatz, das an der Wache Ost in Hohenlimburg stationiert ist. „Seitdem läuft es wieder problemlos.“ Ganz ohne Auswirkungen werde die angekündigte Schließung aber sicher nicht bleiben. „Es ist nicht wegzudiskutieren, dass die Transportwege in die Hagener Krankenhäuser von Hohenlimburg aus länger dauern als nach Letmathe“, so Veit Lenke. Daher müsse man sich nun genau anschauen, wie sich dies auswirke. „Gegebenenfalls werden wir dann – wie wir es andernorts auch schon gemacht haben – einen zusätzlichen Rettungswagen in Hohenlimburg stationieren.“

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