Wirtschaft

Mark-E verprellt Kundin mit fehlerhaften Verträgen

Die Flamme einer Gastherme.

Foto: Michael May

Die Flamme einer Gastherme. Foto: Michael May

Wehringhausen.   Monika Dahlmann wollte doch nur einen Gastarifvertrag beim Hagener Lieferanten Mark-E abschließen. Doch das ging leider gründlich schief.

Eigentlich wollte Monika Dahlmann gern zum heimischen Energielieferer Mark-E wechseln. Denn vor acht Wochen im März entschloss sich die ehemalige Schulleiterin, eine neue Gastherme anzuschaffen. Doch noch immer ist sie nicht Kundin bei der Mark-E und wird es wohl auch nicht mehr werden. „Es ist ein Unding, wie ich behandelt worden bin“, lässt sie kein gutes Haar an dem Hagener Unternehmen, bei dem die Stadt mit 42,7 Prozent größter Anteilseigner ist.

Um den Kauf der Gastherme mit einem neuen Tarifvertrag abzurunden, wollte Monika Dahlmann bei Mark-E den Klima-Fair-Tarif Gas buchen. Nachdem ihr versichert worden war, man werde ihr die gewünschten Unterlagen zuschicken, kündigte sie ihren alten Vertrag. Da sie nach einer Woche noch keine Unterlagen erhalten hatte, meldete sie sich erneut telefonisch, woraufhin ihr zugesagt wurde, der Vertrag würde noch einmal verschickt. „Ich erhielt ihn dann tatsächlich, allerdings stimmte nur mein Name, Adresse und Zählernummer aber nicht.“

Strom statt Gas

Nachdem sie sich beschwert hatte, verwies sie ein Mark-E-Mitarbeiter an die Servicestelle des Unternehmens in der Körnerstraße, wo sie jedoch von einem weiteren Mitarbeiter verständnislos darauf hingewiesen wurde, dass sie hier keinen Vertrag abschließen könne. Also rief sie erneut bei der Mark-E an. Drei Tage später bekam sie erneut einen Vertrag zugeschickt. Name und Adresse waren zwar diesmal richtig geschrieben, doch statt des gewünschten Gastarifs wurde ihr ein Angebot für Strom unterbreitet.

Also erneuter Anruf bei Mark-E. „Dem Mitarbeiter tat der Fehler sehr leid und er versprach, mir den richtigen Vertrag zuzusenden.“ Der Mitarbeiter hielt sein Wort nur zur Hälfte. Er sendete Frau Dahlmann zwar einen Vertragsentwurf zu, allerdings mit falscher Adresse und falscher Zählernummer.

Die Notbremse

Also erneuter Anruf bei Mark-E. Diesmal tat dem Mitarbeiter der Fehler unendlich leid und er versprach, nachdem er Name, Adresse und Zählernummer noch einmal gründlich mit Frau Dahlmann abgeglichen hatte, die korrekten Unterlagen sofort zu verschicken.

Zwei Wochen vergingen. Die versprochenen Papiere trafen nicht ein. Mittlerweile war der Mai angebrochen und Monika Dahlmann stand immer noch ohne gültigen Gastarif da. Sie zog die Notbremse, wandte sich an einen anderen Anbieter und schrieb einen geharnischten Brief an Oberbürgermeister Erik O. Schulz, seines Zeichens Aufsichtsratschef der Mark-E, und schilderte ihm ihr Empfinden: „Ich bin schon nicht mehr wütend, eigentlich nur noch entsetzt.“ Ihr Fazit der Mark-E-Episode: „Ich habe drei falsche Verträge zugeschickt bekommen, zweimal bekam ich keine Post von der Mark-E, einmal wurde ich ergebnislos in die Stadt zur Servicestelle geschickt.“

Vorwürfe bestätigt

Mark-E-Sprecher Andreas Köster bestätigt die Vorwürfe: „Da gibt es nichts schönzureden, so etwas sollte uns nicht passieren. Wir können uns nur entschuldigen.“

Mittlerweile hat Monika Dahlmann sogar einen korrekt aufgesetzten Vertrag erhalten. Zu spät. Sie hat bereits bei einem Konkurrenzunternehmen unterzeichnet.

>>Hintergrund: das ist Mark-E

  • Mark-E, ein Zusammenschluss aus Elektromark und Stadtwerken Hagen, gehört wie die Stadtwerke Lüdenscheid zur Enervie-Gruppe und ist in Hagen der wichtigste Anbieter von Strom, Gas und Wasser.
  • Auch in Herdecke und dem Märkischen Kreis ist Mark-E ein wichtiger Stromanbieter.

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