Kommentar

Mein Hagen: Gebt den Kindern das Kommando

WP-Redakteur Jens Stubbe.

WP-Redakteur Jens Stubbe.

Foto: Michael Kleinrensing

Die Bewegung „Fridays for Future“ hält in Hagen den Erwachsenen den Spiegel vor. Immerhin findet sie Gehör.

Es ist so schön grün, mein Hagen. Das merke ich, wenn ich an einem Wochenende wie diesem mit dem Fahrrad über die Höhenzüge radele. Bäume, Felder, Wiesen – ein Traum, ein Idyll. Könnte man meinen.


Wer aber genauer hinguckt, der merkt, wie sehr es trügt, das Idyll. Wochenlang hat es nicht geregnet in unserem Hagen. Was dazu führt, dass Felder ausgetrocknet sind und dass sich der Borkenkäfer im Wald durch Fichtenbestände frisst.


Schüler sind tausende Schritte voraus

Zufall – würden jetzt beispielsweise AfD-Politiker heraustrompeten. Und: Mit einem menschengemachten Klimawandel hat das nichts zu tun. Wenn die Sonne öfter scheint – da können wir doch nichts dafür.


Einen Schritt, nein, hunderte, tausende, millionen Schritte sind jene Schüler weiter, die mit Plakaten und Transparenten durch die Innenstadt ziehen. Sie führen uns vor Augen, was wir in den letzten Jahren getan haben: nichts. Von uns gewählte Politiker stecken auf wichtigen Konferenzen Klimaziele, um sie im Anschluss um Längen zu verfehlen. Ziele stecken und sie nicht zu erreichen – das ist etwas, was Leute machen, die abnehmen wollen, hat sinngemäß ein Youtuber, dessen Aussagen man nicht allesamt gut finden muss, dieser Tage verkündet.


Busfahren für einen Euro am Tag ist keine Utopie

Die Fridays-for-Future-Bewegung hat schon etwas erreicht. Ihr Vorschlag, eine Bus-Jahreskarte für 365 Euro zu verkaufen, wird verfolgt. Und dass Hagen, wie sie fordern, den Klimanotstand ausruft, ist überfällig.


Was uns zum Lied von Herbert Grönemeyer bringt: „Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht was sie tun. Die Welt gehört in Kinderhände, dem Trübsinn ein Ende. Wir werden in Grund und Boden gelacht. Kinder an die Macht.“

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