380-kV-Höchstspannungstrasse

Mensch oder Natur - das ist die Frage

Die viereinhalbstündige Amprion-Reise durch Reh und Henkhausen

Foto: Volker Bremshey

Die viereinhalbstündige Amprion-Reise durch Reh und Henkhausen

Hohenlimburg.   Mitglieder von Umwelt- und Naturschutzverbänden und Politiker informierten sich zur möglichen 380-kV-Höchstspannungstrasse von Amprion.

Die von der Hagener Verwaltung und vom Rat der Stadt favorisierte Trasse Reh für die 380-kV-Höchstspannungsleitungen des Netzbetreibers Amprion beinhaltet einen gewaltigen Eingriff in die Natur. Rund 20 Hektar Wald müssen dafür geschlagen werden, weil die Schutzstreifen für die 38 Seile umfassenden Leitungen bis zu 150 Meter breit werden müssen. Solche breite Schutzstreifen sind erforderlich, damit die Bäume, die links und rechts neben der Trasse stehen, nicht in die Leitungen fallen können und dadurch den Stromfluss unterbrechen.

Vorteile auch für die Reher Heide

Ein Vorteil dieser Trasse ist jedoch, dass die zukünftigen Leitungen rund 120 Meter von dem Neubaugebiet auf der Reher Heide abrücken und insbesondere die Anwohner der Dürerstraße entlasten; aber auch Anwohner der Schälker Landstraße. Denn dort werden aktuell Häuser von einer Enervie-/DB-Trasse überspannt. Und diese Leitungen verschwinden bei einer neuen Trassenführung Reh. Diese sollen bei dieser Planungsvariante in einem geringen Abstand zur Amprion/Westnetz-Leitung durch den Wald verlaufen.

Umwelt- und somit naturschonender ist es, wie vom Netzbetreiber Amprion favorisiert, die 380-kV-Trasse durch die Bestandstrasse Henkhausen und die aktuell bestehende Enervie/DB-Leitung wie bisher über die Reher Heide zu führen. Aber in Henkhausen und Elsey wohnen viele Menschen. Und die fürchten bei 380-kV-Höchstspannung um ihre Gesundheit.

Auch der Löhenbusch ist betroffen

Von allen Planungsvarianten sind insbesondere Bewohner des Terrassenhauses am Kirchenberg betroffen. Denn daran führen beide Trassen vorbei. Sollte die Variante Reh gezogen werden, laufen Amprion/Westnetz- und Enervie/DB-Leitungen östlich am Terrassenhaus entlang. Dazu würde der aktuelle Schutzstreifen auf insgesamt 150 Meter verbreitert; gleichzeitig vergrößert sich aber der Leitungsabstand zu diesem Gebäude auf ca. 70 Meter. In der Umkehrung reduziert sich dieser zum Löhenbusch auf 60 Meter. Deshalb gibt es auch von dort heftige Proteste gegen eine solche Trassenführung.

Ob Reh oder Henkhausen: Die neue Amprion-Leitung hat einen Vorteil. „Bei jeder Variante verschwinden 17 Masten aus dem Stadtbild, weil zukünftig die Amprion/Westnetz-Leitungen auf einem Mast hängen“, so Amprion-Planer Thomas Wülle. Er machte bei der Info-Tour deutlich, dass die zukünftigen Amprion-Masten in der Nähe von Wohngebieten maximal 65 Meter hoch werden.

Die Teilnehmer der Bereisung

Vertreter vom BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), vom Naturschutzbund Hagen, der Biostation Hagen, vom Bund für Vogelschutz und von der Landesgemeinschaft Naturschutz nahmen an der Info-Fahrt teil.

Dazu eine Vertreterin der Bezirksregierung Arnsberg, Mitarbeiter der Stadt Hagen, Mitglieder der Bezirksvertretung Hohenlimburg, vom Rat der Stadt Hagen und auch René Röspel (MdB).

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