Nachhaltigkeit

Mode- und Frisurenshow setzt auf Nachhaltigkeit

Die Fashion-Show in der Johanniskirche steht unter dem  Motto „Menschlichkeit“.

Die Fashion-Show in der Johanniskirche steht unter dem Motto „Menschlichkeit“.

Foto: Alex Talash

Hagen.  Eine ungewöhnliche Location und ein ungewöhnlicher Schwerpunkt für eine Modenschau: Das Nachhaltigkeits-Event fand in der Johanniskirche statt.

Das Thema Nachhaltigkeit ist mehr als ein schnelllebiger Trend, Nachhaltigkeit ist mittlerweile zum Zeitgeist avanciert. Dieser Zeitgeist spiegelt sich heute in beinahe sämtlichen Bereichen des Lebens wider - auch in der Mode. Ein Beispiel dafür: die Fashion- und Frisurenshow, die unter dem Motto „Menschlichkeit“ stand. Präsentiert wurde Mode, die nicht nur hip und en vogue ist, sondern im Hinblick auf Klimaschutz und Respekt vor den Mitarbeitern, die die Garderobe produzieren, entstanden ist.

350 Besucher in der Kirche

An die 350 Besucher erlebten auf der von der Hagen-Agentur, der Hagener Werbegemeinschaft und dem Friseur „Haargenau Catwalk“ organisierten Veranstaltung mit, wie die Johanniskirche am Markt zum Laufsteg mutierte. Das bekannteste Öko-Label, das in der Kirche, die sich als „lebendiger Ort des Hier und Jetzt“ präsentierte, gezeigt wurde, war zweifelsohne „Cocccon“. Der längst über Hagens Grenzen bekannte Designer Prakash (Chandra Prakash Jha), der jüngst mit dem Bundespreis „Ecodesign“ ausgezeichnet wurde, ließ Models in lässiger Jeanskleidung und legeren Seidenstoffen durchs Kirchenschiff flanieren.

Mode nach ökologischen Kriterien

Der gebürtige Inder Prakash hat vor einigen Jahren das Modelabel „Cocccon“ gegründet, das edle Mode nach ökologischen Kriterien fertigt. Die Seidenstoffe, die Prakash verwendet, kommen aus indischen Dorfgemeinschaften. Die Seidenkokons werden dort auf biologische Art, bei der die Raupen nicht getötet werden, gezüchtet.

„Hier ist Mode zu sehen, für die keine einzige Raupe gestorben ist“, unterstrich Björn Leste, Mitarbeiter des erfolgreichen Indie-Mode-Designers. „Prakash produziert nicht nur nach ökologischen Gesichtspunkten, sondern unterstützt vor Ort auch ein wichtiges Strukturentwicklungsprojekt“, so Leste weiter.

Sportmode aus PET-Flaschen

Auch Angela Mittelbach (Anmila Sportswear) setzt auf innovative, nachhaltige Freizeitmode, die aus recyceltem Polyester (PET-Flaschen) besteht und die ausschließlich in Deutschland produziert wird und für die die Models auf dem Laufsteg viel Applaus bekamen.

Johannes (Jo) Müller hatte die weiblichen und männlichen Models, die für seinen Laden liefen, in sportive Garderobe, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfaser gefertigt ist, gekleidet. Vor gut zwei Jahren hatte sich Johannes Müller mit seinem Öko-Bekleidungsgeschäft „Onkel Jo sein Laden“ in der Mittelstraße 8 selbstständig gemacht, vor einem halben Jahr ist er mit dem Laden allerdings in die Lange Straße umgezogen. „Ein richtiger Schritt. In Wehringhausen ist die Szene, die ich mit meiner Mode anspreche, vor Ort“, resümierte Johannes Müller am Rande der knapp einstündigen Show.

Vegane Haarpflegeserie

Apropos Fashion- und Frisurenshow: Tut sich auch etwas in puncto Nachhaltigkeit im Bereich der Haarpflege? „In Kürze bieten wir in unseren Salons umweltbewussten Verbrauchern eine vegane Haarpflegeserie ohne Müllanfall, also in wiederverwendbaren Behältnissen, an“, erklärte Haargenau-Catwalk-Chef Karsten Groll, der mit seiner Frau Silke Beata Strohmann-Groll die Menschlichkeits-Show federführend auf die Bühne gebracht hat. Karsten Groll weiter: „Der Erlös der Charity-Show in vierstelliger Höhe geht übrigens an die evangelische Kirchengemeinde und an das Hagener Obdachlosenheim.“

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