Aktenzeichen XY ungelöst

Mord in Hagen: Konkreter Hinweis nach „Aktenzeichen XY“

| Lesedauer: 4 Minuten
Kniffliger Fall für die Polizei: An einem Hang an der Bahnhofshinterfahrung in Hagen werden erst ein Schädel, dann Knochen gefunden – von Klaus Walter Pauli. Er wurde Opfer eines Mordes.

Kniffliger Fall für die Polizei: An einem Hang an der Bahnhofshinterfahrung in Hagen werden erst ein Schädel, dann Knochen gefunden – von Klaus Walter Pauli. Er wurde Opfer eines Mordes.

Foto: Saskia Pavek / ZDF und Saskia Pavek

Hagen/Menden.  Die Polizei Hagen hat eine Vielzahl von Hinweisen nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ erreicht. Ein erstes Fazit und ein Blick auf den Fall.

Nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ ist die Polizei Hagen optimistisch, mit den Ermittlungen im Mordfall „Klaus Walter Pauli“ ein Stück weiter zu kommen: „Es haben sich sehr viele Anrufer gemeldet, die Telefon-CDs aus dem Jahr 2003 zur Hilfe bei den Ermittlungen angeboten haben“, resümiert Polizei-Sprecher Sebastian Hirschberg am Morgen nach der Ausstrahlung. „Darüber hinaus gab es noch einen konkreten Hinweis, unabhängig von den CDs, zu dem ich aus ermittlungstaktischen Gründen nichts Näheres sagen kann“, so der Sprecher weiter.

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Im Mordfall des damals 47-jährigen Mendeners, der Anfang Dezember 2003 wahrscheinlich in Hagen gewaltsam getötet wurde, hat die Polizei ein bislang unbekanntes grausiges Detail erst in der Live-Sendung am Mittwochabend bekannt gemacht: Klaus Walter Pauli wurde mit einem spitzen Messer, möglicherweise ein Filettier- oder Fischmesser, in den Kopf und in die Schulter gestochen. Die Stiche in Kopf und Schulterbereich sollen laut Hirschberg aber nicht tödlich gewesen sein: Das Opfer starb durch stumpfe Gewalteinwirkung – brutale Schläge gegen den Kopf. „Er muss vor seinem Tod viel durchgemacht haben“, sagte die Rechtsmedizinerin im ZDF-Film sichtlich betroffen.

Mord in Hagen: Polizei setzt Hoffnung in Daten aus altem Handy des Mendeners

In seinem Handy, das 2019 bei Bauarbeiten neben weiteren Knochen an der Bahnhofshinterfahrung gefunden wird, steht in einer SMS: „Vielleicht melde ich mich später mal. Kuss, Frank“. Neben dieser Nachricht befinden sich auf dem alten Telefon auch noch eingespeicherte Telefonnummern, die die Polizei bislang niemandem zuordnen konnte: „Die Datensätze wurden von den Providern gelöscht“, erklärt Hirschberg am Donnerstagmorgen. Mit Hilfe der CDs hoffe man nun, die Telefonnummern konkreten Menschen zuordnen zu können, die der Polizei bei den Ermittlungen weiterhelfen könnten.

Allerdings, so betont Hirschberg, habe es auch kuriose Anrufe gegeben. So habe sich bei der Polizei ein Geistbeschwörer gemeldet, der angeben habe, den Mörder zu kennen. Das Opfer selbst habe ihm den Namen verraten.

„Wir sind sehr dankbar für die vielen, vielen Hinweise, die eingegangen sind“, betont der Sprecher der Polizei. Er bittet im gleichen Zug auch darum, dass sich niemand mehr meldet, um weitere CDs anzubieten: „Dazu haben wir schon ausreichende Meldungen erhalten.“

Weitere Fakten zum Fall Klaus Walter Pauli:

  • Der 47-Jährige damals mit seinem 2006 verstorbenen Mitbewohner Sven H. an der Fröndenberger Straße nahe dem Bahnhof Bösperde in Menden.
  • Pauli fuhr am 2. Dezember 2003 mit den Zug nach Hagen, um dort angeblich eine Schallplatte zu kaufen. Tatsächlich könnte es aber um eine Männerbekanntschaft gegangen sein. Anfang Dezember soll sich nach Angaben der Polizei auch der Mord ereignet haben.
  • Anfang Juli 2019 wurden bei Arbeiten an der Bahnhofshinterfahrung in Hagen Knochen gefunden worden. Es handelt sich um die menschlichen Überreste von Klaus Walter Pauli aus Menden.
  • Auch Mendener Nachbarn sind gefragt: Wer kann sich an die beiden Männer erinnern? Hirschberg, der angesichts der enormen Gewalt von einer Beziehungstat ausgeht, bittet „Frank“, der per SMS Kontakt zu dem Opfer hatte, eindringlich darum, sich zu melden. Aber nicht nur das: Wer immer sich an die beiden offenbar zurückgezogen lebenden Männer von der Fröndenberger Straße erinnern kann, ist aufgerufen, Angaben dazu zu machen.
  • Offenbar waren beide homosexuell, gaben gegenüber Paulis Eltern sogar an, aus praktischen Gründen in Holland heiraten zu wollen, ohne jedoch ein Liebespaar zu sein.
  • Hinweise an die Kripo Hagen: Rufnummer 02331 / 986 25 25.

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