Kultur

Museum ist fürs Neue-Deutsche-Welle-Spektakel gewappnet

In der „Hall of Fame“ (Ruhmeshalle): Kuratorin Heike Wahnbaeck (mit Nena-Gitarre) und Museumsdirektor Tayfun Belgin sind mit Umbauarbeiten beschäftigt.

In der „Hall of Fame“ (Ruhmeshalle): Kuratorin Heike Wahnbaeck (mit Nena-Gitarre) und Museumsdirektor Tayfun Belgin sind mit Umbauarbeiten beschäftigt.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.   Im Hagener Osthaus-Museum führen derzeit Handwerker Regie. Im Vorfeld der Ausstellung „Komm nach Hagen – mach dein Glück“ wird groß umgebaut.

Drei Wochen gönnt sich das Osthaus-Museum für Um- und Ausbauarbeiten, um die groß angelegte Neue-Deutsche-Welle-Ausstellung „Komm nach Hagen – mach dein Glück“ in entsprechendem Rahmen präsentieren zu können. Seit dem 6. August ist das Osthaus-Museum zu großen Teilen für Besucher geschlossen, da Handwerker auf den verschiedenen Ebenen Regie führen.

Offene Räume erschweren Arbeit

„Offene Räume, wie sie unser Museum hat, sind natürlich schön, verlangen aber bei Umbauten dieser Größenordnung besondere Maßnahmen“, sagt Museumsdirektor Tayfun Belgin.

Heißt: Die Kunstwerke der bisherigen Ausstellungen können nicht im laufenden Betrieb abtransportiert werden, Wände restauriert, gestellt und gestrichen werden, sondern eine Schließung ist vonnöten.

„Wir mussten eine dreiwöchige Umbauphase einrichten, sonst hätte ich zusätzliches Personal anheuern müssen. Drei bis vier Honorarkräfte hätten wir benötigt, um bis Ende August alles stehen zu haben.“

Zentrale Halle wird zur „Hall of Fame“

Die formal als zentrale Halle bezeichnete Ausstellungsfläche mutiert für die NDW-Schau zur „Hall of Fame“ (Ruhmeshalle). Den absoluten Hingucker bildet die mittig aufgebaute Bühne. Auf dem eigens errichteten Podest sind Devotionalien aus der aufregendsten Zeit der Hagener Musikgeschichte – Ende der 1970er- bis Ende der 1980er-Jahre – zu sehen.

„Wir zeigen ein frühes Schlagzeug von Rolf Möller aus den 70er-Jahren – ein echtes Sammlerstück“, schwärmt Heike Wahnbaeck, „und auf dem Podest platzieren wir auch eine Gitarre von Nena, die sie vor fast 40 Jahren in der Pelmke signiert hat“.

Die Kuratorin der Ausstellung, die Dutzende von Fotos, Plakaten, Filmausschnitten und Bühnenoutfits zeigt, hat 18 Themenwände, die wie ein Lehrpfad durch die glorreichen Dekaden führen, erstellt.

Die neue Galerie wird derzeit zum „Soundraum“ umgestaltet.

„Eine Wand wird zur Projektionsfläche, auf der der animierte Film des schottischen Künstlers John McGeoch gezeigt wird“, ergänzt Heike Wahnbaeck. „der Film beleuchtet die Hagener Musikszene vor 40 Jahren und wurde erstmals beim Muschelsalat vor drei Jahren auf Emst präsentiert“.

Der Raum wird abgedunkelt und stimmig illuminiert. „Alle Exponate an Wänden, auf Sockeln und Böden geschickt auszuleuchten, dauert weit länger als im Normalfall“, unterstreicht Museumsdirektor Belgin.

Original-Tresen aus der NDW-Zeit

Auch die Kabinetträume werden NDW-mäßig ausstaffiert. Dort wird an Bands und Probenräume der 70er-Jahre erinnert, außerdem an die 80er-Jahre-Punkzeit. „Und einen Original-Tresen aus der NDW-Zeit, der eine typische Kneipensituation simuliert, haben wir ebenfalls in einem Kabinett aufgebaut“, verrät die Kuratorin.

600 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden für die NDW-Ausstellung bereitgestellt, die obere Etage wird derzeit vorbereitet für die „Weltbilder“-Ausstellung des Künstlers Bernd Schwarzer, die ebenfalls am 31. August eröffnet wird, und für die Werkschau „Katharsis“ von Nuri Irak, die ab 8. September gezeigt wird.

>>>EINTRITT GESENKT

  • Derzeit können Besucher des Osthaus-Museums lediglich die Brunnenhalle und den Raum der Erinnerung aufsuchen. Das Emil-Schumacher-Museum ist von den Umbauarbeiten zur NDW-Ausstellung, die am Freitag, 31.August, um 18.30 Uhr eröffnet wird, aber nicht betroffen.
  • Der Eintritt ins Kunstquartier wurde aus diesem Grund von 7 Euro (Kombiticket) auf 3,50 Euro gesenkt.

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