Kriminalität

Nach Mord in Haspe kommt Tatverdächtiger in Psychiatrie

In der Dickenbruchstraße in Haspe liegen auch Stunden nach der Tat noch die Reste des Notarzteinsatzes.

Foto: Michael Kleinrensing

In der Dickenbruchstraße in Haspe liegen auch Stunden nach der Tat noch die Reste des Notarzteinsatzes. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen/Gütersloh.  Nach der tödlichen Messerattacke in Hagen-Haspe wird nun wegen Mordes gegen einen 59-Jährigen ermittelt. Der Hintergrund der Tat wird klarer.

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Am Dienstagvormittag ist der 59-jährige Tatverdächtige von Gütersloh zurück nach Hagen gebracht worden. In der ostwestfälischen Stadt hatte sich der Mann der Polizei gestellt, nachdem er am Montagnachmittag einen 53-Jährigen auf offener Straße mit einer Vielzahl von Messerstichen schwer verletzt hatte. Der Mann starb wenig später im Allgemeinen Krankenhaus in Hagen.

Die Leiche des 53-Jährigen, der nur wenige Meter vom Tatort in der Dickenbruchstraße mit seiner Ehefrau in einem gepflegten Mehrfamilienhaus gewohnt hatte, ist am Dienstagmittag in der Rechtsmedizin obduziert worden. Erst diese Ergebnisse werden wohl Klarheit bringen, wie viele Messerstiche der Täter seinem Opfer zugefügt hatte. Augenzeugen sprechen von bis zu 15. Die Tat fand vor den Augen von Passanten satt, ein Augenzeuge, der dem 53-Jährigen helfen wollte, sprach von Szenen „wie aus einem Horrorfilm .“

Tatverdächtiger kommt in Psychiatrie

Der Tatverdächtige, der in Gütersloh lebt, ist indes am Dienstag einem Haftrichter in Hagen vorgeführt worden. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen des Vorwurfes des Mordes. Von dem Richter wurde allerdings kein Haftbefehl erlassen, stattdessen ordnete er die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik für Straffällige an.

Der 59-Jährige soll nach Informationen der Neuen Westfälischen bei der Polizei in Gütersloh die Tat bereits grundsätzlich eingeräumt haben. Er soll auf der Hauptwache in der Herzebrocker Straße gesagt haben, dass er einen Mann mit einem Messer schwer verletzt habe und deshalb festgenommen werden müsse.

Tatverdächtiger ist früherer Schwager des Opfers

Zur Motivlage und den Hintergründen der Tat wollte die Staatsanwaltschaft Hagen gestern noch keine Angaben machen. Nach Recherchen der WESTFALENPOST kannten sich das Opfer und der Tatverdächtige aber: Der 59-jährige Gütersloher war mit der Schwester des 53-jährigen Hageners verheiratet. Die Beziehung ist aber wohl in die Brüche gegangen. Darüber soll es am Montag zum Streit gekommen sein, der letztlich in der tödlichen Messerattacke auf den 53-Jährigen endete.

Nach der Tat muss der 59-Jährige in großem Tempo über die Autobahn nach Gütersloh gereist sein. Der erste Notruf bei der Polizei aus der Dickenruchstraße in Haspe ging um 16.25 Uhr ein. Schon um 17.40 Uhr stellte er sich bei der Polizei in Gütersloh. Schon außerhalb der Berufsverkehr wäre für diese Strecke eine gute Stunde einzuplanen.

Tatwaffe noch nicht gefunden

Die Tatwaffe ist bislang noch nicht gefunden worden - weder am Tatort noch im Fahrzeug des 59-Jährigen. Ob er es auf der Strecke zwischen Hagen und Gütersloh entsorgt hat, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Sowohl der Tatverdächtige (Serbien) als auch das Opfer (Kosovo) stammen aus dem früheren Jugoslawien, sollen aber schon lange in Deutschland leben.

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