Diakonie

Nach Sanierung: Freizeitheim in Hohenlimburg wird Hilfepunkt

Neue Bewohner im Freizeitheim Hohenlimburg Holthausen: Ein Teil des Teams der Evangelischen Jugendhilfe vor dem neuen Büro. V.l.Beate Ettemeyer, Dunja Friske, Eileen Petig und Gruppenleiter David Philipps. 

Neue Bewohner im Freizeitheim Hohenlimburg Holthausen: Ein Teil des Teams der Evangelischen Jugendhilfe vor dem neuen Büro. V.l.Beate Ettemeyer, Dunja Friske, Eileen Petig und Gruppenleiter David Philipps. 

Foto: Marcel Krombusch

Holthausen.   Aus dem ehemaligen Freizeitheim Holthausen hat die Evangelische Jugendhilfe einen besonderen Hilfepunkt für Eltern gemacht.

In den Fluren riecht die frische Farbe, die Böden und Wände noch blank und neu. Seit wenigen Wochen erstrahlt das Freizeitheim Holthausen in neuem Glanz.

Das Gebäude wurde zuletzt umfassend saniert und wird mit einer Feier am 5. Juli offiziell eröffnet. Schon jetzt herrscht aber viel Betrieb in dem Haus: Denn vor kurzem sind mehrere alleinerziehende Mütter und Familien in den neuen Wohnraum eingezogen. Insgesamt sechs Wohnungen stehen hier zur Verfügung, als Bestandteil für den „WohnRaum Mutter-Vater-Kind“ der Evangelischen Jugendhilfe Hagen-Iserlohn.

„Training“ für Zusammenleben

„Wir hatten schon länger nach einer Immobilie für zusätzlichen Wohnraum gesucht“, sagt Vanessa Broschat, zuständige Abteilungsleiterin der evangelischen Jugendhilfe. Neben dem Gebäude in Holthausen betreibt die Jugendhilfe ähnliche Einrichtungen bereits in Witten und Iserlohn.

Das Angebot richtet sich an Eltern mit psychischen und körperlichen Einschränkungen sowie Lern- oder geistiger Behinderung. Mit Anderen sollen sie in dem gemeinsamen Wohnumfeld lernen, auf Dauer eigenständig mit ihren Kindern zu leben.

Eine Art „Training“ für das Zusammenleben in der Familie – einschließlich Förderangeboten etwa zur Organisation des eigenen Haushalts und der richtigen Kinderernährung. „Dazu gibt es einen halbjährigen Hilfeplan der regelmäßig gemeinsam mit dem Jugendamt überprüft wird“. Der Bedarf sei groß, sagt Broschat. Und Erfahrungen aus der Einrichtung in Iserlohn zeigen, dass langfristig durchaus viele betreute Eltern in ein selbstständiges Familienleben geführt wurden: „Die Erfolgsquote in Iserlohn liegt bei etwa 80 Prozent.“

Aber: Trotz allem seien Erkrankungen wie Traumata und Depressionen nicht von einem Tag auf den nächsten geheilt. „In den Einrichtungen leben auch Menschen, die mittel- bis langfristig zur Betreuung bei uns bleiben.“

Feste Zeiten

Am Bedarf der Kinder richtet sich der Tagesablauf im Haus aus. Nach festen Zeiten zum Aufstehen und Frühstück werden die Kinder in Schule, Kindergarten oder zur Betreuung gebracht. Nachmittags gebe ich weitere Förderangebote für Eltern und Kindern.

Für eine Rundum-Betreuung bietet das Freizeitheim nach der Sanierung nun gute Bedingungen: Neben den sechs Wohnungen sind Büroräume für Mitarbeiter der Jugendhilfe geschaffen worden. Es gibt Gemeinschaftsräume und Spielräume für die Kinder. Zudem erhielt das Haus neue Fenster und Türen. Auch das Dach wurde neu gedeckt und ein neues, helles Farbkonzept sorgt für einen offenen Gesamteindruck.

„Auch die ersten Kontakte mit der Kirchengemeinde, den Nachbarn waren sehr positiv“, sagt David Philipps, Gruppenleiter des neuen Wohnraums in Holthausen.

Und die neuen Bewohner haben sich bereits gut eingelebt, wie Jaqueline Zißhow erzählt. Gemeinsam mit ihrem Sohn hat die junge Mutter vor wenigen Wochen eine Wohnung in dem frisch renovierten Freizeitheim bezogen. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt sie. Zißhow wohnte zuvor in der Einrichtung in Iserlohn und ist aus persönlichen Gründen nun in das Haus in Holthausen gezogen. „Als mein Sohn den ersten Abend hier in das Haus kam, wollte er direkt alles anschauen“, sagt sie. „Er geht hier gerne an den Bach und in den Kindergarten.“

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