Klassenfahrt

Nackte Frau versetzt Schüler an Jugendherberge in Panik

Vier Rettungswagen fuhren an der Jugendherberge vor.

Vier Rettungswagen fuhren an der Jugendherberge vor.

Foto: Alex Talash

Eppenhausen.   Sieben Schüler wurden von ihren Eltern nach Hause geholt, nachdem die Kinder nahe der Jugendherberge Hagen eine nackte Frau beobachtet hatten.

Eine nackte Frau hat am Mittwochabend Schüler einer Gesamtschule aus Recklinghausen in der Hagener Jugendherberge in Panik versetzt. Die Lehrer wussten sich nicht anders zu helfen, als die Polizei und später den Notarzt zu alarmieren. Sieben Kinder wurden noch in der Nacht von ihren Eltern abgeholt, zu Schaden kam allerdings niemand.

Die Siebtklässler der Gesamtschule Suderwich befanden sich auf Klassenfahrt in Hagen. Einige von ihnen spielten gegen 19 Uhr auf dem Außengelände der Jugendherberge, als sie eine nur mit einer Unterhose bekleidete Frau beobachteten, die zwischen den Bäumen hinter dem Gebäude herspazierte. Nachdem sie ihren Lehrern den Vorfall geschildert hatten, riefen diese die Polizei. Die Beamten suchten die Umgebung ab, konnten aber niemanden ausfindig machen.

Beamten liegt Video vor

Allerdings geht die Hagener Polizei davon aus, dass es sich bei der Beobachtung nicht um ein Hirngespinst oder eine Scherz handelte, da auf Emst schon verschiedentlich eine Nacktgeherin gesichtet wurde – einmal sogar von zwei Polizisten. Auch ein Video, das die Frau beim Spazierengehen zeigt, liegt der Polizei vor. „Die Identität der Person ist uns aber nicht bekannt“, so Polizeisprecher Ulrich Hanki.

Die Lage an der Jugendherberge beruhigte sich, nach Abendessen und Zähneputzen gingen die Schüler ins Bett. Offenbar müssen sie sich dann Schauergeschichten über die Frau erzählt haben. Was sie sich zusammenfantasierten und warum sich die Situation bis zur Panik hochschaukelte, ist unklar, jedenfalls erschienen mehrere Schüler gegen 22 Uhr aufgelöst in der Lobby des Hauses. „Es muss sich eine Dynamik entwickelt haben, die nicht mehr einzufangen war“, so Maike Braun vom Deutschen Jugendherbergswerk in Hagen.

Klassenfahrt endet am Freitag

Die Lehrer riefen daraufhin den Notarzt herbei, der mit vier Rettungswagen im Gefolge in der Herberge erschien. „Die Kinder wurden betreut und beruhigt, weitere medizinische Maßnahmen waren nicht erforderlich“, so Veit Lenke, Leiter der Hagener Feuerwehr.

Trotzdem wurden sieben Kinder noch in der Nacht von ihren Eltern abgeholt und mit nach Hause genommen. Die übrigen 14 Schüler der Klasse dagegen gingen zu Bett und setzten ihre Klassenfahrt am Donnerstag mit einem geplanten Ausflug fort. Der stellvertretende Schulleiter Thorsten Ide sagte der Recklinghäuser Zeitung: „Wir gehen davon aus, dass es sich um eine erfundene Geschichte pubertierender Mädchen handelt.“ Die vier Lehrer vor Ort seien ihrer Sorgfaltspflicht vollständig nachgekommen. Es gebe sogar eine Dienstanweisung, in Fällen wie diesen den Rettungsdienst zu rufen.

Am heutigen Freitag endet die Klassenfahrt mit der Rückkehr nach Recklinghausen. Eine zweite siebte Klasse der Gesamtschule, die ebenfalls in der Jugendherberge übernachtete, war von den Geschehnissen nicht betroffen.

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