Nächste Enttäuschung am alten Schlachthof

Wehringhausen.   Udo Sommerkamp und Markus Schmidt sind nicht nur stinksauer. Sie sind auch zutiefst enttäuscht. Die beiden Gastronomen wollten aus dem alten Veterinäramt auf dem ehemaligen Schlachthofgelände in Wehringhausen einen Rockclub machen (wir berichteten). Sie hatten schon mit der Entkernung des Gebäudes angefangen, haben Tausende Euro ins Projekt gesteckt. Doch wie so oft in der Vergangenheit läuft auf dem Schlachthofgelände mal wieder alles nicht so, wie der Grundstücksbesitzer es den gutgläubigen Mietern verspricht.

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Udo Sommerkamp und Markus Schmidt sind nicht nur stinksauer. Sie sind auch zutiefst enttäuscht. Die beiden Gastronomen wollten aus dem alten Veterinäramt auf dem ehemaligen Schlachthofgelände in Wehringhausen einen Rockclub machen (wir berichteten). Sie hatten schon mit der Entkernung des Gebäudes angefangen, haben Tausende Euro ins Projekt gesteckt. Doch wie so oft in der Vergangenheit läuft auf dem Schlachthofgelände mal wieder alles nicht so, wie der Grundstücksbesitzer es den gutgläubigen Mietern verspricht.

Das Schlachthofgelände gehört der MAB Grundstücksgesellschaft aus Hamburg. Dort verantwortlich ist Michael Frank (die Firma läuft über den Namen seiner Frau). Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Frank, dass er das Gelände im Rahmen eines Immobiliendeals in Berlin habe mitkaufen müssen, um ein anderes Grundstück in der Hauptstadt zu bekommen. Vorbesitzer war die „IVB Societá Immobiliare (IVB)“ mit ihrem kaum greifbaren Besitzer Karl-Heinz Krutz, der das Gelände nach etlichen hochtrabenden Ankündigungen und Rechtsstreitigkeiten in Hagen einfach nur vergammeln ließ. Der neue Besitzer Michael Frank ist da wesentlich greifbarer. Von seinen Versprechungen wie einem Café, einem Veranstaltungssaal und dem besagten Rockclub, den Udo Sommerkamp und Markus Schmidt betreiben wollen, ist aber seit zwei Jahren auch noch nichts zu sehen.

„Unsere Idee liegt im Koma wegen Herrn Frank“, sagt Udo Sommerkamp, „wir kommen hier nicht weiter, weil er keine seiner Versprechungen hält und einfach nichts tut.“ Sommerkamp und Schmidt haben nicht nur ihren Club im alten Verwaltungsgebäude geplant, sondern hatten auch für die anderen Flächen in dem Bau bereits für eine Vermietung gesorgt. Unter anderem ein Tätowierstudio und eine Tapasbar sollten kommen. Die Betreiber seien wegen der Untätigkeit des Besitzers längst abgesprungen.

Stadt agiert höchst flexibel

„Baubehörde, Feuerwehr und sogar Baudezernent Thomas Grothe sind höchst flexibel gewesen und haben alles dafür getan, damit wir hier schnell ein geiles Projekt an den Start bringen können. Stattdessen haben wir Tausende Euros hier reingesteckt und nichts passiert“, sagt Sommerkamp.

Die Gastronomen haben einen Bauantrag eingereicht, der eigentlich längst genehmigt sein könnte. Sie sind aber davon abhängig, dass Frank eine sogenannte Baulast-Sicherung für Stellplätze eintragen lässt, wie Baudezernent Thomas Grothe erklärt. „Herr Frank ist jetzt am Zug, er muss die Dinge liefern, die wir ihm schon mitgeteilt haben, damit es weitergehen kann.“

Frank sagt hingegen, „dass es eine Reihe von Problemen“ gebe, die dadurch entstehen, dass ihm mit der Schlachthofstraße eine gewidmete, also öffentliche Straße verkauft worden sei. Bei der Diskussion gehe es unter anderem um Zufahrtsrechte (auch für den Metzger Wunderlich, der in einem der Torbögen Räume für seinen Betrieb bei der Deutschen Bahn anmietet und vor dem Oberlandesgericht feststellen ließ, dass die Schlachthofstraße öffentlich ist), um Gebühren für Niederschlagswasser und eben auch um Stellplatz-Flächen. Frank auf WP-Nachfrage: „Ich möchte meine Pläne am Schlachthof durchziehen, werde aber dabei behindert.“ In Bezug auf Udo Sommerkamp und Markus Schmidt sagt er: „Ich habe für die Herren schon mehr gemacht, als ich ohne Bauantrag eigentlich durfte.“

Anwalt eingeschaltet

Das sehen Sommerkamp und Schmidt gänzlich anders und haben den Anwalt für Mietrecht Ralf Künne eingeschaltet. Künne sagt: „Wir verlangen, dass der Mietvertrag erfüllt wird. Bislang ist das Objekt von Herrn Frank nicht so zur Verfügung gestellt worden wie vereinbart.“ Udo Sommerkamp und Markus Schmidt beschreiten also den Klageweg gegen Frank und wollen dabei auch Schadensersatzansprüche geltend machen. „Dieser Mann erzählt so viel, und nichts wird gemacht. Ich glaube, hier werden einfach nur Mieten einkassiert. Die Entwicklung des Geländes ist ihm genau so egal wie dem Vorbesitzer“, sagt Udo Sommerkamp.

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