Engagement

Nähwittchen aus Breckerfeld handarbeiten für guten Zweck

Der harte Kern der Nähwittchen: Kiki Skrzypek, Angelika Brüggemann, Gisela Senger und Susanne Eitzert (vl.)

Foto: Michael Kleinrensing

Der harte Kern der Nähwittchen: Kiki Skrzypek, Angelika Brüggemann, Gisela Senger und Susanne Eitzert (vl.) Foto: Michael Kleinrensing

Breckerfeld.  Sängerinnen aus dem Gospeltrain handarbeiten für den guten Zweck. Und geben dabei dem Weihnachtsmarkt in Breckerfeld mehr Flair.

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„Nähwittchen“ steht auf der Karte, die an der Tür hängt. „Nähwittchen“ wohnt nicht bei den sieben Zwergen und hat doch ein ganzes Team von Helfern um sich geschart. Angelika Brüggemann, Gisela Senger und Kiki Skrzypek – allesamt Mitglieder im Gospeltrain – sind Teil des harten Kerns, der gemeinsam mit „Nähwittchen“ so viel Gutes schafft.

Das Zimmer hinter der „Nähwittchen“-Tür gehört Susanne Eitzert. Es ist so etwas wie ihre gute Stube. Hier entsteht Gutes in doppelter Hinsicht. Denn Qualität und Zweck sind es, die dieses Prädikat verdienen. „Nähwittchen“ lässt hier Mützen, Hüte, Handschuhe, Schals und Socken entstehen. Und weil diese selbstgemachten, diese besonderen Waren auf dem Breckerfelder Weihnachtsmarkt in Bares umgesetzt werden, profitieren Menschen, die nicht auf der Sonnenseite stehen. Der Erlös des Verkaufs ist alljährlich für soziale Projekte bestimmt.

Handgearbeitetes im Trend

Die vier Damen, die die Leidenschaft zum Handarbeiten verbindet, haben so einen Spruch: „Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt.“ Und trotzdem zieht die Produktion in den guten Stuben von Angelika Brüggemann, Gisela Senger, Kiki Skrzypek und Susanne Eitzert dieser Tage noch einmal an. Drei Tage Weihnachtsmarkt, viele Besucher rund um die Evangelische Jakobuskirche. „Da braucht man schon ein gewisses Sortiment“, sagt Gisela Senger.

Eines, das ausschließlich aus Unikaten besteht und das so gar nichts gemein hat mit der Massenware, die unter zweifelhaften Umständen in Fernost produziert und zum Start in die kalte Jahreszeit bei Textil-Discountern in verschiedensten Größen feilgeboten wird. Und damit bedienen die vier Gospel-Sängerinnen einen Trend: Handgearbeitetes wird immer mehr nachgefragt.

Vor fünf Jahren nahm Projekt seinen Anfang

„Man merkt das auch daran, dass Geschäfte expandieren und die Zahl der Zeitschriften, die das Thema aufgreifen steigt“, sagt Angelika Brüggemann. „Wir verwenden fast ausschließlich hochwertige, biozertifizierte Stoffe und Wolle. Handschuhe oder Socken, die wir verkaufen, halten Finger und Füße wirklich warm.“

Vor gut fünf Jahren nahm das Projekt „Weihnachtsmarkt“ für die Chormitglieder seinen Anfang. „Irgendwie haben wir gesehen, dass sich mehr und mehr Fressbuden und Trinkstände rund um die Kirche ausbreiten und dass das Ursprüngliche, das ja so einen Markt ausmacht, immer mehr an Bedeutung verliert“, sagt Susanne Eitzert, „da haben wir selbst beschlossen, dagegen etwas zu unternehmen.“

Die Stadt hat zu dieser Zeit noch Plätze zu vergeben. Das Industrie-Museum Ennepetal vermietet eine Hütte. Und so stehen Angelika Brüggemann, Gisela Senger, Kiki Skrzypek, Susanne Eitzert und ihre zwölf Helfer seither im durchorganisierten Schichtbetrieb gegenüber dem Melanchthon-Haus. „Dabei“, sagt Susanne Eitzert, „geht es uns ja nie darum, möglichst viel Geld zu verdienen. Der Spaß steht im Vordergrund. Man trifft sich auf dem Weihnachtsmarkt, man kennt die Menschen. Und denjenigen, die Interesse haben, geben wir gerne ein paar Tipps. Unseren Stundenlohn rechnen wir besser nicht aus…“

Die Messe „Creativa“ in Dortmund zeigt im Frühjahr Trends auf und liefert Ideen. Die besuchen die vier Sängerinnen aus Breckerfeld gemeinsam. Zu Hause wird genäht, gestrickt und gehäkelt. Zu Hause und in den Pausen der Chor-Proben. „Bringt die Sachen ruhig mit, dann seid ihr wenigstens ruhig“, hat der Chorleiter einst mit einem Augenzwinkern verfügt.

Armstulpen seit Jahren gefragt

Boshi-Mützen, knallbunt und gehäkelt, waren einmal der Renner. Armstulpen sind seit Jahren gefragt. Überzieher, die die halbe Hand und den Unterarm vor Kälte schützen. „Wenn der Puls warm ist, frieren auch die Finger nicht so schnell“, sagt Gisela Senger über die „halben“ Handschuhe, die Marktfrauen nutzen, um auch im Winter die Einnahmen noch zählen zu können und die der jungen Generation ermöglichen, auch bei Kälte noch Nachrichten auf dem Smartphone zu tippen.

„Nähwittchen“ und ihr Team haben auch diesen Trend erkannt. Und bis zum zweiten Adventswochenende sind es noch ein paar Produktionstage. Für Armstulpen und andere warme Besonderheiten.

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