Bauen

Neubau: Baulücke im Breckerfelder Ortskern wird geschlossen

Zwischen Neue Straße und Ostring in Breckerfeld wird eine Baulücke geschlossen. Investoren aus dem Ort bauen ein Wohn- und Geschäftshaus.

Zwischen Neue Straße und Ostring in Breckerfeld wird eine Baulücke geschlossen. Investoren aus dem Ort bauen ein Wohn- und Geschäftshaus.

Foto: Jens Stubbe

Breckerfeld.  Investoren aus Breckerfeld bauen im Ortskern ein neues Wohn- und Geschäftshaus. Eine Baulücke zwischen Neue Straße und Ostring wird geschlossen.

Eine der auffälligsten Baulücken im Breckerfelder Ortskern wird gerade geschlossen. Die Maurerarbeiten auf dem Grundstück zwischen Neue Straße und dem Alten Ostring haben begonnen. An jener Stelle, an der lange Jahre ein sanierungsbedürftiges Fachwerkhaus stand, entsteht nun ein Neubau, ein Wohn- und Geschäftshaus, das moderne Standards erfüllt.

Zwei Breckerfelder Investoren, die namentlich nicht öffentlich genannt werden wollen, haben das nur 220 Quadratmeter große Grundstück an der postalischen Adresse Neue Straße 15 erworben. Sie bauen ein insgesamt dreigeschossiges Gebäude plus Dachgeschoss in den Hang hinein.

Dachterrassen zum Ostring hin

In Richtung Osten entstehen Dachterrassen, so dass die Geschosse gestaffelt abfallen. „Insbesondere vom Ostring aus sind ja alle drei Geschosse sichtbar“, erklärt einer der Bauherren gegenüber unserer Zeitung. „Wir wollen nicht, dass der Neubau wie ein Klotz wirkt. Er soll sich in die vorhandene Bebauung einfügen.“

Im Untergeschoss des Neubaus soll Raum für eine Arztpraxis entstehen. Darüber sind zwei barrierefreie Wohnungen vorgesehen, die über einen Fahrstuhl zu erreichen sein werden. „Daneben beachten wir natürlich die gültige Ortssatzung, die beispielsweise einen höheren Neubau untersagt“, so der Investor. Aufgrund der Enge des Grundstücks und der technischen Anforderungen sei ein Neubau an dieser Stelle durchaus eine Herausforderung.

Lange Diskussionen um denkmalgeschütztes Fachwerkhaus

Um das historische Gebäude, das mehr als 100 Jahre an der Neue Straße stand, hatte es vor dem Abriss lange Diskussionen gegeben. Weil das Haus seit 1985 auf der Denkmalliste stand, durfte es zunächst nicht einfach abgerissen werden. Bereits 2014 hatte sich der Eigentümer dafür stark gemacht, dass marode Gebäude, in dem zuletzt eine ältere Dame mit zahlreichen Katzen in kaum vorstellbaren Zuständen gehaust hatte, wieder aus der Liste zu streichen. Das Gebäude sei so marode, dass eine wirtschaftliche Sanierung nicht möglich sei, argumentierte er damals.

Obwohl auch der EN-Kreis Zweifel an der Standfestigkeit des Gebäudes hegte, lehnte der Landschaftsverband-Westfalen Lippe (LWL) ab. Trotzdem reichte der Eigentümer 2016 einen Abbrucheintrag beim Kreis ein. Die Stadt Breckerfeld hatte keine Bedenken. Doch der LWL stellte sich erneut quer. Der Kreis hingegen sah die Situation als so dramatisch an, dass er das Haus sperrte.

Eigentümer klagt vor dem Verwaltungsgericht

Ein dritter Anlauf erfolgte 2017: Diesmal klagte der Eigentümer vor dem Verwaltungsgericht. Vor einem Urteil forderten die Richter den LWL auf, gutachterlich zu klären, welche Gebäudeteile geschützt werden müssten. Weil das Haus aber nicht mehr betreten werden durfte, konnte es auch kein Gutachter betreten. So teilte der LWL im September 2017 mit, dass man die weiteren Entscheidungen der Stadt und des Kreises hinnehmen werde.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben