Vorhalle

Neue Hoffnung für Einkaufszentrum in Hagen-Vorhalle

Nahe der Feuerwache soll das Einkaufszentrum entstehen.

Nahe der Feuerwache soll das Einkaufszentrum entstehen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Vorhalle.  Trotz der Einwände aus den Nachbarkommunen hält die Stadt Hagen am Bau eines Einkaufszentrums in Vorhalle fest. Es liegt ein neues Gutachten vor.

Der Stadt Hagen liegt ein neues Einzelhandelsgutachten für die Errichtung eines Einkaufszentrum in Vorhalle vor. „Wir sind derzeit dabei, es gemeinsam mit dem Investor auszuwerten“, möchte Hagens Baudezernent Henning Keune noch keine Details der Expertise verraten. Zugleich kündigte er an, nach der Analyse des Gutachtens noch einmal das Gespräch mit der Nachbarstadt Wetter zu suchen, um vielleicht doch auf außergerichtlichem Wege zu einem Einvernehmen in Sachen Einkaufszentrum zu kommen.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hatte das vereinfachte Bebauungsplanverfahren für das Vorhaller Einkaufszentrum an der Ophauser Straße im Dezember per Eilverfahren gestoppt. Damit kann dort aufgrund einer Normenkontrollklage der Stadt Wetter bis zur Entscheidung im Hauptverfahren keine Baugenehmigung erteilt werden.

Die Stadt Wetter hatte sich an die Justiz gewendet, da sie durch die neue Konkurrenz erhebliche Einbußen für den eigenen Einzelhandel befürchtet. Dabei richtet sich die Klage nicht grundsätzlich gegen das Nahversorgungszentrum, sondern gegen dessen geplante Größe. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es negative Auswirkungen auf den zentralen Versorgungsbereich in Alt-Wetter gebe. Die Stadt Herdecke unterstützt das Vorgehen, denn auch sie befürchtet Verluste für ihren Einzelhandel.

Rat gibt grünes Licht

Wetter und Herdecke hatten dem Projekt schon im Regionalen Einzelhandelskonzept östliches Ruhrgebiet, in dem sich Kommunen und Institutionen zwecks Abstimmung bei Großprojekten zusammengeschlossen haben, ihre Zustimmung verweigert. Die Bezirksvertretung Nord und der Hagener Stadtrat gaben dennoch grünes Licht, woraufhin Wetter den Klageweg beschritt.

Vorgesehen ist, dass im Bereich Revel-/Ophauser Straße der bestehende, aber in die Jahre gekommene Aldi-Markt leergezogen und durch einen größeren Neubau (1220 qm) ersetzt werden soll. In die Discounter-Immobilie sollen stattdessen eine Drogerie (720 qm) sowie ein weiterer Fachmarkt (120 qm) einziehen. Außerdem ist auf dem Areal ein Edeka-Vollsortimenter (1620 qm) mit Café und Back-Shop vorgesehen, wie er in ähnlicher Form auf dem Boeler Marktplatz zu finden ist. „Wir brauchen dieses Einkaufszentrum, um die Nahversorgung in Vorhalle zu sichern“, so Bezirksbürgermeister Heinz-Dieter Kohaupt.

Im Hagener Rathaus wird derzeit aber nicht nur über die neue Verträglichkeitsanalyse diskutiert, sondern auch, ob es Sinn macht, das Einkaufszentrum mit einem neuen Bebauungsplanverfahren, das dann nicht mehr in vereinfachter Form, sondern als vollwertiges Genehmigungsverfahren laufen würde, auf den Weg zu bringen.

Ein solcher Bebauungsplan könnte, in Verbindung mit der entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplans, frühestens Anfang 2021 zum Tragen kommen. In jedem Fall sollen vorweg Gespräche mit den Nachbarstädten geführt werden.

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