Wissenschaft

Neues Buch vereint Experimente mit Abenteuer-Geschichte

Der Fakir-Effekt: Ein Luftballon auf vielen Nadeln wird nicht Platzen.

Der Fakir-Effekt: Ein Luftballon auf vielen Nadeln wird nicht Platzen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Der Hagener Joachim Hecker hat ein neues Buch geschrieben. Darin kombiniert er eine Abenteuer-Geschichte mit spannenden Experimenten.

Das Labor ist diesmal das Wohnzimmer. Und in dem sitzt er – Hecker, der Hexer – vor der Kamera seines Tablets.

Heute zaubert er quasi virtuell. Zumindest für die Kinder, die im Fundus-Theater in Hamburg gerade an einem Projekt teilnehmen und am anderen Ende der Skype-Leitung sitzen. Sie haben ein Budget und dürfen ein eigenes Bühnen-Programm zusammenstellen. Joachim Hecker, der Wissenschaftsredakteur aus Hagen, der mit seiner Experimentier-Show zuletzt sogar in Thailand auf Tournee war, gibt ein paar Kostproben.

Schnee spurdelt aus einem Wasserglas

Schnee sprudelt aus einem Glas, einen brennenden Handschuh löscht Joachim Hecker unter seinem Jackett und ein 50-Euro-Schein wird Opfer der Flammen. „Oh, dumm gelaufen“, sagt Hecker und grinst, „das ist ja mal gründlich schief gegangen. Wenn mir das öfter passiert, wird’s echt teuer.“

Die Kinder aus Hamburg johlen, sie staunen, sie diskutieren die Phänomene, die sie gerade am Bildschirm verfolgt haben, und sie buchen am Ende Joachim Hecker für ihr Bühnenprogramm im März. Hecker, den 52-jährigen Familienvater, der gerade ein neues Kinderbuch herausgebracht hat, an dem auch jeder neugierige Erwachsene seine wahre Freude haben wird.

Versuche sind in eine Geschichte eingebettet

„Das Raumschiff der kleinen Forscher – Spannende Experimente zum Selbermachen“ heißt es. „Diesmal sind die Versuche eingebettet in eine Geschichte. Das unterscheidet das Buch von allen anderen Experimente-Büchern, die auf dem Markt sind“, sagt Hecker, „drei Kinder reisen mit einem Hamster in dessen Raumschiff ins Weltall, sie besuchen Sterne, die die Namen von Orten im Sauerland haben und erleben viele Abenteuer. Und diejenigen, die die Geschichten lesen, werden am Ende der Kapitel zu richtigen Forschern.“

Das Raumschiff der kleinen Forscher

Das Raumschiff der kleinen Forscher

Neugierig sein, zu forschen – das ist es, was Joachim Hecker fasziniert. Wenn der Ingenieur sein grünes Jackett, sein gelbes Hemd und die schwarze Hose anzieht, dann ist es nicht mehr weit bis zum großen Puff und lauten Peng: „Ich mag Feuer, ich mag es, wenn es knallt“, sagt er. Und: „Ich brauche keinen Laborkittel. Wissenschaft hat mit unserem Leben zu tun. Die gehört in kein Labor.“

Fehlversuche gehören beim Experimentieren dazu

Dafür ins Wohnzimmer oder in die Küche, in der Joachim Hecker mal eben demonstriert, wie man mit einer einfachen PET-Flasche das Eigelb vom Eiweiß trennen kann. Ein Experiment, das erst im dritten Anlauf gelingt. Aber das gehört eben auch dazu.

„Kinder, die experimentieren, begreifen Dinge im wahrsten Sinne des Wortes“, sagt Joachim Hecker, „was sie sich auf diese Weise erarbeiten, bleibt viel besser haften als all das, was sie nur in einer virtuellen Welt am Computer oder am Tablet erfahren. Man erlebt die Dinge mit allen Sinnen.“

Am Anfang steht immer ein Versuch

Am Anfang steht immer das Experiment. Und das ist die Umkehr eines Ansatzes, der im Chemie-Unterricht an vielen Schulen noch verbreitet ist. „Man muss immer vom Phänomen ausgehen“, sagt Joachim Hecker, „dann sind Kinder und Jugendliche viel eher bereit, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen.“

Phänomene sieht Hecker auch im Alltag. Und die sind die Basis für neue Experimente. Beispiel gefällig: „Auf dem Weg zur Arbeit komme ich immer an einer Galerie vorbei“, erzählt Hecker, „im Fenster waren Bilder des Künstlers Patrick Hughes ausgestellt – Kunstwerke, die sich bewegen.“ So zumindest scheint es. Hecker geht der Sache auf den Grund, schreibt den Künstler an, und der wiederum stellt ihm eines seiner Bilder für sein Buch zur Verfügung. Darin wird das Phänomen nun erklärt.

Joachim Hecker auf Forscher-Reise durch die USA

In einem Buch, das aktuell ins Thailändische übersetzt wird. Im Auftrag des Goethe-Instituts war der Hexenmeister sogar in Thailand unterwegs. „Im Mai reise ich zum zweiten Mal für drei Wochen durch die USA“, erzählt Hecker, „beim letzten Mal von Alaska bis New York, jetzt von Norden nach Süden.“ An diversen Schulen wird er mit Kindern gemeinsam experimentieren. Im Deutschunterricht, in dem Naturwissenschaftliche Inhalte eine immer größere Rolle spielen.

Dass dabei auch der ein oder andere 50-Euro-Schein drauf geht, mag wohl sein. Ein paar davon hat Hecker, der Geldverbrenner, noch in einem magischen Beutel.

>> HINTERGRUND: EXPERIMENTE IM MUSEUM

Joachim Hecker stellt sein Buch am 18. und 19. April im Jungen Museum des Osthaus-Museums vor.

Jeweils ab 11.15 Uhr experimentiert er mit Kindern und geht dabei den Geheimnissen der Kunstwerke von Patrick Hughes auf die Spur.

Die Teilnahmegebühr inklusive Eintritt liegt bei 5 Euro. Anmeldung unter 207 2740.

Weitere Informationen über Joachim Hecker und seine Arbeit gibt es hier.

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