Kultur

Neun Tänzer des Hagener Theaters wechseln mal die Seiten

Eine Szene aus der Choreografie von Amber Neumann. Im Bild (von links): Kotori Sasago, Otylia Gony, Ana Isabel Casquilho, Sara Peña, Noemi Emanuela Martone.

Eine Szene aus der Choreografie von Amber Neumann. Im Bild (von links): Kotori Sasago, Otylia Gony, Ana Isabel Casquilho, Sara Peña, Noemi Emanuela Martone.

Foto: Leszek Januszewski.

Hagen-Mitte.   Das Projekt „Junge Choreografen“ findet in diesem Jahr mit neun Ballett-Tänzern am Hagener Theater statt.

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Im vergangenen Jahr nutzten sechs Tänzerinnen und Tänzer die Gelegenheit, einmal die Seiten zu wechseln, in diesem Jahr sind es neun. „Das zeigt das große Interesse am Format ,Junge Choreographen’.

Ein Großteil des Ballett-Ensembles sieht es als Chance an, sich als Choreograf zu versuchen und sich um das komplette Konzept einer Nummer zu kümmern“, sagt Alfonso Palencia. Der noch amtierende Ballettdirektor übernimmt zwar die künstlerische Gesamtleitung, Choreografie, Kostüme, Bühnenbild und Beleuchtung liegen aber in Händen der Balletttänzer.

Gleich neun „Freiwillige“

Was in früheren Jahren mit „Platzwechsel“ beziehungsweise „Tanzlabor“ betitelt war, heißt heute schlicht „Junge Choreografen“.

Da sich aus dem zwölfköpfigen Ensemble (plus Ballettdirektor und Assistentin) gleich neun „Freiwillige“ gemeldet haben, gibt es erstmals zwei Premieren-Abende sowie jeweils eine Zweitvorstellung. Bei der Premiere von Akt I werden dem Publikum fünf Nummern präsentiert, bei Akt II vier Einlagen.

Wieder auf der Hauptbühne

Was noch neu ist in diesem Jahr? „Die Veranstaltungen finden nicht im Opus, sondern wieder auf der Hauptbühne im Großen Haus statt“, sagt Theatersprecherin Ina Wragge.

„Die Stücke auf der Profibühne präsentieren zu können, ist für die jungen Choreografen eine tolle Sache und die Bedingungen sind ideal“, unterstreicht Alfonso Palencia und fährt fort: „Wenn pro Abend 250 Zuschauer kommen, sind wir glücklich.“ Der Vorverkauf für die insgesamt vier Vorstellungen sei bislang gut gelaufen.

Was die Zuschauer, die im Parkett Platz nehmen, erwartet? Abende, die durch Vielfalt geprägt sein werden, „ich habe bewusst kein Thema oder Motto vorgegeben“, betont der Ballettdirektor.

Neue Technologien und Heimat In der Choreographie von Ana Isabel Casquilho tanzen Bobby Briscoe und Noemi Emanuela Martone. Foto: Leszek Januszewski.

Die einzelnen Choreografien behandeln Themen wie Gewalt gegen Frauen, neue Technologien, Wahrnehmungen, Beziehungen oder Heimat.

In Akt I wechseln die Tänzerinnen beziehungsweise Tänzer Goncalo Martins da Silva, Noemi Emanuela Martone, Alexandre Démont, Amber Neumann und Ana Isabel Casquilho die Seiten, sprich, werden zu Choreografen.

Stück von Frauen für Frauen

Alexandre Démont hat die Musik zu seiner Nummer „Title here“ selbst komponiert, Amber Neumann macht zum ersten Mal bei dem Projekt mit und singt und spielt Gitarre in ihrem Stück von Frauen für Frauen.

Die Botschaft der jungen Amerikanerin lautet „Wir Frauen sind da und wir sind wichtig.“

In Akt II präsentieren die Choreografen Serena Landriel, Sara Pena, Gennaro Chianese und Bobby Briscoe ihre konzipierten Nummern.

Erstmals beim Platzwechsel dabei sind Serena Landriel, die ihre Choreografie mit Techno-Musik unterlegt, und Gennaro Chianese, der die Themen Individuen und Veränderungen auf der Bühne vereint.

Die Choreografie von Tänzer Bobby ­Briscoe kann umschrieben werden mit „Pop-Ballett trifft ­Mode“. Die Tänzerinnen und Tänzer tragen auf der Bühne, die zum Catwalk mutiert, Kostüme, die die Boutique ­Sören zur Verfügung gestellt hat.

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