Autosalon

Ohne verkaufsoffenem Sonntag: Hagener Autosalon vor dem Aus

Die Leistungsschau der Kfz-Branche fällt in diesem Jahr aus. Ob es jemals wieder einen Autosalon mit verkaufsoffenem Sonntag geben wird, bleibt fraglich. 

Die Leistungsschau der Kfz-Branche fällt in diesem Jahr aus. Ob es jemals wieder einen Autosalon mit verkaufsoffenem Sonntag geben wird, bleibt fraglich. 

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Ohne verkaufsoffenen Sonntag fehlt dem Hagener Autosalon die Resonanz. Deshalb droht der Traditionsveranstaltung in der City das Aus.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Mit dem dringenden Appell an die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, ihre kompromisslose Haltung zu verkaufsoffenen Sonntagen in Hagen zu überdenken, hat die Kraftfahrzeuginnung Hagen/EN am Mittwoch noch einmal unterstrichen, dass die heimische Branche sich in diesem Jahr sehr gerne wieder im Rahmen eines dreitägigen Autosalons von Freitag bis Sonntag (31. August bis 2. September) mit Shopping-Angebot präsentiert hätte.

„Mit 13 Partnern ausschließlich aus Hagen hätten wir etwa 180 bis 200 Modelle vorgestellt“, bedauert Organisator Gunter Bathe, dass die attraktive Veranstaltung („Die größte dieser Art in Westfalen“) mit regionaler Strahlkraft in Hagen offenbar keine Zukunft mehr hat.

Zukunft des Hagener Autosalons hängt an der Ausgabe 2019

Nach der kurzfristigen Absage des verkaufsoffenen Sonntags im Vorjahr und der erneuten Pleite 2018 lässt Kfz-Innungsobermeister Detlef Peter Grün für die Zukunft keinen Zweifel: „Wenn wir für den Autosalon 2019 nicht rechtzeitig ein hundertprozentiges ,Go’ bekommen, ist für uns diese Veranstaltung gestorben.“

„Der Autosalon und der verkaufsoffene Sonntag haben sich immer gegenseitig belebt“, geht Bathe davon aus, dass zuletzt vor allem an den Sonntagen sich bis zu 100 000 Besucher auf den Weg in die Hagener Innenstadt gemacht haben, um einen Stadtbummel mit neugierigen Blicken auf die polierten Bleche zu kombinieren. Dabei hätte die Kfz-Innung seit der Premiere im Jahr 1986 regelmäßig echte Attraktionen wie seltene Oldtimer, Formel-1-Boliden, Holz-Karossen, Rallye-Fahrzeuge oder auch den Film-Manta präsentiert.

Ohne verkaufsoffene Sonntage hat Hagen einen Standortnachteil

„Wer nicht wirbt, der stirbt“, bemüht Bathe ein Zitat der Autobauer-Legende Henry Ford, um zu verdeutlichen, dass Hagen auf Dauer ein erheblicher Standortnachteil entstehe, wenn die Marketingbühne der verkaufsoffenen Sonntage im Gegensatz zu den Nachbarstätten wegbreche.

Ereignis für Familien erhalten

Michael Plohmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, appelliert daher an Verdi, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung für den Einzelhandelsstandort Hagen zu respektieren: „Wir wollen gar nicht den Schutz des Sonntags generell in Frage stellen, aber ein Familienereignis bewahren.“

Ob dies im nächsten Jahr wieder gelingen kann, vermag Wladimir Tisch, Vorsitzender der federführenden City-Gemeinschaft, momentan nicht vorherzusagen. Weiterhin fehlten belastbare Zahlen, wie viele Besucher allein der Autosalon anziehe. Zudem sei das begleitende Rahmenprogramm der City-Einzelhändler zu dürftig, um einen verkaufsoffenen Sonntag genehmigt zu bekommen. Dafür müsste weitaus mehr Geld investiert werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben