Benefiz-Tour

„Oli“ radelt für die Seele der Krebspatienten

Oliver Trelenberg (2. von rechts) weiß bei seiner Deutschland-Tour moralische Begleitung aus Hagen an seiner Seite (von links): Prof. Dr. Wolfgang Timmermann, Dr. Hans-Walter Lindemann, Schirmherr Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Christoph Hambrügge, Vorsitzender des begünstigten Vereins „Engel mit Herz“.

Oliver Trelenberg (2. von rechts) weiß bei seiner Deutschland-Tour moralische Begleitung aus Hagen an seiner Seite (von links): Prof. Dr. Wolfgang Timmermann, Dr. Hans-Walter Lindemann, Schirmherr Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Christoph Hambrügge, Vorsitzender des begünstigten Vereins „Engel mit Herz“.

Foto: Stadt Hagen

Hagen.  Oliver Trelenberg ist vom Schicksal nicht verwöhnt worden. Jetzt setzt sich der Hagener für Krebspatienten ein. Für deren psychisches Wohl radelt er 3000 Kilometer.

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Er war unten, ganz unten: desolate Kindheit, Alkoholismus, Suizidversuche, Krebserkrankung. „Dieses Leben hat mich so angekotzt“, quatscht Oliver Trelenberg heute so über seine Vergangenheit wie er sie heute empfindet. Inzwischen versteht er sich als Botschafter, Mutmacher und Beispielgeber. Nicht etwa, dass ihn seine schwierige Vergangenheit heute nicht mehr einholt. Seine Vorerkrankungen schränken ihn ein, beeinträchtigen seinen Alltag, machen ihn kurzatmig und haben vor allem desaströse Spuren auf seinem Konto hinterlassen. Aber das ist für ihn eher zweitrangig: „Ich will Menschen ermutigen zu genießen, anstatt mit ihrem Schicksal zu hadern.“

Als Medium für seine Botschaft hat Trelenberg, den alle nur „Oli“ nennen, das Fahrrad entdeckt. Bereits im vergangenen Jahr machte sich der Hagener es über 4650 Kilometer für den guten Zweck im Sattel seines Fahrrades bequem, um für den Kinderhospizverein Spenden zusammenzutragen. „Mir geht es nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu vollbringen, sondern mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen meine Geschichte zu erzählen und somit um Unterstützung zu bitten.“ In diesem Jahr wird der erst jüngst gegründete Verein „Engel mit Herz“ profitieren. Er möchte durch Krebs in Armut geratenen Familien beispielsweise durch Kurzurlaube die Chance eröffnen, eine Auszeit für die Seele zu erleben.

Einschnitt in die Lebensplanung

„Das Thema Armut hat sich durch die gestiegene Lebenserwartung der Patienten verschärft“, bestätigt Dr. Hans-Walter Lindemann, Onkologe und Hämatologe am St.-Marien-Hospital und erinnerte daran, dass unser Sozialsystem bei weitem nicht alle Menschen auffängt, die nach einer Krebserkrankung nicht mehr voll erwerbsfähig sind. „Erwerbsminderung bedeutet nicht bloß einen tiefen Einschnitt in die Lebens- und Karriereplanung, sondern belastet vor allem auch die Seele der Menschen“, unterstreicht Prof. Dr. Wolfgang Timmermann, Leiter des AKH-Darmkrebszentrums, dass die Unterstützung der „Engel mit Herz“ eine wichtige Lücke schließe.

„Jemand, der dicke Brocken aus seinem Lebensweg weggeräumt hat, ist ein gutes Beispiel für andere, es ihm gleich zu tun“, würdigte Oberbürgermeister Erik O. Schulz das Engagement des 51-Jährigen, der mit seinen Aktionen auf die besonderen Belange von Krebspatienten aufmerksam machen möchte.

Auf seine etwa 3000 Meter lange Strecke möchte Trelenburg – ausgestattet von heimischen Sponsoren und mit bereits zugesicherten Übernachtungsangeboten im Gepäck – am 17. Mai aufbrechen. Auf der etwa 60-tägigen Tour geht es per Bahn zunächst nach Basel, um über den Rheinradweg in Richtung Rees zu strampeln. Von dort aus geht es nach Rheine, über den Emsradweg nach Emden, über den Nordseeküstenradweg in Richtung Hamburg, von dort aus weiter nach Stralsund sowie über Ahlbeck und Görlitz bis nach Dresden.

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