Organspende

Organspende ist für Hagenerin kein Thema für die Brechstange

Katrin Helling-Plahr sitzt für die FDP im Bundestag

Katrin Helling-Plahr sitzt für die FDP im Bundestag

Foto: Plahr

Hagen.  Die Hagener FDP-Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr will sich bei der Organspende-Entscheidung der Stimme enthalten.

Die prinzipielle Zustimmung zu Organspenden ist in Deutschland weiterhin hoch, allerdings fehlt es an der konkreten Bereitschaft. Der Bundestag soll an diesem Donnerstag über zwei gegensätzliche Gesetzentwürfe abstimmen, die auf neue Organspende-Regeln zielen. Die Hagener FDP-Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr hat bereits angekündigt, sich nach reiflicher Abwägung bei der bevorstehenden Abstimmung enthalten zu wollen.

„Täglich sterben Menschen, weil es nicht genug Spenderorgane gibt. Es ist daher wichtig, dass der Bundestag nun über eine Reform der Organspende entscheidet, wenngleich ich keinen der vorliegenden Vorschläge unterstützen kann“, betont die Liberale. „Der eine verliert sich in einer unverhältnismäßigen Maximalforderung, der andere zielt darauf ab, dass alles mehr oder weniger beim Alten bleibt.“

In den Augen von Helling-Plahr setzt die Widerspruchslösung von Gesundheitsminister Jens Spahn die Spendebereitschaft der Bürger quasi voraus: „Wenn jemand nicht proaktiv zu Lebzeiten ,Nein’ sagt, wird dies als Zustimmung zur Organentnahme gewertet. Der alternative Vorschlag will primär das Beratungs- und Informationsangebot – im Ergebnis aber nur marginal – verbessern“, skizziert die Hagener Abgeordnete die Situation.

Hagenerin vermisst Sensibilität

„Ich ganz persönlich kann der Idee einer Widerspruchslösung zwar viel abgewinnen, doch gerade bei der Organspende bedarf es besonderer Sensibilität. Das Interesse der Menschen, die auf eine Organspende angewiesen sind, muss gegen das Selbstbestimmungsrecht möglicher Spender abgewogen werden. Bevor wir mit der Brechstange vorgehen, sollten wir darauf hinarbeiten, dass jeder seine Entscheidung überhaupt dokumentiert“, fordert die Liberale.

Sinnvoll fände sie eine verbindliche Entscheidungslösung, die Bürger verpflichtet, bei einem Behördengang anzugeben, ob sie Organspender sein möchten oder nicht, so Katrin Helling-Plahr.

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