Fußball

Outfit aus Hagen soll BVB-Profis 13 Spiele begleiten

Passt perfekt: Manuel Akanji (links) und Dan-Alex Zagadou bei der Anprobe bei Søren-Fashion in Hagen. Das Modehaus ist offizieller Ausstatter des BVB.

Passt perfekt: Manuel Akanji (links) und Dan-Alex Zagadou bei der Anprobe bei Søren-Fashion in Hagen. Das Modehaus ist offizieller Ausstatter des BVB.

Foto: CRIS DAHM www.crisdahm.de

Hagen.   Søren-Fashion aus Hagen ist Ausstatter von Borussia Dortmund. Mantel, Hose und Sakko für die Champions League hat das Modehaus zusammengestellt.

Gelb steht ihnen ausgezeichnet. Erst recht, wenn sie in Jubelpose vor der Südtribüne stehen, die Hand auf das Wappen legen und an einem Trikot zerren, das eigentlich wie angegossen sitzt. Gelb, dazu die schwarze Hose, Stutzen mit Streifen abgesetzt, grün von der letzten Grätsche. Und dann sind da noch diese grell leuchtenden Schuhe. Neonfarben. Ein Kontrast, ein modisches Störfeuer am unteren Ende eines durchtrainierten Körpers . . .

„Anthrazit, Schwarz, Weiß“, sagt Rasmus Breinhild-Olsen, der selbst eine graue Hose zum weißen Hemd trägt, „in dieser Farbkombination sieht kaum jemand schlecht aus.“ Schwarz-Gelb auf dem Feld, die andere Kombination davor und danach. An den Festtagen, wenn es in der Champions League gegen die größten Vereine Europas geht. Gegen Real im königlichen Weiß, Liverpool in Rot oder Inter in Schwarz-Blau. „Es geht um eine Identität, um das Zusammengehörigkeitsgefühl und um das, was wir Dänen mit „hygge“ bezeichnen – um das Wohlfühlen.“

Seit dieser Saison ist Søren offizieller BVB-Ausstatter

Dass sie sich wohlfühlen, die Spieler von Borussia Dortmund und das große Team drumherum, das die Profis des BVB durch ganz Europa begleitet – das hat mit einem Mode-Geschäft aus Hagen zu tun. Søren-Fashion, die Boutique gegenüber dem Stadttheater, ist seit dieser Saison offizieller Ausstatter von Borussia Dortmund. Teile des Champions-League-Outfits (Mantel, Hose, Sakko – nicht das Trikot) haben die Mode-Experten aus Hagen zusammengestellt.

Dabei ist der Unterschied zwischen dem, was die Spieler auf Reisen und die Offiziellen bei den Banketten tragen, und dem, was den Schweiß auf dem Platz auffängt, so groß nicht. „Klamotten“, sagt Rasmus Breinhild-Olsen, einer von zwei Søren-Geschäftsführern, „Klamotten müssen Spaß machen. Und die Menschen, die sie tragen, müssen sich darin wohlfühlen – das gilt für einen Anzug genauso wie für ein Fußball-Trikot.“

Drei Anproben immer nach Ladenschluss

Dass sie die Anzüge des schwedischen Labels „Oscar Jacobson“ wie eine zweite Haut empfinden – daran haben Rasmus Breinhild-Olsen, Inhaber Søren Kloch und ihr Team großen Anteil. Drei Tage Anproben, immer nach Ladenschluss in der dritten Etage, um das Aufsehen in Grenzen zu halten, anpassen, nachjustieren. „Die Spieler sind zu uns gekommen“, sagt Rasmus Breinhild-Olsen, „das war sehr locker, ganz angenehm, kein Gehabe. Aber alle fanden es total schön, dass wir uns so intensiv um sie gekümmert haben.“

„Das ist für uns schon ein riesiges Projekt und irgendwie ja auch ein Aushängeschild für unsere Stadt“, sagt Rasmus Breinhild-Olsen, „darauf haben wir mehrere Jahre hingearbeitet. Damals haben wir ein Konzept entworfen. Ausgangsfrage war: Was braucht ein Mann auf einem Wochen­endtrip? Das Outfit sollte belastbar sein und auch nach einem dreistündigen Flug und Busfahrt noch perfekt sitzen und nicht knittern.“

Geschäft ist Geheimtipp abseits der Metropolen

Die Beziehung zum BVB und seinen Spielern geht weit zurück. „Mitte der 90er-Jahre ist Júlio César von Juventus Turin zum BVB gewechselt“, sagt Breinhild-Olsen, „am Tag seiner Vorstellung sollte er abends im Aktuellen Sportstudio auftreten. Allerdings war sein Koffer am Flughafen verschwunden. Da haben wir ihn für den TV-Auftritt ausgestattet.“

Bundesliga-Spieler finden privat immer wieder den Weg zu Søren Fashion in Hagen. Das Modehaus, das ständig nach neuen Labels sucht, gilt als Geheim-Tipp abseits vermeintlicher Mode-Metropolen. „Dass Prominente hier einkaufen, haben wir eigentlich nie bewusst nach außen getragen“, sagt Rasmus Breinhild-Olsen, „wir haben immer versucht, auch die Fußballprofis wie ganz normale Menschen zu behandeln.“

Einst ein Treffpunkt für Profis aus Dänemark

Als Ebbe Sand 1999 nach Schalke wechselt und auch bei den anderen Clubs im Revier viele Dänen unter Vertrag stehen, wird der Laden an der unteren Elberfelder Straße zu einem regelrechten Treffpunkt der Skandinavier.

Dänen gibt es zwei im Kader von Borussia Dortmund: Jacob Bruun Larsen und Thomas Delaney. Und die und ihr Team sollen in dieser Saison im internationalen Wettbewerb möglichst weit kommen. 13 Spiele. Darauf hofft jetzt auch Rasmus Breinhild-Olsen – der Søren-Teilhaber, dessen Herz eigentlich königsblau schlägt.

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