Verkehr

Parken in Hagen könnte bald per Smartphone bezahlt werden

Wer bald auf einem bezahlpflichtigen Parkplatz sein Auto abstellt, muss nicht mehr zwangsläufig einen Automaten zum Bezahlen nutzen. Das geht nämlich künftig auch per App.

Wer bald auf einem bezahlpflichtigen Parkplatz sein Auto abstellt, muss nicht mehr zwangsläufig einen Automaten zum Bezahlen nutzen. Das geht nämlich künftig auch per App.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Stadt Hagen will das „Smartparking“ einführen. Die Gebühren fürs Parken könnten damit per Smartphone bezahlt werden. Nicht mehr mit Münzen.

An Hagens öffentlichen Parkautomaten sollen Autofahrer bald mit dem Smartphone bezahlen können. Dabei will die Verwaltung auf den Anbieter „Smartparking“ setzen, der auf seiner Plattform alle großen Anbieter bündelt.

Ein entsprechender Vertrag soll zwischen der Kommune und dem Unternehmen geschlossen werden – so hat es die Verwaltung vorgeschlagen und die Politik beschlossen. Nutzer könnten künftig einfach eine App auf ihrem Handy in­stallieren, ihr Auto auf einem bezahlpflichtigen Parkplatz abstellen und dann eine entsprechende Parkzeit buchen.

„Smartparking ist unter anderem in den Metropolen Köln, Berlin und Hamburg aktiv“, sagt Thomas Lichtenberg, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, „wir sind eine der ersten kleineren Kommunen, die auf ein solches System setzen. Das ist auch gut für das Image der Stadt und wird unserer Rolle als Oberzentrum gerecht.“

Dadurch, dass man auf einen Anbieter setze, der diverse App-Betreiber, die sich auf dem Markt tummeln, bündele, könne man auf ein umfangreiches Vergabeverfahren verzichten. Und: Autofahrer, die bereits eine der gängigen Apps aufgespielt haben, können mit dieser unter der Dachmarke „Smartparking“ buchen, ohne eigens eine neue Anwendung herunterladen zu müssen. „Letztlich bietet so eine App die Möglichkeit, auch dann eine Parkzeit zu buchen, wenn ich gerade kein Kleingeld parat habe“, erklärt Thomas Lichtenberg.

Verlängerung der Parkzeit bequem per Smartphone

Auch Verlängerungen der Parkzeit (bis zur erlaubten Höchstgrenze) sind künftig kein Problem mehr. „Und dafür“, so Lichtenberg, „muss man nicht den nächsten Parkscheinautomaten aufsuchen. Wer beispielsweise im Wartezimmer oder in einer wichtigen Besprechung sitzt und feststellt, das die gebuchte Parkzeit abläuft, kann diese einfach über die App weiter verlängern.“

15 Prozent wären ein Erfolg

10 bis 15 Prozent der Parker sollen, so die Vorstellung der Verwaltung, künftig das neue App-Angebot nutzen. „Das wäre aus unserer Sicht ein Erfolg“, so Thomas Lichtenberg. Weil die App die Daten direkt in das neue System der Stadt Hagen überspielen, bekommen Politessen einen Hinweis, sobald sie ein vermeintlich falsch parkendes Auto erfassen wollen, dessen Fahrer eine Parkzeit über die App gebucht hat. „Wir werden den App-Nutzern wohl trotzdem empfehlen, ein Schild gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe zu legen. Das macht es für alle Beteiligten einfacher.“

Stadt hätte keine Kosten

Kosten entstehen der Stadt nicht. Eine Beschilderung der Parkautomaten übernimmt der Anbieter. Einzige Voraussetzung (kein Scherz): Oberbürgermeister Erik O. Schulz muss bereit sein, sich mit Ole von Beust, einst erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg und heute Geschäftsführer von Smartparking, fotografieren zu lassen.

So funktionieren Bezahlen und Kontrolle technisch


Die Parkautomaten müssten nicht umgerüstet werden. Sie würden mit einem Aufkleber versehen, der deutlich macht, dass Hagen am System teilnimmt.

Das Buchen der Parkzeit funktioniert über eine der Apps, die bei Smartparking gebündelt sind (Beispiel: „Smart Parking“). Bezahlt wird online. Die Kontrollgeräte der Politessen werden aktuell mit gebuchten Parkzeiten aus der App synchronisiert, so dass Politessen wissen, dass man Smartparking nutzt.

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