Politik

Breckerfelder Parteien wollen nicht mit AfD zusammenarbeiten

Die AfD will bei der Kommunalwahl auch in Breckerfeld antreten. Die anderen Parteien bezweifeln, dass die rechtspopulistische Partei genügend Kandidaten in der Hansestadt findet.

Die AfD will bei der Kommunalwahl auch in Breckerfeld antreten. Die anderen Parteien bezweifeln, dass die rechtspopulistische Partei genügend Kandidaten in der Hansestadt findet.

Foto: Peter Steffen / dpa

Breckerfeld.  Dass die AfD sicht zutraut, in Breckerfeld Kandidaten für die Wahl 2020 zu finden, überrascht die Parteien. Eine Kooperation schließen sie aus.

Die Alternative für Deutschland (AfD) will bei der Kommunalwahl im September 2020 auch in Breckerfeld antreten. Sollte sie ein Ratsmandat erringen, so schließen die etablierten Parteien schon jetzt eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen Partei aus.

„Das kommt für uns als CDU überhaupt nicht in Frage“, erklärt beispielsweise Rainer Giesel, Fraktionsvorsitzender der Union, der gleichzeitig betont, wie gut und konstruktiv man zuletzt im Stadtrat mit den anderen Fraktionen zusammengearbeitet habe. „Ich denke, wir hier in Breckerfeld brauchen da keine AfD.“ Dass die AfD bei der Europawahl mehr als neun Prozent der Stimmen in der Hansestadt geholt hat, sieht Giesel zwar mit einer gewissen Sorge, allerdings glaubt er nicht, dass sich dieses Ergebnis, welches für zwei bis drei Ratsmandate reichen könnte, ohne weiteres auf die kommunale Ebene übertragen lasse. „Da stehen doch ganz andere Dinge im Fokus.“

Probleme bei Besetzung der Wahlkreise

Verwundert ist Arno Förster (SPD), dass die AfD in Breckerfeld antritt: „Sie müssten theoretisch 14 Wahlkreise mit Kandidaten besetzen, um alle Chancen auszuschöpfen“, so Förster, „dafür sehe ich in Breckerfeld keine Grundlage.“ Die AfD habe bei der Europawahl von einem unterschwelligen, aber durchaus vorhandenem Frustpotenzial profitiert. „Aber unsere Demokratie bietet ja durchaus gute Möglichkeiten, sich einzubringen. Dafür ist das politische Spektrum hier vor Ort ausreichend.“

Noch etwas zurückhaltender zeigt sich Wolfgang Duchscherer (Bündnis 90/Die Grünen): „Wir werden das weitere Vorgehen erst einmal beobachten. Programmatische Inhalte sind ja noch lange nicht in Sicht. Auf regionaler Ebene können wir keinerlei Substanz erkennen.“

Auflösungserscheinungen im Kreistag

AfD-Erfahrungen auf Kreisebene hat Gerd Peters (Kreistags- und Ratsmitglied für die Wählergemeinschaft) bereits gesammelt. Wenn auch in überschaubarem Rahmen: „Im Kreistag hat sich die Fraktion aufgelöst“, erinnert sich Peters, „dass es durchaus ein gewisses Potenzial geben mag, hat man bei der Europawahl gesehen. Es ist aber etwas anderes, in der Kabine sein Kreuz zu machen oder mit seinem Namen und seinem Gesicht auf Plakaten für die AfD in Breckerfeld anzutreten.“

Ähnlich sieht das auch Uli Ferron (FDP), der allerdings davon berichtet, dass die AfD schon Anfang des Jahres mögliche Kandidaten, die ihren Wohnsitz in Breckerfeld haben, angesprochen habe. „Wir fürchten keine weitere politische Konkurrenz vor Ort“, so Ferron, „ich glaube auch nicht, dass unsere Wähler, für die die Freiheit des Einzelnen an erster Stelle steht, plötzlich AfD wählen. Programmatisch trennen uns Welten.“

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