Anglerurteil

Peta wirft Staatsanwaltschaft Hagen Lustlosigkeit vor

Matthias Gebehenne ist Geschäftsführer des Sportfischereivereins.

Matthias Gebehenne ist Geschäftsführer des Sportfischereivereins.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Weil sie die Ermittlungen gegen die Sportfischer eingestellt hat, wirft die Tierrechtsorganisation Peta der Staatsanwaltschaft Lustlosigkeit vor.

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Die Tierrechtsorganisation Peta hat die Entscheidung der Hagener Staatsanwaltschaft, gegen den Sportfischerei-Verein Hagen, Herdecke und Umgegend keine Anklage zu erheben, scharf kritisiert. „Weil die Staatsanwaltschaft Hagen keine Lust hat, gegen Angler zu ermitteln, lässt sie die Täter laufen“, so Dr. Christian Arleth, Justiziar bei Peta. Zudem kündigte er weitere Proteste und Maßnahmen gegen Aktionen des Fischerei-Vereins an.

Nach dem Schnuppertag des Anglervereins im vergangenen Jahr, der im Rahmen des städtischen Programms Ferienmaus in Hagen stattfand, hatte die Tierrechtsorganisation wegen Verstößen gegen das Tierschutz- und Fischereigesetz Anzeige erstattet. Peta hält Angeln grundsätzlich für Tierquälerei. Zudem sollten Kinder nicht durch Veranstaltungen wie Schnupperangeln an Tiere herangeführt werden, hieß es zur Begründung.

Aufarbeitung unverhältnismäßig

Dass keine Anklage erhoben wurde, erläuterte Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli damit, die Aufarbeitung des Sachverhalts wäre unverhältnismäßig gewesen: „Aus verfahrensökonomischen Gründen haben wir die Ermittlungen daher eingestellt.“ Bei dem Schnuppertag sei wahrscheinlich alles okay gewesen: „Es ging fachgerecht zu und die Kinder haben unter Aufsicht geangelt.“

Peta ist da anderer Meinung. Das Schnupperangeln des Sportfischerei-Vereins sei zweifelsfrei illegal gewesen, so Arleth: „Selbst Siebenjährige ließen die Verantwortlichen mitwirken, obwohl Kinder erst ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr angeln dürfen.“

Fische schließen Freundschaften

Das verstoße gegen Paragraf 32, Abs. 1 des NRW-Landesfischereigesetzes. Die Unlust der Staatsanwaltschaft Hagen, Recht durchzusetzen, fördere die Gleichgültigkeit der Hagener Angler gegenüber dem Leben und Leiden der sensiblen und intelligenten Fische: „Wir fordern den Verein auf, die Aktion künftig einzustellen. Die Mitglieder können sich andernfalls auf Proteste von Peta einstellen.“

Fische seien neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie hätten ein komplexes Sozialleben, kommunizierten auf vielfältige Weise und schlössen Freundschaften, so Peta. Tiere seien nicht dazu da, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führten nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahre auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.

An Grundlagen des Angelns heranführen

Tatsächlich haben die Sportfischer ihren Schnuppertag in diesem Jahr wegen der Peta-Anzeige ausfallen lassen. Nach der Einstellung des Verfahrens Mitte Mai kündigte Matthias Gebehenne (47), Geschäftsführer des 570 Mitglieder starken Vereins, jedoch an, dass die Veranstaltung im nächsten Jahr wieder stattfinde.

Der Schnupperangeltag diene dazu, Kinder von 7 bis 14 Jahren an die Natur heranzuführen und ihnen die Grundlagen des Angelns zu vermitteln. Und dabei stehe nicht das Töten von Fischen im Vordergrund: „Wir bringen den Kindern bei, welche Lebewesen es in unseren Gewässern gibt. Sie dürfen Kunstköder basteln und Zielwerfen mit der Angelrute üben. Am Schluss des Tages dürfen sie am Harkortsee angeln – immer mit einem erfahrenen Angler zur Seite.“

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