Schule

Pilotprojekt „LieLa“ startet in Hohenlimburg

Spielerische Sprachförderung wird aktuell an der Realschule für Lehrer gelehrt.

Spielerische Sprachförderung wird aktuell an der Realschule für Lehrer gelehrt.

Foto: Volker Bremshey

Hohenlimburg.   Förderschülern wird spielerisch die deutsche Sprache vermittelt. „Train-The-Trainer-Kursus“ an Realschule Hohenlimburg.

Bunte Luftballons fliegen durch die Luft, werden von den Mädchen und Jungen immer wieder in die Höhe geschubst. Dazu wird gelacht und gekichert. 16 Schülerinnen und Schüler aus den Sprachförderklassen der Realschule haben sichtlich großen Spaß. Sie sind unbekümmert und wissbegierig. Denn die bunten Ballons vermitteln ihnen die deutsche Sprache. Thema: Farben. Zuvor haben sie spielerisch die Wochen- und Monatstage gelernt. Mit Rapp-Musik. „Die Frage, die ich habe? Wie heißt der erste Tag. Der erste Tag ist der Montag.“ So heißt der Text.

Seit Montag läuft für eine Woche an der Realschule eine Fortbildung für Lehrer aus der Region. Die Mentorinnen Katharina Joswig und Verena Hinz vom Klaus-Steilmann-Berufskolleg in Wattenscheid bringen ihren Kolleginnen und Kollegen mit der Methode „Neues Lernen“ das Projekt „LieLa“ näher. Das ist eine Unterrichtsform, mit der jene Kinder, die u.a. aus Osteuropa oder Nordafrika kommen und der deutschen Sprache nicht oder nur bedingt mächtig sind, diese spielerischer erlernen. Gleichzeitig erwerben sie Sozialkompetenz und bauen Selbstbewusstsein auf. Grammatik und Rechtschreibung sollen zu einem späteren Zeitpunkt gefördert werden. Möglicherweise dann in Regelklassen.

Schüler individuell fördern

Susanne Zerbo-Jonigk, Dezernentin für Realschulen beim Regierungspräsidenten in Arnsberg, ist überzeugt von dem Pilotprojekt, mit dem die Realschule Hohenlimburg Erfahrungen sammeln und diese an andere Schulen weitergeben soll. Die Förderung und damit die Integration von Mädchen und Jungen, die kein und nur fragmenthaft Deutsch sprechen, wird auch zukünftig erforderlich sein. Denn der Flüchtlingsstrom nach Deutschland wird nicht abreißen.

Aber warum findet dieser „Train-the-Trainer-Kursus“ in Hohenlimburg statt“? Dort sind mit dem Schuljahresbeginn drei Sprachförderklassen eingerichtet worden; eine weitere am Ricarda-Huch-Gymnasium in der Hagener Innenstadt. Im Kley gab es nicht nur die räumlichen Möglichkeiten, um die Förderschüler, die bislang in Berchum unterricht worden sind, zu integrieren. Auch die Bereitschaft des Kollegiums und, wie Schulleiterin Dorothee Derksen selbstbewusst sagt, „weil wir es können.“

David Leonard ist einer der jungen und motivierten Kollegen, der seit Montag das „LieLa“-Projekt miterlebt und sich davon begeistert zeigt. „Die Schüler stehen aktiv im Mittelpunkt. Sie können auf allen Kanälen lernen und ausprobieren.“

Unterstützung erhält er bei seiner Arbeit von Schulsozialarbeiterin Gina Kiwitz, die die drei Klassen begleitet und die Schüler individuell fördert. Dazu gehört auch, dass sie diesen vermittelt, regelmäßig die Schule zu besuchen. „Aber das machen diese gerne“, betont sie. Wie sagten die Förderschüler Daniel und Klara gestern?: „Lernen macht Spaß.“

Hintergrund

„Liechtenstein Languages“ („LieLa“) ist ein Projekt des Vereins „Neues Lernen“ . In Liechtenstein entwickelt. Dieses wird seit mehr als 25 Jahren umgesetzt. Für Grundschüler und auch für Erwachsene.

Im Jahr 2016 ist die Stadt Bochum eine Kooperation mit dem Verein eingegangen, um die Schulen bei der Vermittlung von Sprache an Geflüchtete zu unterstützen.

Seit dem vergangenen Jahr knüpft die Lehrerfortbildung für Berufskollegs im Regierungsbezirk Arnsberg daran an; jetzt wird „LieLa“ für Sekundarstufe I erprobt. In Hagen.

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