Förderprogramm

Plötzliche Sanierungs-Chance für die Turnhalle Nöhstraße

Turnhalle Nöhstraße aus dem Jahr 1928 ist aktuell geschlossen und dem Verfall preisgegeben. Dabei wird sie dringend benötigt.

Turnhalle Nöhstraße aus dem Jahr 1928 ist aktuell geschlossen und dem Verfall preisgegeben. Dabei wird sie dringend benötigt.

Foto: Michael Kleinrensing

Vorhalle.   Hagens älteste Turnhalle in der Nöhstraße könnte wieder nutzbar gemacht werden. Die Platzprobleme des TSV Vorhalle wären damit gelöst.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Plötzlich gibt es eine Chance: Die Stadt Hagen möchte mit Geldern aus einem spontanen Förderprogramm des Bundesbauministeriums die dem Verfall freigegebene und denkmalgeschützte Turnhalle Nöhstraße sanieren. Knapp über eine Million Euro würde das kosten. Damit soll nicht nur ein Denkmal instandgesetzt, sondern dem großen Platzdruck des Schul- und Vereinssports in Vorhalle Rechnung getragen werden.

Alles musste schnell gehen zuletzt. Wie aus dem Nichts tauchte das Förderprogramm auf. Mit dem Bundeshaushalt 2018 werden Mittel zur Förderung von Investitionen in kommunale Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur bereitgestellt. Und zwar 100 Millionen Euro. Wegen der extrem kurzen Vorlauf- und Planungszeit (Fristende bereits am morgigen Freitag) fiel Denkmalhüterin Ina Hanemann sofort die Turnhalle Nöhstraße ein, die 2013 aus statischen Gründen und wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste.

Obwohl die Stadt im Nothaushalt sich die Sanierung nicht leisten konnte, blieb die Halle stehen und wurde nicht abgerissen. Denn: Die Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe befand, dass es sich hierbei um ein Denkmal handele. Die 1928 vermutlich vom TSV Vorhalle errichtete Halle in Vollholz-Bauweise sei bedeutend für die Geschichte der Menschen in Hagen und zeige Aspekte des Sportes nach dem Ersten Weltkrieg. Zudem werde historisch deutlich, wie die Stadt damals der Aufgabe, den Sport auch in wirtschaftlich schwachen Jahren zu unterstützen, nachgekommen sei. Und: Das Gebäude dokumentiere den Stand des Turnhallenbaus in den 20er-Jahren.

TSV Vorhalle hat viel investiert

Für den TSV Vorhalle, mit rund 1300 Mitgliedern Hagens drittgrößter Verein, wurde die Schließung der Halle zum Problem. Der Club benötigt neben der Karl-Adam-Halle dringend Platz, um seine Sportangebote durchzuführen. Zwar wurde für über 50 000 Euro aus eigenen Mitteln in der Lindenstraße ein Gymnastikraum geschaffen, zu dem noch Mietkosten in fünfstelliger Höhe kommen. „Aber wir sind dennoch an einer Auslastungsgrenze angekommen“, sagt Vorstand Andreas Schulte. „Sollte die Turnhalle Nöhstraße wiederbelebt werden können, würden auch unsere weiteren baulichen Planungen obsolet.“

Damit deutet Schulte die aus der Not geborene Idee des TSV Vorhalle an, zwischen Karl-Adam-Halle und Vereinsheim am Vossacker eine weiteren Turn- und Gymnastikhalle zu bauen. Konkret ist das noch nicht. Der Planungshorizont beträgt laut Schulte fünf bis sieben Jahre.

Denkmalhüterin Ina Hanemann und Ralf Kriegel vom Servicezentrum hoffen sehr auf die 1,07 Millionen Euro aus dem Förderprogramm des Bundes, die für eine komplette Sanierung der Turnhalle Nöhstraße benötigt würden. Die Halle wäre danach nutzbar für weitere Jahrzehnte. Kriegel: „Wir haben die Halle damals nicht freiwillig geschlossen. Sie war gut ausgelastet und der TSV Vorhalle hat enormen Bedarf an Raum.“

Ina Hanemann freut sich, dass Geduld in diesem Fall dafür gesorgt hat, dass sich eine Option ergibt. „Und wenn die Halle weiter als Sporthalle genutzt wird, ist das auch aus denkmalpflegerischer Sicht super.“ Im Oktober entscheidet sich, ob die Stadt auf Geld aus dem Förderprogramm setzen kann. Weil Hagen sich im Nothaushalt befindet, würde der Bund 90 Prozent der Sanierungskosten tragen. Die Stadt müsste zehn Prozent stemmen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben