Politik

Politik knatschig: Haspe wird zum Stillstand verdammt

Die Bezirksvertretung Haspe erwartet neue Gestaltungsimpulse für den Ennepe-Park, der in den Augen der Politik unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Die Bezirksvertretung Haspe erwartet neue Gestaltungsimpulse für den Ennepe-Park, der in den Augen der Politik unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Beschlüsse trifft die Bezirksvertretung Haspe reichlich. Allerdings hapert es an der Abarbeitung. Bei der Politik macht sich Frust breit.

Eine Tugend müssen die Lokalpolitiker in der Bezirksvertretung Mitte im Übermaß mitbringen: Geduld. Lediglich die aufkeimende Sommerferien-Stimmung konnte die Mandatsträger in der jüngsten Sitzung davon abhalten, angesichts des steten Aufderstelletretens mal gepflegt aus der Haut zu fahren.

Neues Gesicht für Parkanlagen

Zwei Beispiele: Vor 14 Monaten (!) erteilte das Hasper Stadtteilparlament der Stadtverwaltung den Auftrag, einmal die Konzeptionen des Ennepe-Parks sowie des Stadtparks im Schatten der Gesamtschule zu überdenken und neue Ideen zur Attraktivitätssteigerung zu entwickeln. Angedacht war kein gewaltiges Investitionsprogramm, sondern eher kleine Stellschrauben, die zur Attraktivitätssteigerung gedreht werden sollten: beispielsweise mehr Bänke und Papierkörbe, die Anlage von Blumenwiesen, eine Alternative für das ungenutzte Kneipp-Becken, intelligentere Fußwegeverbindungen, ein Grillplatz oder auch eine bessere Beleuchtung und Sichtschneisen.

Passiert ist derweil freilich nichts, so dass Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser jetzt einen Sachstandsbericht einforderte. Vergeblich. Zähneknirschend räumte Barbara Hammerschmidt, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung, ein, dass ein Konzeptvorschlag noch nicht einmal am Horizont in Sicht sei. Einst habe ein Kollege sich des Falls zwar angenommen, dieser habe sich jedoch inzwischen in den Ruhestand verabschiedet. Seitdem liege der Fall brach, zumal angesichts des Fachkräftemangels drei Stellen im Ressort unbesetzt seien.

Stattdessen schlug sie jetzt vor, die Bürger nach ihren Wünschen zu befragen. „Das hätte auch letztes Jahr schon passieren können“, grummelte Thieser. Letztlich verständigte man sich darauf, nach der Sommerpause im Kreise einer Arbeitsgemeinschaft gemeinsam Ideen entwickeln zu wollen. Im Klartext: Bis ein abgestimmtes Konzept auf dem Tisch liegt und die dafür erforderlichen Gelder zur Verfügung stehen, dürften noch mehrere Jahre ins Land ziehen.

Ein Thema für die Hauptstadt

Noch unbefriedigender gestaltet sich die Situation rund um den S-Bahn-Haltepunkt in Westerbauer, der angesichts seiner steilen Treppe für Behinderte, Ältere und Mütter mit Kinderwagen nahezu unerreichbar bleibt. Seit mehr als einem Jahrzehnt versucht die Hasper Politik hier mit der Bahn ins Gespräch zu kommen, um zu einer Lösung des Problems zu kommen – bislang ohne Resultat.

Daher wurde jetzt der Vorstoß erdacht, mit Hilfe der Hagener Bundestagsabgeordneten in der Berliner Konzernzentrale des Schienenriesen der Causa Westerbauer mehr Nachdruck zu verleihen. Entsprechend wurde die Stadtverwaltung im Mai dieses Jahres aufgefordert, in der Sache Kontakt zu den Hagener Hauptstadtrepräsentanten aufzunehmen. Was bis heute nicht geschehen ist. Dieses Thema sei beim Personalwechsel an der Spitze des Planungsressorts offenbar liegen geblieben. Fachbereichsleiterin Hammerschmidt versicherte jedoch eilig, dass Baudezernent Hennig Keune das Thema auf dem Schirm habe. Vielleicht dauert die Erledigung dann doch keine weiteres Jahrzehnt...

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