Müll

Politiker lehnen Einführung der Biotonne in Hagen ab

In vielen Kommunen sind grüne oder braune Tonnen längst Alltag: In Hagen spricht sich die Politik gegen die Biotonne aus.

In vielen Kommunen sind grüne oder braune Tonnen längst Alltag: In Hagen spricht sich die Politik gegen die Biotonne aus.

Foto: Stratmann Städtereinigung

Hagen.  Obwohl die Bezirksregierung Arnsberg Druck ausübt: Die Hagener Politik spricht sich gegen einen Feldversuch zur Einführung der Biotonne aus.

Eine Biotonne für Hagen rückt in weite Ferne. Der Umweltausschuss hat sich mit breiter Mehrheit gegen ein Konzept der Verwaltung ausgesprochen, das zunächst einen Feldversuch in Boele und Boelerheide vorgesehen hätte. Dabei hätten Bürger im Hagener Norden auf freiwilliger Basis eine Biotonnen nutzen können, die alle 14 Tage abgefahren worden wäre.

Viele Konjunktive – und dabei wird es ungeachtet der Erwartungshaltung der Bezirksregierung in Arnsberg bleiben. Denn die Kommunalpolitiker sämtlicher Fraktionen sind keineswegs überzeugt davon, dass eine Biotonne für die Hagener ein Gewinn sei – obwohl Hagen zu den wenigen Kommunen zählt, in denen Haushalte ihre biologischen Abfälle nicht separat sammeln können oder müssen.

Verwertung an Kompostierungsanlage nicht möglich

„Wir lehnen eine Biotonne für Hagen grundsätzlich ab“, so Werner König, SPD-Ratsherr und gleichzeitig ehemaliger Chef des Hagener Entsorgungsbetriebs. „Sie ist ökonomischer und gleichzeitig auch ökologischer Schwachsinn.“ Zur Höhe der Kosten habe man keine genauen Zahlen. Es sei aber damit zu rechnen, dass die allgemeinen Müllgebühren mit Einführung der Biotonne erheblich steigen würden. Abgesehen davon mache es wenig Sinn, den Biomüll mit Lastwagen durch die Gegend zu fahren. Eine Verwertung an der Hagener Kompostierungsanlage kommt nämlich nicht in Frage.

Ganz ähnlich sieht das Jörg Klepper, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion: „Wir können auch keine Abholpflicht der Kommune erkennen. Stattdessen wäre es besser, endlich die Bringhöfe wie vorgesehen auszubauen. Dort können die Bürger dann ihren Biomüll entsorgen.“ Und auch Hildegund Kingreen (Grüne), kann einer Biotonne wenig Positives abgewinnen, obwohl sich die Grünen einst für eine Biotonne ausgesprochen hatten: „Stattdessen sollten wir die Kompostierung auf privaten Grundstücken fordern.“

Bezirksregierung Arnsberg fordert Konzept von der Stadt Hagen

An Fahrt aufgenommen hatte die Diskussionen rund um die braune Tonne, weil die Bezirksregierung Arnsberg (von der Deutschen Umwelthilfe initiiert) die Stadt aufgefordert hatte, bis Ende April dieses Jahres ein Konzept zur Einführung der Biotonne vorzulegen. Durchaus vorgesehen war, dass die Einführung auf freiwilliger Basis erfolgen kann.

Die Stadt hatte zunächst dagegen gehalten und unter anderem argumentiert, dass man ja eine Kompostierungsanlage betreibe und Nahrungsabfälle in Gärten kompostiert würden. Trotzdem, so argumentierte wiederum Arnsberg, gebe es noch Mengen an Bioabfällen, die durch das System nicht erfasst würden.

Hagener Stadtrat hat das letzte Wort

Von einem „deutlichen Fingerzeig der Bezirksregierung“ sprach Umweltdezernent Thomas Huyeng, von einem „zarten Ansatz, um Erfahrungen mit der Biotonne zu sammeln“ Umweltamtsleiter Rainer Braun – die Politiker konnten sie aber nicht überzeugen. Die letzte Entscheidung trifft der Rat.

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