Schüler-Projekt in Hagen

Proben genommen – Wie viel Plastik landet in der Volme?

Schüler der Freien Evangelischen Schule Hagen (FESH) untersuchen im Rahmen einer Projektwoche zur Nachhaltigkeit die Volme auf Plastik und Mikroplastik.

Foto: Stefanie Jukic

Schüler der Freien Evangelischen Schule Hagen (FESH) untersuchen im Rahmen einer Projektwoche zur Nachhaltigkeit die Volme auf Plastik und Mikroplastik.

Hagen.   Wie viel Plastikrückstände sind in der Volme zu finden? Schüler der FESH sind dieser Frage nachgegangen und haben Proben genommen.

Volleyball, Kuscheltiere und Puppen und eine Wassereisverpackung aus dem Jahr 1999 ziehen sie aus dem Wasser. Dazu ein Straßenschild nebst Stange. Was alles in der Volme rumliegen kann – an diesen Müll hätten die Schüler der Freien Evangelischen Schule Hagen (FESH) nicht gedacht.

Im Rahmen der Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit hat sich die Klasse mit 17 Schülern vorgenommen, den Fluss, der durch die Innenstadt fließt, auf Mikro- und Makroplastik zu untersuchen. Dabei steigen sie ins Wasser mit Gummistiefeln oder spezieller Bekleidung. Teile, die sie mit bloßem Auge sehen, fischen sie mit den Händen raus. Für Dinge, die kleiner als fünf Millimeter sind, haben sie ein Netz ins Wasser gespannt. Es schwimmt auf der Wasseroberfläche schwimmt und fängt die kleinen Kunststoff-Teilchen ein.

Projekt soll Bewusstsein wecken

„Wir untersuchen mit dem Projekt vor allem, was aus Plastik im Wasser wird und wo und was sich alles finden lässt“, erklärt Lehrer und Leiter des Projekts Kevin Winterhoff.

Alles, was die Schüler aus der Volme ziehen, wird an die Kieler Forschungswerkstatt „Plastikpiraten“ geschickt, um die Verbreitung von Plastik in und an deutschen Flüssen zu erforschen. Michaela Gerdemann, Lehrerin an der FESH, schildert, dass sich die Jugendlichen im Alter von 10 bis 16 Jahren durch die Aktion mit dem Plastikmüllproblem im Fließgewässern auseinandersetzen können: „Wir möchten bei den Schülern vor allem ein Bewusstsein dafür wecken, dass Plastik überall um uns herum ist. Es ist ein großes Problem, wenn wir Dinge einfach wegschmeißen, weil sie eben nicht abbaubar sind. Es ist erschreckend, wie viele Rückstände zurückbleiben und uns beispielsweise unbewusst über die Nahrung wieder einholen.“

Die Idee des Projektes entstand im Gespräch zwischen den beiden Lehrern: „Wir saßen im Lehrerzimmer und haben uns überlegt, was man zur Nachhaltigkeit an Projekten organisieren kann. Irgendwann fiel uns die Problematik Plastik ein. Wir haben recherchiert und sind auf das Forschungszentrum in Kiel gestoßen. Da dachten wir uns , dass das unser Projekt wird.“

Gutes für die Umwelt

Die Schüler zeigen sich jedenfalls zufrieden. Hatice Yavuz (14) konnte sich nie einen wirklichen Zusammenhang zwischen Mikro- und Makroplastik erschließen: „Ich wusste nie wirklich, was das ist. Es ist gut, dass das hier geklärt wird und wir das tatsächlich untersuchen. Eigentlich habe ich mir vorgestellt, dass wir uns bloß Videos dazu angucken, aber wirklich an die Volme zu gehen, ist noch besser.“

Auch die zwölfjährigen Damian Barnas und Luca Pütz sind vom Projekt überzeugt: „Es ist gut, dass wir versuchen, den Fluss zu reinigen. Wir kümmern uns um die Umwelt und tun etwas Gutes.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik