Gericht

Prozess - 75-jährige Seniorin aus Hohenlimburg mit Kissen erstickt

Das Haus an der Kaiserstraße in Hohenlimburg in der am 18. Mai 2012 das Verbrechen geschah.

Das Haus an der Kaiserstraße in Hohenlimburg in der am 18. Mai 2012 das Verbrechen geschah.

Foto: Christian Rasche

Hohenlimburg.   Ein spektakulärer Mord wird ab Montag vor dem Hagener Landgericht verhandelt. Dort müssen sich drei Angeklagte verantworten. Den Männern wird vorgeworfen, in der Nacht zum 18. Mai die 75-jährige Seniorin Magdalene Rützel aus Hohenlimburg erstickt zu haben.

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Die Angeklagten, die nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ihren Lebensunterhalt durch in Deutschland begangene Einbruchsdiebstähle finanzierten, sollen in der Mai-Nacht des vergangenen Jahres in die Wohnung der damals 75-jährigen Seniorin eingedrungen sein.

Magdalene Rützel lebte dort allein, war aber im Hohenlimburger Stadtgebiet für ihr außergewöhnliches Auftreten und ihren auffälligen Lebenswandel bekannt. Möglicherweise war sie deshalb in den Jahren zuvor schon mehrfach überfallen worden.

Noch nicht bekannt ist, wie das rumänische Trio Informationen zum späteren Opfer und zum Tatort erhalten hat. Einige Wochen zuvor war ein dunkler BMW aufgefallen, der mit vier Männern besetzt war, die sich offenkundig für das Haus an der Kaiserstraße interessierten. Ob die Insassen einen Bezug zur Straftat haben, ist bislang ungewiss.

Bekannt ist hingegen, dass das Trio, um nicht aufzufallen, vor der Tat den Bewegungsmelder am Haus entfernte. Möglicherweise war es zunächst nur das Ziel, Wertgegenstände zu entwenden und den Tresor zu knacken. Nach bisherigem Kenntnisstand wurde Magdalene Rützel jedoch durch den Lärm, den die Täter machten, wach.

Täter drangen ins Schlafzimmer ein

Die Männer warfen die Frau im Schlafzimmer aufs Bett und drückten ihr anschließend so lange ein Kissen ins Gesicht, bis die 75-Jährige erstickt war. Danach durchwühlten die Rumänen die Wohnung und versuchten, den Tresor zu öffnen. Vergeblich. Die Leiche der Seniorin deckten sie anschließend zu. Dann verschwanden sie in der Dunkelheit der Nacht. Offenkundig, ohne gesehen zu werden.

Denn erst am nächsten Tag entdeckte eine Nachbarin, dass die Wohnungstür nicht verschlossen war. Sie rief deshalb gegen 11.30 Uhr die Polizei. Die Beamten fanden Magdalene Rützel tot in ihrem Bett. Die aufwändigen Ermittlungen der Polizei und auch die akribische Arbeit der Zielfahnder des Landeskriminalamtes Düsseldorf führten dazu, dass die drei Täter gefasst werden konnten. Einer in den Niederlanden, die beiden anderen in ihrer rumänischen Heimat.

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