Gnadenkirchen-Gemeinde

Puppenmutter Ingrid Schäffer sagt nach 25 Jahren servus

Leiterin Ingrid Schäffer hat einen Schlussstrich gezogen. Der Puppenkursus aus Holthausen wird 25 Jahre alt - und löst sich auf.

Foto: HWS

Leiterin Ingrid Schäffer hat einen Schlussstrich gezogen. Der Puppenkursus aus Holthausen wird 25 Jahre alt - und löst sich auf.

Holthausen.  Ein Vierteljahrhundert haben tüchtige Frauen in Holthausen dienstags Puppen und Bären zur Welt gebracht. Jetzt löst sich der Kursus auf.

„Irgendwann muss mal Schluss sein. Auch, weil man den Kontakt zur Gemeinde und somit viele Netzwerke verliert.“ Für Ingrid Schäffer (74), ehemalige Pastoren-Frau aus Holthausen, war jetzt das 25-jährige Jubiläum des Puppenkursus der Holthauser Gnadenkirchengemeinde ein Anlass, einen Schlussstrich zu ziehen. Zum Jahreswechsel löste sich nämlich der Kursus auf.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Nach dem plötzlichen Tod ihres Ehemannes Christoph musste Ingrid Schäffer im Jahr 2003 innerhalb von drei Monaten das Pfarrhaus räumen. Die damals 60-jährige schaute sich im Großraum Hagen um, wo sie ihr zukünftiges Leben gestalten könne. Eine Voraussetzung war, dass es nicht zu bergig sein dürfe; eine andere, eine räumliche Nähe zu Dortmund. Denn dort gab und gibt Ingrid Schäffer noch heute Kurse zur Gestaltung von Puppen. Deshalb war Ergste für sie eine sinnvolle Alternative. Hier, im Schwerter Vorort, hat sie sich eingelebt und längst eine Anbindung zur evangelischen Gemeinde gefunden.

Trikotstoff, Wolle, Vlies und Garn

Gleichwohl hat sie, weil es ihr stets große Freude bereitet hat, die Leitung des Puppenkursus fortgesetzt, schließlich waren in den Jahren seit 1992 feste Strukturen und echte Freundschaften gewachsen.

Damals war sie mit Ehemann Christoph von Witten nach Holthausen gezogen, weil ihr Ehemann im beschaulichen Hagener Vorort die Pfarrstelle übernehmen durfte.

Wie kann ich mich in die Gemeindearbeit einbringen? Das war die Kardinalfrage, die sich Ingrid Schäffer damals stellte. Bibelarbeit gehörte nicht zu ihren ausgewiesenen Stärken. Dafür aber das Schneiderhandwerk. Speziell die Arbeit mit Puppen. Denn diese Kunst hatte sie zuvor in der Puppenstube Rodewald in Dortmund erlernt und mit großer Leidenschaft gepflegt. Diese Begeisterung und das damit verbundene Talent, bis zu 60 Zentimeter große Puppen und auch Bären aus Trikotstoff, Wolle, Vlies und Garn zu fertigen, übertrug sie in die Gnadenkirchengemeinde und eroberte damit schnell die Sympathien der Holthauser Gemeindeglieder. So erwuchs ein Kreis von bis zu 15 Frauen, die sich an jedem Dienstagabend im Gemeindehaus trafen, um u.a. Puppen „zur Welt zu bringen“. „Viele Teilnehmerinnen habe sich damals ihre elektrischen Nähmaschinen mitgebracht, denn diese gab es in der Gemeinde natürlich nicht. Es sind dann schöne Stücke mit schönen Gesichtern entstanden“, berichtete sie. Die Exemplare finden sich noch heute in vielen Holthauser Familien wieder. „Denn viele sind vererbt oder weitergegeben worden.“

25 schöne und erlebnisreiche Jahre

Viele sind aber auch für den karitativen Zweck verkauft worden. „Dadurch ist Geld für die Jugendarbeit an die Gemeinde zurückgeflossen.“ Deshalb sagt die 74-Jährige rückblickend voller Dankbarkeit. „Es waren 25 schöne und erlebnisreiche Jahre.“

Dass „Frau“ auch mit fast einem Dreivierteljahrhundert an Lebenserfahrung nicht ruht, macht die Wahl-Ergsterin deutlich. Noch heute gibt sie Puppenkurse in Dortmund, hält auch nach 40 Jahren einem heimischen Architekturbüro die Treue und steht mit an der Spitze der Hagener Frauenhilfe, um besondere Veranstaltungen, wie den Weltgebetstag der Frauen, vorzubereiten.

Weitere Kurse in der Dortmunder Puppenstube

Seit fast 40 Jahren führt die Ruth Rodewald in 44149 Dortmund-Dorstfeld ihren Laden „Die Puppenstube“. Und zwar an der Straße Oberbank 13.

Montags bietet dort Ingrid Schäffer von 19 Uhr bis 21.15 Uhr den Kursus „Bären und Plüschtiere“ an. Kosten: 7 Euro; ein Einstieg ist jederzeit möglich.

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