Verkehrswende in Hagen

Radkonzept ist da – Umbau der Stadt kostet 19 Millionen Euro

Ein Fahrradstreifen an der Eugen-Richter-Straße in Wehringhausen.

Ein Fahrradstreifen an der Eugen-Richter-Straße in Wehringhausen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Das Radverkehrskonzept für die Stadt Hagen liegt vor. Das 206 Seiten starke Werk stellt den Verkehrsraum in Hagen in vielen Punkten in Frage.

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Auf diesen 206 Seiten bahnt sich der größte Eingriff der vergangenen 60 Jahre in den Hagener Stadtverkehr an. Das vom Büro „Planungssocietät“ entworfene Radverkehrskonzept für die Stadt Hagen ist nicht nur eine Frage von Kosten und Umverteilungen. In der Umsetzung dieses Maßnahmenpakets wird sich entscheiden, ob Hagen die Verkehrswende wirklich will oder ob es im Status einer Auto-Stadt verharrt.

Baudezernent Thomas Grothe streift sich gestern Nachmittag mehrfach über die Krawatte. Äußeres Zeichen einer inneren Spaltung. Er weiß: Die Verkehrswende in Hagen muss kommen. Aber er weiß auch: Das gerade frisch auf den Tisch gebrachte Radverkehrskonzept wird in der politischen Diskussion eines der dicksten Bretter der letzten Jahre.

Von Ladestationen bis Abstellflächen

Das Ziel klingt klein, ist aber mit gehörigen Maßnahmen verbunden: Der Anteil des Rades am Gesamtverkehr in Hagen soll von drei auf sechs Prozent erhöht werden. In der vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club zur fahrradunfreundlichsten Großstadt gekürten Kommune sollen Radler in einem lückenlosen Netz sicher unterwegs sein und die komplette Infrastruktur rund um das Rad- und E-Bike soll ausgebaut werden. Von Ladestationen bis zu Abstellflächen.

„Dazu kommt, dass wir ein Kommunikationskonzept erstellen wollen, mit dem wir die Bürger und auch die Kinder für die Mobilität mit dem Rad sensibilisieren wollen“, so Grothe. 19 Millionen Euro soll das alles, auf die nächsten zehn Jahre verteilt, kosten. Grothe: „Das ist viel Geld, aber verglichen mit dem, was wir für Straßenbau ausgeben, ist es eine kleine Summe.“

Kulturwandel im Verkehrsbereich

Jörg Winkler, Verkehrs-Experte in der Hagener Verwaltung, erklärt den Kulturwandel im Verkehr für das höchste Ziel: „Wir müssen in Hagen dahin kommen, dass Radfahrer uns wichtig sind. Auch in unserer Wahrnehmung.“

Dass die Nachfrage da sei, spüre die Verwaltung an vielen Stellen. Die am Hauptbahnhof errichteten Fahrradboxen seien beispielsweise komplett vermietet. Winkler: „Wir bräuchten schon jetzt mehr davon, um dem Bedarf gerecht zu werden.“ Auch innerhalb der Verwaltung würden viele Mitarbeiter gern aufs Rad umsteigen. Doch es fehle an geeigneten Abstellflächen.

Die Stadtredaktion Hagen ergänzt diese Beichterstattung zeitnah noch mit einem beispielhaften und konkreten Blick in das Konzept und stellt einzelne Maßnahmen vor.

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