Jigzaw

Rapper Nuhsan C. bei Auseinandersetzung in Hagen verletzt

Polizei und Rettungsdienst sind nach dem Vorfall vor Ort.

Polizei und Rettungsdienst sind nach dem Vorfall vor Ort.

Foto: Alex Talash

Hagen.  Der umstrittene Rapper Nuhsan C. ist bei einer Auseinandersetzung in Hagen verletzt worden. Sein Prozess sorgt seit Monaten für Schlagzeilen.

Seit Monaten sorgen seine Gerichtsverhandlungen für Schlagzeilen: Nun ist der selbst ernannte und umstrittene Gangster-Rapper Nuhsan C., auch bekannt unter seinem Künstlernamen Jigzaw, bei einer Auseinandersetzung in der Hagener Innenstadt verletzt worden. Er befand sich am Donnerstagmittag in einem Fitnessstudio an der Schwenke.

Nach eigenen Angaben tauchte plötzlich beim Training ein 28-jähriger

Mann auf und attackierte den Rapper: „Er zog ein Messer, ich rief um Hilfe – doch erst wollte keiner helfen“, so Nuhsan C. gegenüber der WP. Mitarbeiter riefen schließlich die Polizei. „Polizisten versorgten meine Schnittverletzung auf der Stirn, bis der Rettungswagen kam“, so Nuhsan C. weiter.

Mit Rettungswagen ins Krankenhaus

Er wurde anschließend mit einem Rettungswagen in ein Hagener Krankenhaus gebracht, konnte aber nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen. Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber der WESTFALENPOST eine Auseinandersetzung zwischen Nuhsan C. und dem anderen Mann: „Beide Männer konnten vor Ort angetroffen werden, die Ermittlungen laufen noch.“ Ein Messer wurde allerdings nicht sichergestellt.

Vorgeschichte: Messerattacke, Flucht, Prozess

Nuhsan C., der im Juli 2017 einen Polen vor einem Wettbüro am Wilhelmsplatz in Wehringhausen mit einer Machete lebensgefährlich verletzt hatte, war vom Amtsgericht zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Schon vor dem ersten Urteil hatte er für Schlagzeilen gesorgt, weil er nach der Messerattacke geflüchtet war und aus dem Untergrund via Youtube die Behörden verhöhnt hatte.

Schon davor sollte C. eigentlich in die Türkei abgeschoben werden. Er ist zwar in Deutschland geboren, hat aber nur die türkische Staatsbürgerschaft. Weil er schon früher wegen eines schweren Körperverletzungsdelikts zu einer viereinhalbjährigen Jugendstrafe verurteilt worden war, die er auch absitzen musste, schien der Zeitpunkt gekommen.

Asylverfahren und drohende Abschiebung

In letzter Minute stellte er damals als Angehöriger einer armenischen Minderheit in der Türkei einen Asylantrag, um der Abschiebung zu entkommen. Dann kamen aber die Messerstecherei am Wilhelmsplatz, die Flucht und die Gerichtsverfahren. Der Asylantrag ist abgelehnt worden, Rapper Jigzaw soll weiterhin in die Türkei abgeschoben werden. Das zuständige Verwaltungsgericht in Osnabrück hatte im Oktober Nuhsans C. Klage gegen die Ablehnung seines Asyl-Folgeantrags abgewiesen.

Noch ist dieses Urteil aber nichts rechtskräftig. Unklar ist auch noch, ob Hagens Ausländerbehörde im Fall der Fälle für die Ausweisung zuständig wäre.

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