Hochwasser in Hagen

Hagen: Rathaus-Galerie – Infos zur Wiedereröffnung im Januar

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Seit der Hochwasser-Katastrophe Mitte Juli ist die Rathaus-Galerie in Hagen geschlossen. Nur das Dialysezentrum hat seinen Betrieb wieder aufgenommen. Im Laufe des Januars soll es nähere Informationen zum Wiedereröffnungs-Zeitplan geben.

Seit der Hochwasser-Katastrophe Mitte Juli ist die Rathaus-Galerie in Hagen geschlossen. Nur das Dialysezentrum hat seinen Betrieb wieder aufgenommen. Im Laufe des Januars soll es nähere Informationen zum Wiedereröffnungs-Zeitplan geben.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Lieferengpässe bei Trocknungsgeräten und Baumaterial und Handwerkermangel erschweren die Sanierungsarbeiten in der Rathaus-Galerie Hagen.

Lange Lieferzeiten von Baumaterial und Ersatzteilen, Personalengpässe bei Baufirmen und die Unsicherheiten rund um das Thema Corona erschweren die Sanierungsarbeiten an der Rathaus-Galerie, die seit dem Hochwasser Mitte Juli noch immer geschlossen ist. Mitarbeiter der Einkaufspassage in der Hagener Innenstadt und Kunden fragen sich gleichermaßen, wann mit einer Wiedereröffnung der Mall zu rechnen ist.

Anfang November hieß es in einer Mitteilung an die Mieter der etwa 70 Shops, Ziel der Bauleitung sei eine Wiedereröffnung Ende des ersten Quartals 2022 (also Ende März).

WP-Stadtredaktion hat sich nach aktuellem Sanierungsstand erkundigt

Die Stadtredaktion hat sich bei „Koprian“ (das Centermanagement mit Sitz in Hamburg ist in den Bereichen Projektplanung, -koordinierung und -vermietung tätig, hat die Rathaus-Galerie konzipiert und betreibt diese auch seit ihrer Eröffnung 2014) nach dem aktuellen Sanierungsstand erkundigt.

Die Frage, ob von einer Wiedereröffnung vor Ostern 2022 auszugehen ist, scheint demnach zum jetzigen Zeitpunkt nicht verbindlich beantwortet werden zu können. „Wir gehen davon aus, dass wir im Laufe des Januars 2022 belastbare Informationen haben werden, um den Zeitplan zu konkretisieren“, teilt Andrea Hegenbarth, Leiterin des „Koprian“-Centermanagements, mit.

Die Sanierungsarbeiten würden, wenn auch teils verzögert, weitergehen. Allerdings sei es aufgrund der Lage in den Hochwassergebieten wie Hagen nur mit langen Lieferzeiten möglich, großdimensionierte Heizlüfter zu erhalten, um insbesondere die durchnässte Tiefgarage zu heizen, zu lüften und damit zu trocknen.

Unsicherheiten im Zeitplan

„Gerade die Lieferzeiten der benötigten Ersatzteile und -geräte werden über die Eröffnung entscheiden“, so Hegenbarth. Da jedoch noch nicht alle wichtigen Liefer- und Ausführungstermine für die benötigten Ersatzteile und deren Einbau von den Herstellern und Dienstleistern genannt bzw. bestätigt werden konnten, habe der Zeitplan noch Unsicherheiten.

Zusätzlich müsse vor der Umsetzung der technischen Maßnahmen mit den Behörden vor Ort, mit Brandschutzsachverständigen und dem TÜV die Vorgehensweise abgestimmt werden. „Und über allem steht leider immer noch das Thema Corona, das in seiner Auswirkung und Folge unkalkulierbar ist“, erinnert die Leiterin des Centermanagements.

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Einen genauen Termin, wann die Tiefgarage mit 430 Plätzen (sie wurde in der Nacht der Flutkatastrophe von 42 Millionen Litern Wasser geflutet) wieder in Betrieb genommen werden kann, nennt das Hamburger Centermanagement nicht, „auch hier entscheiden Lieferfristen und Einbauzeiten über den Zeitpunkt der Wiedereröffnung“. Auf jeden Fall sei in der Tiefgarage das Schadensbild am größten, da dort die komplette Technik unter Wasser stand.

Funktionsprüfungen bzw. Reparaturen laufen aktuell

Die gesamte Sicherheitsanlage (Entrauchung, Sprachalarmierung, Brandmelder) müsse ausgetauscht bzw. repariert werden. Welche Arbeiten in den vergangenen Wochen und Monaten ausgeführt worden sind? Das Wasser wurde aus der Tiefgarage gepumpt, Schlammschichten abgetragen und Wiederherstellungsmaßnahmen gestartet. Außerdem wurde eine mobile Mittelspannungsanlage samt Kabelführung auf das Dach installiert. Damit konnte eine Stromversorgung für die Sicherheitstechnik in den Allgemeinbereichen des Centers hergestellt werden. Dies ist erforderlich, um überprüfen zu können, ob zum Beispiel die Brandmeldeanlage und die Sicherheitsbeleuchtung funktionieren. Die Funktionsprüfungen bzw. Reparaturen laufen aktuell.

Auch der Einsatz von dringend und eigentlich in großer Zahl benötigtem Baufirmen-Personal sowie von Handwerkern und Technikern beschert der Rathaus-Galerie Probleme. Andrea Hegenbarth: „Leider merken wir stark die hohe Nachfrage in ganz NRW und den angrenzenden, ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Bundesländern nach Dienstleistern im Bausektor.“

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Das Weihnachtsgeschäft zieht an den Mietern der Rathaus-Galerie vorbei, ob sie ihre Shops zumindest vor Ostern 2022 öffnen können, steht derzeit noch in den Sternen. „Für die Zeit, in der die Mieter ihre Flächen aufgrund des Hochwasserschadens nicht nutzen können, bestehen keine Mietzahlungsverpflichtungen“, unterstreicht Hegenbarth und ergänzt: „Die Mieter erhalten regelmäßig Informationen über aktuelle Erkenntnisse und Baufortschritte ebenso wie individuelle Themen und Anliegen bearbeitet werden.“

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