Lichtermarkt 2018

Rettungspakt für den Erhalt der Traditionsveranstaltung

Im Mai war die Welt noch in Ordnung. Das warben Rumänienhilfe, Kirchengemeinden und Werbegemeinschafts-Vorstand gemeinsam für den Lichtermarkt.

Im Mai war die Welt noch in Ordnung. Das warben Rumänienhilfe, Kirchengemeinden und Werbegemeinschafts-Vorstand gemeinsam für den Lichtermarkt.

Foto: Volker Bremshey

Hohenlimburg.  Gemeinsam wollen Hohenlimburger Kirchengemeinden, die Rumänienhilfe und die Feuerwehr den Lichtermarkt 2018 retten. Gespräche laufen.

Welches Spiel spielt die Hagener Stadtverwaltung mit der Hohenlimburger Werbegemeinschaft? Dieser wurde, wie gestern berichtet, der für den 30. September geplante verkaufsoffene Sonntag nicht genehmigt. Begründung: Der am 24. Juli gestellte Antrag sei zu kurzfristig eingereicht worden. Eine Genehmigung durch den Rat sei deshalb nicht möglich.

Merkwürdig ist jedoch, dass der Rat der Stadt Hagen sich im vergangenen Jahr am 5. Oktober für den verkaufsoffenen Sonntag zum Bauernmarkt (8. Oktober 2017) in Hohenlimburg ausgesprochen hatte und dieser genehmigt worden war. In diesem Jahr findet am 28. September eine Ratssitzung statt. Heuer argumentiert die Verwaltung, der Termin sei zu kurzfristig. Eine Genehmigung müsse nämlich eine Woche vor der Veranstaltung veröffentlicht werden.

Angesichts der Undurchsichtigkeit kündigte Bezirksbürgermeister Voss an, den verkaufsoffenen Sonntag zum Thema der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung zu machen. Und Frank Schmidt (Bürger für Hohenlimburg) wird aus demselben Grund einen Eilantrag für die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses für den morgigen Donnerstag stellen.

Am Telefon geweint

Als sie am Freitag die Absage für den verkaufsoffenen Sonntag erhalten habe, habe sie am Telefon geweint. Das berichtete beim Gedankenaustausch zum Lichtermarkt 2018 am Montagabend in der Gaststätte „Limmeg“ die Vorsitzende der Werbegemeinschaft Maibritt Engelhardt.

Durch dieses Nein des Ordnungsamtes wird möglicherweise eine Kettenreaktion ausgelöst, deren Tragweite aktuell noch nicht absehbar ist. Denn der Vorstand der Werbegemeinschaft befürchtet, dass auch zum geplanten Lichtermarkt vom 30. November bis 2. Dezember die Verwaltung für den auch dann angedachten verkaufsoffenen Sonntag kein grünes Licht erteilen könnte. Engelhardt: „Deshalb hat sich der Vorstand entschieden, den Lichtermarkt abzusagen. Diese Veranstaltung bedeutet Kosten von ca. 8500 Euro. Es ist deshalb derzeit nicht zu rechtfertigen, diese durchzuführen.“

Versprechen nicht eingehalten

Sie bedauert, dass sie somit ihr Versprechen, trotz des angekündigten Rücktrittes vom Amt der Vorsitzenden den Lichtermarkt zu planen, nicht werde einlösen können. Zu den Betroffenen gehören u. a. die Freie evangelische Gemeinde, die Neuapostolische Gemeinde, die Rumänienhilfe und die Freiwillige Feuerwehr Nahmer. Deren Löschgruppenführer Torsten Rummenhohl zeigte sich am Montag beim Gedankenaustausch vom angedachten Aus für den Lichtermarkt überrascht, während die Rumänienhilfe und die Kirchen vorab informiert worden waren.

Insbesondere die Kirchengemeinden hatten sich im Mai beim Event „Hohenlimburg zeigt’s“ für den Erhalt des Lichtermarktes stark gemacht, gemeinsam Waffeln gebacken und letztlich 500 Euro an die Werbegemeinschaft gespendet. „Wir wollen die Innenstadt unterstützen“, betonte Friedel Petring (Rumänienhilfe). Und Pastor Jörg Hörster (Freie evangelische Gemeinde) ergänzte: „Unsere Gemeinde hat keinen Nutzen von dem Lichtermarkt. Wir geben das erwirtschaftete Geld an Menschen, die es benötigen. Es ist jammerschade, wenn diese Veranstaltung ausfällt.“

Deshalb regte er an, nach einem Alternativstandort, der für die Teilnehmer nicht so kostenintensiv ist, Ausschau zu halten. Auf seine Frage, wer denn dabei mitmachen wolle, erhielt er am Montag von allen Teilnehmern des Gesprächsabends Zustimmung. Auch vom BVB-Fan-Club Hohenlimburg, der sich erstmals beteiligen möchte.

Stellungnahme Anfang August

Zurück zur Genehmigung: Auf Nachfrage, ob denn die Hohenlimburger Kirchengemeinden von der Stadt Hagen zu einer Stellungnahme angeschrieben worden seien, wie von der Stadt am Montag dargestellt, sagte Pfarrer Achim Dreessen. „Im Gemeindebüro der evangelisch-lutherischen ist keine Anfrage zur Stellungnahme eingegangen.“ Dazu sagte die Stadt gestern: „Wir haben den Märkischen Kirchenkreis angeschrieben. Der hat auch schon geantwortet.“ Wie die Antwort ausgefallen ist, wollte die Stadt nicht sagen. Markus Mickein, Pressesprecher des Kirchenkreises Iserlohn, versprach gestern auf Anfrage Aufklärung. Vom Arbeitgeberverband ist bereits Anfang August eine Stellungnahme an die Stadt geschickt worden. Das ergab eine Anfrage gestern.

Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung

Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss kündigte an, das Thema verkaufsoffener Sonntag auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung zu setzen. Diese findet am Mittwoch, 19. September, ab 16 Uhr im Rathaus an der Freiheitstraße statt.

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