Musical

Rocky Horror Show: Guildo Horn spielt wieder in Hagen

Guildo Horn steht im Theater Hagen wieder als Riff Raff in der Rocky Horror Show auf der Bühne.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Guildo Horn steht im Theater Hagen wieder als Riff Raff in der Rocky Horror Show auf der Bühne. Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.   Im Interview spricht der „Meister“ Guildo Horn über den Unterschied zwischen Theater und Bühne sowie über Stars und Kollegen.

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Guildo Horn mag keine Schubladen. Er ist Musiker, Unterhaltungskünstler, Darsteller und als bürgerlicher Horst Köhler auch studierter Diplompädagoge. Hauptsache, die Arbeit macht Spaß und bringt ein bisschen Lachen in die Welt. Solche Grenzgänge kann der „Meister“ als Riff Raff in der Rocky Horror Show trainieren. Das Kult-Musical steht im Theater Hagen nach einem Jahr Pause jetzt wieder auf der Bühne.

Das Guildo-Mobil hat ja inzwischen einen Ehrenplatz auf dem Hagener Theaterhof. Was gefällt Ihnen so an der kleinen Bühne, dass Sie immer wieder kommen?

Guildo Horn: Wieder am Theater Hagen, das hat schon was von nach Hause kommen. Es fühlt sich mit den Jahren noch besser an als beim ersten Mal.

Wie geht das Ensemble damit um, dass mit Ihnen ein Star mitspielt?

Horn: Die Kollegen erstarren nicht in Ehrfurcht, die machen alle einen guten Job. Man kann froh sein, wenn man mitspielen darf. Das ist eine zweischneidige Sache. Auf dem Plakat bin ich der bekannte Name, aber unterm Strich mag ich es lieber kollegial.

Jeder macht sein Ding, die Sänger, der Chor, die Tänzer, die Technik, damit das Haus läuft. Hagen ist Freundesland.

Was ist der Unterschied zwischen Theaterbühne und Konzertbühne?

Horn: Im Theater gibt es dieses Geschenk, einfach auf die Bühne zu gehen, und das Publikum hört zu. Wenn man auf die Rockbühne geht, muss man sich diese Konzen­tration erst erarbeiten. Letzte Woche war ich in Österreich auf Hüttentour, das mache ich einmal im Jahr, da habe ich wieder erlebt, dass es Leute gibt, die einfach nur stören wollen. Aber das Horn-Thema lädt ja jetzt nicht unbedingt zu schlechtem Verhalten ein.

Also haben Sie nicht mehr alle lieb?

Horn: Leute, die sich schlecht benehmen, die habe ich nicht lieb. Toleranz hat bei mir eine Grenze: Was Du nicht willst, was man Dir tu. Wir leben nun mal alle auf diesem Planeten und müssen miteinander auskommen. Es gibt Menschen, die können sich benehmen und andere nicht. Das geht durch alle Altersschichten und Nationalitäten.

Die Ereignisse der vergangenen Monate lassen also auch den Meister nicht unberührt?

Horn: Meine Frau ist in der Flüchtlingshilfe aktiv, und das finde ich gut. Aber natürlich habe auch ich Ängste. Ich frage mich, wie es mit der Sicherheit in den Clubs und auf Stadtfesten weitergehen wird. Man kann ja nicht jedes Stadtfest bewachen wie den Weltwirtschaftsgipfel von Davos. Unsere Demokratie und unsere Freiheit haben wir uns hart erarbeitet, das darf man nicht kampflos deren Gegnern überlassen, vor allem nicht dem rechten Pack.

Guildo Horn ist eine Kunstfigur. Wie ist es, ständig so einen Guildo neben sich gehen zu haben?

Horn: Auf der Bühne bin ich Guildo, aber sonst vergesse ich ihn oft, anders wäre mir das viel zu anstrengend. Ich gehe nicht als Guildo einkaufen und schleppe beim Bäcker keine Autogramme mit mir rum. Ich finde es nicht erstrebenswert, wenn man von jedem erkannt wird. Ich mag Menschen, aber nicht, wenn es übergriffig wird oder mir Unbekannte sagen: Jetzt komm mal mit. Das finde ich schlimm.

Für einen Künstler, der so populär ist, wirken Sie ziemlich entspannt.

Horn: Ich mache nur noch Sachen, die ich möchte, ich bin nicht käuflich. Ich spiele ein bisschen Theater, gebe Konzerte, drehe mit dem Fernsehsender Sky, engagiere mich für die Aktion Mensch und die Inklusion und verbringe viel Zeit mit meiner Familie. Ich bin zufrieden mit den Dingen, die ich mache.

Was fehlt der Welt?

Horn: Eindeutig ein bisschen mehr Lachen. In diesem Jahr werde ich ein neues Album rausbringen, und das wird total positiv. Denn wir haben auch ein Recht auf die schönen Seiten des Lebens. Und dieses Jahr spielen wir die Weihnachtsshow sogar zweimal in Hagen.

Was sagt Ihre Frau denn zu Ihnen, Guildo oder Horst?

Horn: Meine Frau sagt nie im Leben Guildo zu mir. Guildo hält sich aus unserer Beziehung völlig raus.

Termine und Karten: www.theaterhagen.de

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