Feuerwehr

Rollstuhlfahrer stürzt in Hagen acht Meter ins Flussbett

Die Feuerwehr rettet den Rollstuhlfahrer aus dem Flussbett der Volme.

Die Feuerwehr rettet den Rollstuhlfahrer aus dem Flussbett der Volme.

Foto: Alex Talash

Hagen-Mitte.   Ein Rollstuhlfahrer ist am Montagabend acht Meter tief ins Volme-Flussbett gestürzt. Ein Radfahrer hat ihn am Dienstagmorgen gefunden.

Als Lebensretter will er nicht bezeichnet werden: „Ich hab’ einfach geholfen. Das Gesicht der Person, die in die Tiefe gestürzt war, war voller Blut und kaum zu erkennen. Aber der Mann war ansprechbar“, sagt Jaroslaw Czurko.

Der 44-Jährige war am Dienstagmorgen mit seinem Mountainbike unterwegs, als er auf dem Brachgelände an der Sedanstraße plötzlich Hilferufe vernahm. Im Flussbett der Volme entdeckte Jaroslaw Czurko dann den verletzten Rollstuhlstuhlfahrer und alarmierte sofort die Feuerwehr. „Die Standortfunktion meines Handys half den Einsatzkräften, die Unfallstelle schnell zu orten. Nach wenigen Minuten waren Notarzt und Feuerwehr vor Ort“, sagt der 44-Jährige.

wölf Einsatzkräfte vor Ort

„Der Notruf erreichte uns um 9.48 Uhr“, bestätigt Feuerwehr-Einsatzleiter Sebastian Wendel. Die insgesamt zwölf Einsatzkräfte retteten den Schwerstverletzten mit Hilfe einer Drehleiter und einer Schleifkorbtrage.

Der Mann, der sich schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte, kam per Rettungswagen sofort ins Krankenhaus.

Verletzt am Ufer der Volme

Der 45-jährige Mann war am Montagabend gegen 22 Uhr aus noch ungeklärten Gründen mit seinem Rollstuhl auf dem verlassenen Brachgelände unterwegs. Aufgrund der Dunkelheit konnte er wohl den Mauerabgrund nicht erkennen und stürzte knapp acht Meter tief in den Abgrund.

Im steinigen Flussbett verletzte er sich u.a. am Kopf und musste am Ufer der Volme hilflos die Nacht verbringen.

Aber zurück zu Jaroslaw Czurko: Der gebürtige Pole, zweifacher Familienvater und bei der Firma Bilstein in Hohenlimburg beschäftigt, hatte sich bei Traumwetter auf sein Rad geschwungen, um sich das Brachgelände zwischen Volme und Ennepe anzuschauen.

Als er die „Hilfe! Hilfe!“-Rufe hörte, dachte er erst an einen Angler, der auf sich aufmerksam machen wollte, „aber dann sah ich den blutenden Rollstuhlfahrer am Flussufer liegen“.

Die Situation habe ihn an Serien auf privaten Fernsehkanälen erinnert, „doch das hier war Realität“.

Der in Boelerheide wohnende Czurko ergänzt leise: „Ich wünsche dem Verletzten auf jeden Fall alles Gute.“

Glück im Unglück

Genau wie Feuerwehr-Sprecher Dennis Hoff: „Der Rollstuhlfahrer hatte Glück im Unglück. Da die Nacht von Montag auf Dienstag nicht so kalt und der Wasserstand der Volme niedrig war, konnte der Mann überhaupt gerettet werden.“

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