Umwelt

Rotarier in Hagen pflanzen 350 Rotbuchen im Stadtwald

Mitarbeiter des Forstamtes geben den Rotarier Tipps zum Baumpflanzen.

Mitarbeiter des Forstamtes geben den Rotarier Tipps zum Baumpflanzen.

Foto: Mirek Sramek

Hagen.   Stürme und Borkenkäfer setzen dem Stadtwald zu, vor allem Fichtenbestände werden geschädigt. Nun haben die Rotarier 350 Buchen gepflanzt.

Die Borkenkäfer-Plage hat dem Wald in Hagen schwer zu schaffen gemacht. Lücken und Freiflächen sind entstanden, weil ganze Bestände von den Löcher ins Holz fressenden Insekten zerstört wurden und gefällt werden mussten. So erwischte es am Eggenweg nahe des Kaiser-Friedrich-Turms eine Ansammlung 80-jähriger Fichten. „Die haben wir entnommen, weil sie abgestorben waren“, berichtet Martin Holl, Förster beim Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH).

Zwar wachsen Fichten und auch Douglasien durch Naturverjüngung nach. Doch die Forstexperten wollen das durch den Borkenkäfer angerichtete Debakel nutzen, um den Hagener Wald neu aufzustellen, zwischen die nachkommenden Nadelbäume sollen Laubgehölze gepflanzt werden und dem städtischen Wald dadurch mehr Abwehrkräfte gegen Stürme und Schädlinge verleihen. „So ein Mischwald ist deutlich stabiler“, bekräftigt Holl.

Waldreichste Großstadt

Da traf es sich gut, dass die Rotarier den WBH in seinem Bemühen, Hagen den Titel als waldreichste Großstadt in Nordrhein-Westfalen zu bewahren, unterstützen wollten. 40 Mitglieder der drei Hagener Clubs fanden sich mit ihren Familien in dem schwer zugänglichen Gelände am Eggenweg ein und pflanzten dort 350 Rotbuchen im Wert von rund 1800 Euro.

Jugendliche und Schüler gingen auf die Straße, um dort für die Umwelt zu demonstrieren, so Architekt Miroslav Sramek vom Rotary Club Hagen: „Wir sind in den Wald gegangen und haben Bäume gepflanzt. Beides ist wichtig.“ Von besonderer Bedeutung sei es dabei, das Bewusstsein für Natur und Umwelt zu stärken.

Zeit zum Kennenlernen

Für die Rotarier hatte die Aktion aber auch den Sinn, den Zusammenhalt der Clubs untereinander und mit dem Nachwuchs aus der Jugendorganisation Rotaract, in der Rotarier zwischen 18 und 30 Jahren organisiert sind, zu stärken. „Das Pflanzen der Buchen war eine gute Gelegenheit, sich besser kennenzulernen“, sagte Sramek, der praktischerweise Rotaract-Beauftragter in Hagen ist.

Die Rotarier sagten Förster Holl zu, demnächst weitere Bäume zu pflanzen bzw. sich um die Bestandspflege zu kümmern. Denn der WBH will den Laubholzanteil, der jetzt schon drei Viertel des 1950 Hektar großen Stadtwaldes ausmacht, weiter ausbauen.

Fichte nicht mehr tragbar

Ein reiner Fichtenforst, wie jahrzehntelang üblich, sei nicht mehr zeitgemäß und angesichts des Klimawandels auch nicht mehr tragbar, betonte Holl: „Wir ziehen die Klimaveränderungen schon lange in unsere strategischen Überlegungen mit ein. Trockenheit und Hitze begünstigen die Massenvermehrung des Borkenkäfers, der wiederum die Fichten schädigt.“ Mit dem Forst sei es wie mit einem Aktienfonds, es gelte, sich möglichst breit aufzustellen und das Geld und damit das Risiko auf viele Säulen zu verteilen.

So ist die Fichte der Verlierer des Klimawandels.

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