Politik

RVR erwartet von Hagen beim Seepark-Projekt höheres Tempo

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel sendet den Hinweis aus, dass die Stadt Hagen in Sachen Seepark die konkreten Förderanträge formulieren müsse.

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel sendet den Hinweis aus, dass die Stadt Hagen in Sachen Seepark die konkreten Förderanträge formulieren müsse.

Hagen.   Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat Hagen die gelbe Karte gezeigt: Bei den Ruhrtalprojekten soll die Stadt enger mit den Nachbarn kooperieren.

Während Hagens Nachbarstädte Herdecke, Wetter, Witten und Hattingen jüngst gemeinsam dem Regionalverband Ruhr (RVR) eine Projektsammlung zur kulturellen und touristischen Entwicklung des Ruhrtals unter dem Titel „Perlenkette an der Ruhr“ vorstellten, dominiert in Hagen mit Blick auf den Seepark am Hengsteysee die Ungewissheit.

Darauf machten jetzt Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des Regionalverbands Ruhr (RVR), und Umweltdezernentin Nina Frense aufmerksam. Im Rahmen einer Sitzung der SPD-Fraktion im RVR gaben sie den Hinweis, dass die Fördermöglichkeiten im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027 nur genutzt werden könnten, wenn man mit den Planungen nicht in Verzug gerate.

Gutachten für Altlasten

„Bis Ende des Jahres müssen die konkreten Förderanträge vorliegen. Ich würde mich freuen, wenn alle Akteure sich jetzt umgehend an die Arbeit machen und sich dabei vor allen Dingen mit den Nachbarstädten vernetzen. Es ist wichtig, dass das Ruhrtal ein einheitliches Bild abgibt“, schrieb die RVR-Direktorin der Stadt Hagen ins Stammbuch.

RVR-Umweltdezernentin Nina Frense legte der Stadt zudem ans Herz, sich mit den Altlasten auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs am Hengsteysee zu beschäftigen. „Wir brauchen dringend eine Altlastenabschätzung, um weitere Planungen vorantreiben zu können.“ Erschwerend komme hinzu, dass die Bahn ihr Gelände zwar verkauft habe, es aber nicht als Bahnareal entwidmen lassen wolle, weil nach wie vor der Bau eines Umspannwerkes auf dem Grundstück geplant sei.

SPD möchte im Rat mehr Druck machen

Hagens SPD-Fraktionsvorsitzender Claus Rudel musste gegenüber den Verbandsvertretern einräumen, dass dem Rat neben den Lippenbekenntnissen von OB Erik O. Schulz keine konkreten Zielsetzungen vorlägen. „Auf der politischen Ebene gibt es mit unseren Nachbarn in der Sache überhaupt keinen Dissens. Aber auch wir haben in den letzten Monaten gespürt, dass da verwaltungsseitig nichts läuft und nehmen daher die gewonnenen Erkenntnisse zum Anlass, den OB im Rat endlich zum Handeln zu bewegen.“

Stadt weist Vorwürfe zurück

Die Stadt Hagen weist derweil entschieden zurück, mit den Planungen in Verzug geraten zu sein. Vielmehr sei die Verwaltung sich der angesprochenen Problemlagen zur Altlastenuntersuchung bewusst, habe diese intensiv abgearbeitet und stehe kurz vor dem Vergabeverfahren für ein entsprechendes Gutachten. Ein Ratsbeschluss zur Finanzierung aus Fördermitteln sei ebenfalls gefasst worden und auch mit der Bahn befinde sich die Stadt in guten und erfolgversprechenden Gesprächen über mögliche Ersatzstandorte für das Umspannwerk.

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